Mittwoch, 13. Juli 2011

#Urologen #im #Nationalsozialismus: #Buchvorstellung auf 63. DGU-Kongress [via idw]


Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers,
13.07.2011 10:15

"Urologen im Nationalsozialismus": Buchvorstellung auf 63. DGU-Kongress

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. setzt Aufarbeitung der
Vergangenheit fort

Die nationalsozialistische Medizin verkehrte das ärztliche Ethos vom
Heilen in das der Ausgrenzung und Vernichtung. Die Aufarbeitung dieser
Schreckensepoche, aber auch ihrer Bezüge zur Zeit davor und ihre
Auswirkungen auf die Zeit danach, hat sich die Deutsche Gesellschaft für
Urologie e.V. (DGU) für ihr Fachgebiet schon seit Jahren zur Aufgabe
gemacht.

Jetzt setzt die Fachgesellschaft mit dem von ihr in Auftrag gegebenen Buch
"Urologen im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung und Vertreibung"
einen weiteren medizinhistorischen Meilenstein. Der Doppelband wird im
Rahmen des 63. Kongresses der DGU vorgestellt, der vom 14. bis 17.
September 2011 in Hamburg stattfindet.

"Mit dem Bekenntnis der Deutschen Gesellschaft für Urologie zur
Aufarbeitung ihrer Geschichte werden den verfolgten Berufskollegen ihre
Namen und die ehrende Erinnerung zurückgegeben", sagt Mit-Herausgeber
Prof. Dr. Dirk Schultheiss. Der Giessener Facharzt für Urologie,
Andrologie, Spezielle Urologische Chirurgie und Medikamentöse
Tumortherapie ist der Archivar der DGU. Er weist darauf hin, dass vor der
nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1933 etwa ein Drittel der
Urologen in Deutschland jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft war –
so viele wie in keiner anderen medizinischen Fachdisziplin. Diese Ärzte
seien in der Folgezeit aus ihren Positionen gedrängt und ins Exil oder in
den Tod getrieben worden. Den Einzelschicksalen dieser Urologen aus allen
Regionen der Republik ist ein so genannter Registerband gewidmet.

Seit 2009 haben zwölf Autoren - Medizinhistoriker und Urologen aus
Deutschland, Österreich und den USA – in einem von der DGU initiierten
Forschungsprojekt eine Vielzahl bislang unberührter Themen der NS-Zeit
bearbeitet. Möglich wurde dies unter anderem, weil nach der deutschen
Wiedervereinigung zahlreiche bis dahin unzugängliche einzigartige
Dokumente erstmals zur Verfügung standen, wie Mit-Herausgeber Dr.
Friedrich Moll M.A. erläutert. Der Facharzt für Urologie an den Kliniken
der Stadt Köln ist Vorsitzender des DGU-Arbeitskreises Geschichte der
Urologie und Kurator des DGU-Museums. Nach seiner Einschätzung kamen durch
neue Quellen auf Täter- und auf Opferseite individuelle Entscheidungen,
Verhaltensweisen, Handlungen und Reaktionen zu Tage, die auch hilfreich
für die Einordnung späterer Entwicklungen waren.

In zahlreichen Einzel- und Sammelbiographien dokumentiert "Urologen im
Nationalsozialismus" für Deutschland und für Österreich sowohl die
Schicksale der Opfer als auch die Werdegänge derer, die in dem System
Karriere machten. Die Geschichte der Fachgesellschaft während und nach der
Nazi-Diktatur wird ebenso durchleuchtet wie der Umgang der beiden
deutschen Staaten mit der Vergangenheit. Außerdem werden fachhistorische
Aspekte wie etwa die Beiträge von Urologen zur Zwangssterilisation sowie
die Entwicklung der Geschlechtskrankenfürsorge, der Sexualmedizin und der
Andrologie thematisiert.

DGU und Herausgeber wollen die Veröffentlichung nicht als Abschluss des
Projekts zur Aufarbeitung der Vergangenheit verstanden wissen, sondern als
Ausgangspunkt für weitere Forschungsarbeiten, unterstreicht DGU-Archivar
Prof. Dr. Schultheiss.

Der Doppelband "Urologen im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung und
Vertreibung", herausgegeben von Matthis Krischel M.A., Dr. Friedrich Moll
M.A., Julia Bellmann M.A., Prof. Dr. Albrecht Scholz und Prof. Dr. Dirk
Schultheiss, erscheint bei Hentrich & Hentrich in Berlin. Die beiden
jeweils etwa 300 Seiten starken Hardcover-Bände kosten zusammen 89 Euro
(ISBN 978-3-942271-41-7). Einzeln liegt der Preis für Band 1 mit etwa 120
Abbildungen (ISBN 978-3-942271-39-4) und für den Registerband 2 mit rund
130 Abbildungen (ISBN 978-3-942271-40-0) jeweils bei 49,90 Euro.

Die Neuerscheinung wird am Donnerstag, 15. September 2011 im Rahmen der Er
öffnungs-Pressekonferenz des 63. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für
Urologie e.V. im Congress Center Hamburg (CCH) von DGU-Archivar Prof. Dr.
Schultheiss vorgestellt. Auch Dr. Friedrich Moll M.A., Kurator des DGU-
Museums, und weitere Mit-Herausgeber werden anwesend sein und für
Interviews zur Verfügung stehen.

Für die Teilnahme ist eine Kongressakkreditierung über die Kongress-
Website (www.dgu-kongress.de) oder direkt in der DGU-Kongress-Pressestelle
notwendig.
Veranstaltungshinweis:
DGU-Eröffnungs-Pressekonferenz
15. September 2011, 13.15 – 14.45 Uhr
Congress Center Hamburg (CCH), Saal 7, 1.OG
Am Dammtor/Marseiller Straße
20355 Hamburg

Weitere Informationen:
DGU-Kongress-Pressestelle

Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm

Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel: 040 - 79 14 05 60
Fax: 040 - 79 14 00 27
Mobil: 0170 - 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Akkreditierungen sind bereits jetzt unter www.dgu-kongress.de möglich.

Arten der Pressemitteilung:
Pressetermine
Wissenschaftliche Tagungen

Sachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Geschichte / Archäologie
Gesellschaft
Medizin

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgu-kongress.de
http://museum.dgu.de/
http://www.urologenportal.de

Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter der WWW-Adresse:
http://idw-online.de/de/image146955

"Urologen im Nationalsozialismus. Zwischen Anpassung und Vertreibung" -

Der Doppelband wird im Rahmen des 63. Kongresses der DGU vorgestellt, der vom 14. bis 17. September 2011 in Hamburg stattfindet..

Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news432891

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/de/institution795



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