Montag, 14. März 2011

#Löhne #2010 real um #0,6 % #gefallen u. #jetzt die #Inflation #steigt [via jjahnke.net]


global news 2324 11-03-11: Löhne/Renten und Preise:

Ein immer ungleicheres Spiel,

wenn die Löhne 2010 real um 0,6 % gefallen sind und jetzt die Inflation steigt

(via jjahnke.net)

http://www.jjahnke.net/rundbr81.html#2324



Die Gewerkschaften laufen mit ihren Lohnforderungen immer wieder der Geldentwertung durch den Anstieg der Verbraucherpreise hinterher. Sie haben nie den Mut, die zu erwartende Preisentwicklung einzufordern. Letztes Beispiel sind die Angestellten des öffentlichen Dienstes der Länder. Die sollen nun 2,3 % mehr Lohn bekommen und im kommenden Jahr noch einmal 1,9 %. Dazu der Verhandlungsführer der Tarifunion des Beamtenbundes dbb, Frank Stöhr:

"Ein reales Einkommensplus - das war unser wichtigstes Ziel, und das haben wir erreicht."

Doch die Gewerkschaft hat das nach aller Wahrscheinlichkeit nicht erreicht. Gerade heute meldet das Statistische Bundesamt für Februar gegenüber Vorjahr einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,1 % oder 2,2 % nach dem in der EU abgestimmten Berechnungssystem (Abb. 17013). Dabei erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke besonders deutlich, und zwar um 3,5 % (Abb. 17030). Bei Nahrungsmitteln liegen die monatlichen Teuerungsraten damit seit fast einem Jahr über den Inflationsraten.
Und es wird noch sehr viel mehr an Inflation werden, denn nach einer anderen Meldung vom heutigen Tage lag der Index
der Großhandelsverkaufspreise im Februar 2011 um 10,8 % über dem Stand von Februar 2010 (Abb. 17015).
Das war die höchste Veränderung gegenüber dem Vorjahr seit Oktober 1981, also seit dreißig (!) Jahren.
Allein gegenüber Januar 2011 kamen 1,4 % hinzu, was auf das Jahr gerechnet 16,8 % entspricht.
Dabei arbeiten sich die Großhandelspreise mit der Zeit in die Einzelhandelspreise hinein.
Besonders stark verteuerten sich mit rund 83 % die für die Lebensmittel-Einzelhandelspreise wichtigen Preise für Getreide, Saatgut und Futtermittel.
Ebenfalls heute veröffentlicht wurde die Entwicklung der Arbeitskosten im 4. Quartal 2010.
Die darin enthaltenen Bruttolöhne und -gehälter lagen gerade einmal um 1 % über dem Vorjahreswert
und für das gesamte Jahr 2010 um ganze 0,5 % (Abb. 04963).
Damit sind die Bruttolöhne und -gehälter 2010 real um 0,6 % gesunken.
Im Vergleich mit den Partnerländern der EU sind die deutschen Löhne in der Entwicklung vom 3. Quartal 2009 zum 3. Quartal 2010 nur noch von den Niederlanden sowie den Krisenländern am Mittelmeer Spanien, Portugal und Griechenland unterboten worden (Abb. 15195).
Im Vergleich zum Jahr 2000 war die deutsche Lohnentwicklung sogar die geringste (Abb. 15060).
Damit setzt Deutschland seinen Niedriglohnwettbewerb mit den Partnern fort und damit auch seine zerstörerische Wirkung in der Eurozone.

Eine deutsche Gewerkschaft, die angesichts der Inflationserwartungen jetzt für länger als ein Jahr abschließt, hat einfach Tinte gesoffen.



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