Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers,
08.03.2011 09:40Urologen warnen vor den Folgen von Doping im BreitensportOb Anabolika und Wachstumshormone im Kraftsport oder hoch dosierte
Schmerzmittel vor dem Stadtmarathon leistungssteigernde Substanzen sind
im Breitensport an der Tagesordnung. Angesichts von mehr als einer Million Freizeitsportlern, die, laut Expertenschätzung, in Deutschland regelmäßig oder gelegentlich zu Dopingsubstanzen oder Medikamenten greifen, warnt die
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vor den urologischen
Folgeerkrankungen.Vor allem Kraftsportler riskieren durch die Einnahme anaboler Wirkstoffe
Impotenz, Unfruchtbarkeit, Brustwachstum und Nierenschäden. "Mangels Dopingkontrollen im Freizeitsport müssen wir auf verstärkte öffentliche
Aufklärung setzen", so DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch.
"Die Langzeitfolgen werden von den jungen Männern unterschätzt", mahnt die
Chefärztin des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie in
Münster. Zu groß ist ihr Wunsch nach schneller Leistungssteigerung oder der prestigeträchtigen Traumfigur. Die Erkenntnis kommt den vermeintlich
starken Männern oft erst, wenn sie als Patienten beim Urologen vorstellig
werden. "Weil sie ihre Erektionsfähigkeit eingebüßt haben, der
Kinderwunsch versagt bleibt oder weil sie unter einer Vergrößerung der
männlichen Brustdrüsen, der sogenannten Gynäkomastie, leiden", sagt die
Münsteraner Fachärztin für Urologie und Andrologie.
Bei der Gynäkomastie sei ein erhöhtes Risiko für Karzinome nicht
auszuschließen, ergänzt Sportmediziner Prof. Dr. Wilhelm Schänzer und
weist zudem auf die Gefahr irreversibler Leberschäden, von Leberkrebs
sowie der Schädigung des Herz-Kreislaufsystems von Arteriosklerose bis
Herzinfarkt hin. "Normalerweise senkt Sport die ungesunden Blutfette.
Unter Anabolikaanwendung aber tritt der gegenteilige Effekt ein.
Die Konzentration der HDL-Fetteiweiße im Blut wird erniedrigt während sich die
LDL-Fetteiweiße erhöhen und das Arteriosklerose-Risiko steigt", so der
Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in
Köln. Darüber hinaus drohen Aggression, Depression und die typische
Steroid-Akne. Bei Jugendlichen können Anabolika zu einer Verkürzung der
Wachstumsphase führen.
LDL-Fetteiweiße erhöhen und das Arteriosklerose-Risiko steigt", so der
Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in
Köln. Darüber hinaus drohen Aggression, Depression und die typische
Steroid-Akne. Bei Jugendlichen können Anabolika zu einer Verkürzung der
Wachstumsphase führen.
Dopingexperten wie Professor Schänzer gehen in Deutschland allein im
Kraftsport von 200 000 bis 400 000 Konsumenten anaboler Wirkstoffe aus.
Das sind Testosteron selbst und Analoge des männlichen Sexualhormons.Ihre Einnahme lässt die natürliche Hormonproduktion versiegen, Hoden
schrumpfen, Potenz und Spermienanzahl schwinden zum Teil irreversibel.
"Ob die eigene Hormonproduktion wieder einsetzt, hängt im Einzelfall von
den verwendeten Substanzen ab", sagt Prof. Kliesch. Häufig bliebe nur die
künstliche Befruchtung als letzte Chance auf Vaterschaft, aber auch dafür
müsse eine ausreichende Anzahl von Spermien gewonnen werden können.
