Pressemitteilung von Mittwoch, 9. März 2011
Landeshauptstadt Magdeburg25 neue Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus
Erinnerungsmale werden nächste Woche verlegt/Lesung mit Gunter DemnigIm Rahmen der Tage der jüdischen Kultur und Geschichte werden nächste Woche in Magdeburg erneut Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Damit erhöht sich die Zahl dieser Erinnerungsmale in der Landeshauptstadt auf nunmehr 236. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind eingeladen, an den Einweihungen teilzunehmen und der Opfer zu gedenken."Mit den neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von 25 jüdischen Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."Der Arbeitskreis "Stolpersteine für Magdeburg" wird gemeinsam mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig die Erinnerungsmale am 15. und 16. März in folgender Reihenfolge verlegen:Für die Familie Jakob, Henriette und Ruth-Helene Abrahamsohn (Dienstag, 13.00 Uhr, Breiter Weg, vor Karstadt), für die Familie Samuel, Cäcilie, Mirl, David und Lia-Lea Friedmann (13.30 Uhr, Peterstraße), für die Familie Hillel, Fanny, Manfred und Israel Kesten-Feit (13.50 Uhr, Zugangsweg zur Jakobstraße 34 bis 38), für die Familie Abraham, Rudolfine und Betty Himmelstern-Laufer (14.15 Uhr, Kleine Schulstraße 25, Eingang zum Sportplatz), für die Familie Martin, Anna und Heinz Frankenstein (14.45 Uhr, Richard-Wagner-Straße 1), für das Ehepaar Max und Caroline Arensberg (15.15 Uhr, Wittenberger Straße 28, Freifläche am Fußweg), für das Ehepaar Max und Margarethe Kaufmann (Mittwoch, 10.00 Uhr, Walther-Rathenau-Straße, zwischen Tunnel und Gustav-Adolf-Straße), für Ernst Fließ (10.30 Uhr, Otto-von-Guericke-Straße 18) und für das Ehepaar Ernst und Irene Heinemann (11.00 Uhr, Goethestraße 35, Ecke Annastraße).In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.Am Dienstag, dem 15. März, um 19.30 Uhr finden im Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße unter dem Titel "Vor meiner Haustür Stolpersteine" eine Lesung und ein anschließendes Gespräch mit dem Initiator der Stolpersteine Gunter Demnig statt. Der Eintritt ist frei.Auch in Magdeburg werden die Stolpersteine ausschließlich durch Spenden finanziert. "Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Dr. Lutz Trümper gleichzeitig auch für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.Ein Stein kostet 95,- Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem "Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten. Die Seiten für die neuen Stolpersteine wurden bereits gedruckt.Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf das Konto 140 00 101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ: 81053272) überwiesen bzw. eingezahlt werden. Als Verwendungszweck muss dabei unbedingt die Ziffernfolge 37 99 43 11 angegeben werden.Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 5 40 21 34 zur Verfügung.Unter www.magdeburg.de/media/custom/698_9280_1.PDF findet man einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Verlegeorten der Stolpersteine.Hintergrundinformationen
Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 10.000 in über 190 Städten und Gemeinden Deutschlands gibt.Eine Arbeitsgruppe, der neben der Stadtverwaltung und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auch die Vereine "Miteinander e.V." und "Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V." sowie das Ökumenische Domgymnasium angehören, haben Informationen über die Personen zusammengetragen, denen die neuen Stolpersteine gewidmet sind.Weitere Informationen über die Stolpersteine in der Landeshauptstadt Magdeburg sind im Internet unter www.magdeburg.de zu finden.Kontaktdaten:
Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: www.magdeburg.de
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