Intelligenz gleich Gutmensch?
Der folgende Beitrag hat keinen direkten Bezug zum Grundeinkommen. Ich habe einen Blog besucht, den ich bei facebook fand. Die dortigen Themen haben mich einigermaßen erschüttert. Auf einen Beitrag mit der Überschrift Irrweg Gleichheitsfeminismus, zu finden auf knol, postete ich einen Kommentar.
Der Blog-Betreiber hat diesen Kommentar wieder gelöscht und meine Kommentar-Funktion gesperrt, so dass ich keine weiteren Antworten mehr schreiben kann. Das finde ich einigermaßen verwunderlich, da doch jeder, der Kommentare von Lesern zulässt, ab und an solche erhält, die eine andere Auffassung beinhalten.
In dem besagten Artikel spricht der Autor darüber, dass eine gesellschaftsweite Angleichung der Geschlechterrollen und -lebensentwürfe zu fortwährenden gesellschaftlichen Kompetenzverlusten und zur zunehmenden Verarmung, d.h. zu De-Evolution führen dürfte. Der Kompetenzverlust wird unter anderem mit dem Intelligenzquotienten in Zusammenhang gebracht.
Prinzipiell erläutert diese Theorie, dass Menschen mit höherem IQ gleichermaßen intelligente Kinder zur Welt bringen, während Menschen mit geringererem Intelligenzquotienten entsprechend weniger schlaue und vor allem mehr Nachkommen produzieren. Dies wird als brasilianischer Effekt bezeichnet. Der Kompetenzverlust also die fehlenden Voraussetzungen für das Treffen von angemessenen (oder richtigen) Lebensentscheidungen führt demnach dazu, dass wir uns evolutionär zurückentwickeln. Das halte ich für eine ziemlich vermessene Beurteilung des Menschen. Sie besagt, dass Intelligenz automatisch bessere Menschen zur Folge hat. Intelligenz gleich Gutmensch? Mitnichten.
Hier mein Kommentar:
Selten habe ich so etwas Deprimierendes gelesen, schön wissenschaftlich abgehandelt.
Das Heranziehen von Evolutionstheorie, der Geschlechterentwicklung- und Betrachtung, die Lösungsvorschläge, all das beruft sich auf eine globale Zweiklassen-Gesellschaft: Das intelligente menschliche Wesen und das nicht intelligente.
Grundsätzlich unterstellen Sie gebildeten Menschen ein Attest, die richtigen Entscheidungen zu treffen, die höhere Intelligenz in der Entwicklung von meinetwegen technischem und sonstigem Fortschritt, währen der niedere Intelligenzquotient einfach nur auf das Gebären von vielen Kindern reduziert wird, die wiederum ihrerseits viele Kinder produzieren. Hier machen Sie ein Ungleichgewicht und eine Gefahr für die menschliche Spezies auf, indem Sie implizieren, dass eine nicht intelligente menschliche Spezies den Globus vor das Problem der Überbevölkerung gestellt hat.
Frage: Was hat das intelligente menschliche Wesen zu diesem Umstand beigetragen? Die Antwort ist so simpel wie leicht nachzuvollziehen: Indem wir in einer Welt mit gesteckten Grenzen leben, die zur Not auch mit militärischen Mitteln verteidigt werden, verwehren wir den Entwicklungsländern und damit ganzen Völkern die freie Wanderung auf dieser Erde. Allein schon deshalb würde sich ein weniger intelligentes menschliches Wesen nach neuen Lebensräumen umschauen, wenn der bestehende Lebensraum nicht mehr ausreichend Nahrung und Überlebensmöglichkeiten bietet. Dies ist ja nun nicht möglich, wie wir alle wissen.
Eine ganz natürliche Entwicklung des Menschen ist aus diesem Grund schon in unnatürlicher Weise behindert. Dort, wo man die Menschen in ihre eigenen Länder einpfercht, sie mit den schlechtesten Bedingungen zu tun haben (unfruchtbares Land, schlechte geografische Bedingungen usw. usw.) plus fehlender Bildung (die sie nur in der Gegenwart brauchen, also in der Welt, wie sie heute ist), fragt man sich doch: wie kommt es dennoch zu einer Überbevölkerung? Wie können so arme Länder überhaupt eine steigende Population aufweisen?
Müssten die nicht alle schon nach kurzer Zeit verhungert oder verelendet sein, wenn sie nicht über ausreichend Nahrungsmittel und medizinische Grundversorgung verfügen?
Wäre das nicht die Konsequenz? Dies lässt die Annahme zu, dass die Industrienationen den verarmten Ländern nur so viel geben, wie es gerade reicht, um nicht völlig auszusterben, eine gewisse Vermehrungsquote stattfindet, die Bevölkerung aber dennoch am Tropf bzw. langen Arm verhungert. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, ist ein sehr alter, aber zutreffender Spruch. Nun gibt es eigentlich keine Schuldigen, außer, dass sich jeder Einzelne dafür verantwortlich fühlen mag, es aber scheinbar außerhalb seines eigenen Einflussbereiches liegt, daran etwas zu ändern.