"Zur Behandlung der Gynäkomastie nach Anabolika-Missbrauch ist die operative
Entfernung des überschüssigen Drüsen- und Fettgewebes angezeigt", so die
Urologin. Um das Brustwachstum zu verhindern, werden in der Szene daher
zusätzliche Substanzen empfohlen, die wiederum ihre eigenen Nebenwirkungen
haben. "Insgesamt reduziert der Cocktail aus anabolen Wirkstoffen,
Wachstumshormonen, Fettverbrennern und Ähnlichem die Lebenserwartung der
Konsumenten deutlich", resümiert Prof. Schänzer mit Bezug auf eine
finnische Studie.
Entfernung des überschüssigen Drüsen- und Fettgewebes angezeigt", so die
Urologin. Um das Brustwachstum zu verhindern, werden in der Szene daher
zusätzliche Substanzen empfohlen, die wiederum ihre eigenen Nebenwirkungen
haben. "Insgesamt reduziert der Cocktail aus anabolen Wirkstoffen,
Wachstumshormonen, Fettverbrennern und Ähnlichem die Lebenserwartung der
Konsumenten deutlich", resümiert Prof. Schänzer mit Bezug auf eine
finnische Studie.
"Darunter sind viele Wirkstoffe, die aufgrund des verschärften
Arzneimittelgesetzes inzwischen in der klinischen Medizin nicht
mehr verordnet werden dürfen, aber im illegalen Schwarzmarkthandel
angeboten werden." Fitnessstudios und Internet sind als probate
Verbreitungswege bekannt. Spektakuläre Funde von zuletzt rund fünf
Millionen Ampullen und Tabletten mit Anabolika, Hormonpräparaten,
Aufputsch- sowie Potenzmitteln offenbaren die Dimension.Gegenmaßnahmen im Freizeitsport seien überfällig, betonen DGU-
Pressesprecherin Prof. Kliesch und Prof. Schänzer. Sie sehen vor allem den
Staat in der Pflicht, mehr Prävention durch frühzeitige Aufklärung in den
Schulen zu ermöglichen und verstärkt gegen den illegalen
Schwarzmarkthandel vorzugehen.Weitere Informationen:
DGU-Pressesprecherin
Prof. Dr. med. Sabine Kliesch
Chefärztin Klinische Andrologie
Centrum für Reproduktionsmedizin und AndrologieHead Clinical Andrology
Centre for Reproductive Medicine and Andrology
WHO Collaborating Center
EAA Training Center
University Clinic Münster
Domagkstraße 11
48149 MünsterPhone +49-251-8356097oderDGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina GlimmStremelkamp 1721149 Hamburg
Tel: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail:
redaktion@bettina-wahlers.deArten der Pressemitteilung:angeboten werden." Fitnessstudios und Internet sind als probate
Verbreitungswege bekannt. Spektakuläre Funde von zuletzt rund fünf
Millionen Ampullen und Tabletten mit Anabolika, Hormonpräparaten,
Aufputsch- sowie Potenzmitteln offenbaren die Dimension.Gegenmaßnahmen im Freizeitsport seien überfällig, betonen DGU-
Pressesprecherin Prof. Kliesch und Prof. Schänzer. Sie sehen vor allem den
Staat in der Pflicht, mehr Prävention durch frühzeitige Aufklärung in den
Schulen zu ermöglichen und verstärkt gegen den illegalen
Schwarzmarkthandel vorzugehen.Weitere Informationen:
DGU-Pressesprecherin
Prof. Dr. med. Sabine Kliesch
Chefärztin Klinische Andrologie
Centrum für Reproduktionsmedizin und AndrologieHead Clinical Andrology
Centre for Reproductive Medicine and Andrology
WHO Collaborating Center
EAA Training Center
University Clinic Münster
Domagkstraße 11
48149 MünsterPhone +49-251-8356097oderDGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina GlimmStremelkamp 1721149 Hamburg
Tel: 040 - 79 14 05 60
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail:
Forschungs- / WissenstransferSachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Gesellschaft
MedizinWeitere Informationen finden Sie unter
http://www.urologenportal.deZu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter der WWW-Adresse:
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DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. med. Sabine Kliesch.http://idw-online.de/de/image136690
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