Wohl gibt es nicht genügend Geld oder den Willen, um die ganze Welt zu ernähren, schon gar nicht mit nahezu sieben Milliarden Menschen. Damit versetzten wir uns selbst den Todesstoß. Darum ist es ein ganz und gar ungerechtes, grausames und dennoch mit schlechtem Gewissen nachvollziehbares Verhalten, dass die Grenzen (zunächst) dicht bleiben und eben nicht genug für die Armen und Hungernden dieser Erde getan wird. Der Mensch ist, wie Sie schon sagen, ein auf Arterhaltung gepoltes Wesen.
Die einzige Möglichkeit, ein Gleichgewicht herzustellen, wäre Folgendes: Mit den Mitteln der heutigen Technik, Bildung und Maschinen die Überbevölkerung und den Bildungsgrad dieser Länder soweit in den Griff zu kriegen, dass diese Staaten irgendwann bei den 1,7 Kindern pro Familie angelangt sind und somit ihre Bevölkerungsquote eigenständig verwalten können. Leicht gesagt.
So gut wie nicht in die Tat umzusetzen. Immerhin spielen hier noch Religion und kulturelle Unterschiede eine eklatante Rolle und das, was hierzulande als gut angesehen wird, wird es dort noch lange nicht. Das kennt man ja bereits aus den Missionierungsversuchen der kolonialen Mächte. Wie lange müssten also die Menschen, die uns noch nicht angepasst sind, gedeihen und sich bilden, um hierher zu gelangen sowohl geistig als auch geografisch?
Der IQ als Maßstab für die menschliche Entwicklung zugrunde zu legen, ist an sich schon ziemlich stark. Zumal der IQ eben nicht mehr das Maß aller Dinge ist. Rückschlüsse auf Gehirnkapazität und Fortschritt in der Entwicklung mögen ja einiges aussagen, doch schlussendlich betrachten wir und im Besonderen Sie die Welt aus der patriarchalen Brille. Schlecht möglich, eine andere Sicht der Dinge einzunehmen, wenn weder Umstände (Wirtschaftssysteme, Gesellschaftssysteme) noch Religion, Gewohnheit und Menschenbilder etwas anderes zulassen.
Man könnte jetzt eine ebenso lange Abhandlung über das Matriarchat aufmachen, hätte man entsprechend theoretische Kenntnisse, Schriften und Ergebnisse vorliegen. Da man das nicht hat, geht das nicht. Hier kann sich allein auf das Gefühl verlassen werden. Das zählt in unserer Welt bekanntlich nichts. Emotionen schreibt man nach wie vor Frauen zu, in der Regel werden sie als irrational, unlogisch, mit vorschnellen Handlungen und Entscheidungen verknüpft und vielleicht sogar als gefährlich bezeichnet. Das Pseudo-Getue von den guten weiblichen Qualitäten einfach nur Opportunismus, political correctnes, die so viel Wert ist, wie das Blatt Papier, auf dem sie formuliert ist.
Frauen gleichen heute mehr denn je Männern, indem sie ihre emanzipatorischen Rechte eingefordert und auch bekommen haben. Die Folgen haben Sie schön beschrieben. Der Wert und die Betrachtung auf Familien mit mehr als zwei Kindern: heruntergekommen.
Statt sich auf das Weibliche zu konzentrieren, es zu pflegen und es eben in der wichtigen Unterscheidung vom Männlichen auf dieselbe Stufe zu stellen, hat zu keinem Zeitpunkt in relevanter Weise stattgefunden. Frauen, die das befürworten, werden in esoterische spinnerhafte Ecken gestellt und dürfen dort dann die Farbe Lila tragen.
Nicht eine Frau in der Geschichte hat es tatsächlich geschafft, in die hohen Sphären der Wissenschaft aufgenommen und dort namentlich behalten zu werden. Ganz einfach, weil man sie dort nicht versteht und weil dies eine Männergesellschaft ist, die sich mit den weiblichen Mitteln weder identifizieren noch verständlich machen kann. Was auch gar nicht nötig ist. Was sollen die Frauen da auch? Wieso sich eine Anerkennung erkämpfen, die eben doch nichts anderes als ein männlich orientiertes Weltbild bedient? Ein total sinnloser und verschwendeter Kampf. Die Frauen haben bis heute nicht ihre Rolle gefunden. Dabei wäre es so einfach. Lasst den Mann sein Ding machen, während die Frauen ihren Dingen nachgehen. Pfuscht euch nicht in die eigenen Kompetenzen hinein. Weder sollen Männer wie Frauen sein noch umgekehrt.
Ohne die Wissenschaft heranzuziehen, darf sich ruhig mal auf die eigene Beobachtungsgabe verlassen werden. Bei Kleinkindern nämlich, die sich noch nicht durch Prägung und Erziehung kennzeichnen, sind typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensweisen zu sehen.
Während die kleinen Jungs konkurrenzorientiert sind, sind Mädchen in der Regel empathischer, interessieren sich für kleinere Kinder und leben das auch aus. Jungs schenken jüngeren Kindern prinzipiell weniger Aufmerksamkeit im Vergleich zu Mädchen, sie orientieren sich eher an Gleichaltrigen oder den älteren Kindern. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Als Mutter weiß ich das und habe diese Beobachtung mit vielen Frauen diskutiert, die mir ähnliche Erfahrungen schilderten und wir jedesmal beeindruckt die Köpfe schüttelten und uns sagten: so viel zum Thema Erziehung und so viel zur Genetik.
Die Konstruktion Familie ist eben nichts anderes als das: Ein Konstrukt. Angepasst an die Verhältnisse in der Welt bzw. der mangelhafte Versuch einer Anpassung. Eine Familie als Wirtschaftsunternehmen. Produktion, Reproduktion, Konsum, Rente.
Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein Dorf
Die wahre, natürliche Form des Zusammenlebens ist aber eben nicht der Mikrokosmos Familie mit Mutter, Vater, Kindern. Sondern die Sippe. Erst in der Sippe löst sich der ganze Kram auf, mit dem wir heute zu kämpfen haben. Die Sippe mit den nächsten Blutsverwandten wie Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins usw.. Dafür muss man in der Evolution weit zurückgehen. Völlig klar dürfte sein, dass sich die Sippe untereinander anders verhält als gegenüber sippenfremden Menschen.
Die Notwendigkeit von Kooperation untereinander muss gar nicht bewusst erkannt werden, um sie auch zu leben. Kooperation in der Sippe heißt nichts anderes, als dass jeder die Notwendigkeit eingeht, zum Leben und Überleben der Sippe beizutragen. Auch in der Sippe gab es wohl schon eine klare Arbeitsteilung. Gemessen an den natürlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen Personen.
Die müssen nicht zwangsläufig geschlechterspezifisch abgelaufen sein, obwohl ich mir vorstelle, dass Männer, die sich um die Kinder gekümmert haben, eher selten gewesen sind. Doch das möchte ich nicht ausschließen. So lange die Fähigkeit eines Menschen erkannt wird und man es als sinnvoll erachtet, diese Fähigkeit zum Besten und zum Nutzen der Gemeinschaft einzusetzen, ist das Geschlecht völlig schnuppe.
Heute haben wir also die folgenden Schwierigkeiten: Die Sippe ist nicht mehr. Familienverbände auseinandergebrochen, größtenteils leben die Menschen in verschiedenen Ortschaften, ja, sogar auf verschiedenen Kontinenten.
Das Geheimnis eines natürlichen, also der Natur, den Tieren, Pflanzen und Menschen angemessenes Zusammenleben ist meiner Ansicht nach nur in Kleinverbänden und der blutsverwandten Sippe möglich. Sobald eine Gemeinschaft eine bestimmte Größenordnung überschritten hat, beginnt es, kompliziert zu werden.
Ein Geheimnis ist es insofern nicht, als dass man vielerorts feststellen kann, dass Kleinstaaten sich besser regieren lassen und es dort in der Regel auch einfacher ist, die Dinge durchzusetzen bzw. sie zu planen und umzusetzen als in Mega-Gesellschaften. Kürzere Entscheidungswege, weniger Menschen, die beteiligt sind, unmittelbare Erfahrungen in der gelebten Umsetzung usw.
Ich habe keine unbedingte Vorstellung, bloß eine Hoffnung oder Ahnung, wie man sich einem sippenartigen Leben wieder annähern könnte. Indem man die Verrücktheit, man könne in einer globalen Welt glücklich, angemessen und zufrieden leben, irgendwann wieder aufgibt, das angebliche Verstehenkönnen und Erfahrungen sammeln für Berufszwecke im Ausland keine immer wichtiger werdenden Kriterien für den Job sein dürfen, allein, weil es teuer ist, umweltschädlich und nur den Eliten vorbehalten, es die Menschen permanent von ihren Familien entfernt und den Flugverkehr erhöht.
Und das die Menschen anerkennen, dass wahre Verpflichtung, Verantwortung nur im engsten Kreis der Angehörigen als solches verstanden wird, jedoch die Gesellschaft bloß eine anonyme Masse ist, die man weder bessern noch in Vollendung verstehen kann. Zwar mögen die Menschen groß denken können, doch handeln können sie so noch lange nicht.
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