Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Universität Mannheim, Katja Bär, 13.07.2011 12:38
Wenn Facebook-Nutzer auf die Straße gehen
Griechischer Gastwissenschaftler erforscht wie Soziale NetzwerkeUniversität Mannheim, Katja Bär, 13.07.2011 12:38
Normalbürger zu politischen Aktivisten machen virtuell und in der realen
WeltOb ein Button mit der Aufschrift "Atomkraft Nein, Danke!" auf dem
eigenen Profilbild oder eine rote Schleife zum Welt-AIDS-Tag: Facebook
bietet seinen Nutzern zahlreiche virtuelle Möglichkeiten, um zu
gesellschaftlichen und politischen Themen Farbe zu bekennen.
"Facebook erleichtert es den Menschen, politisch aktiv zu werden und gibt
ihnen das Gefühl, Politik sogar beeinflussen zu können", lautet die Hypothese
von Dr. Yannis Theocharis, der die Wirkung neuer Medien auf das politische
Verhalten ihrer Nutzer erforscht. Der 28-jährige Grieche ist seit Mai auf
Einladung von Prof. Dr. Jan van Deth an der Fakultät für
Politikwissenschaft als Gastwissenschaftler tätig. Sein zweijähriger
Aufenthalt wird durch ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung
gefördert.Für sein Forschungsprojekt wird Theocharis 100 Menschen ohne Facebook-
Account zu ihrem sozialen Netzwerk und ihren politischen Aktivitäten
befragen. Die Hälfte von ihnen wird nach diesen Interviews ein Facebook-
Profil erstellen. "Ich gehe davon aus, dass diese Menschen im Gegensatz zu
jenen ohne Profil, durch das Hinzufügen von Facebook-Freunden ihre
sozialen Netzwerke stark ausbauen werden", sagt der
Politikwissenschaftler, "und schon allein dadurch werden sie politisch
aktiver." Facebook-Nutzer verbreiten Informationen, posten Artikel und
rufen zu Protestaktionen auf. So kommen User sehr häufig mit politischen
Themen in Berührung, können dazu ihre Meinungen posten.Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist es, zu erforschen, ob das
Internet es erleichtert, bestimmte Werte zu verbreiten. Theocharis geht
von der Annahme aus, dass die Online-Welt ein Nährboden für
postmaterialistisches Gedankengut ist. Postmaterialisten legen Wert auf
immaterielle Dinge wie eine saubere Umwelt, Gleichberechtigung oder fairen
Handel. Theocharis will deshalb herausfinden, ob die Nutzung von Facebook
dazu beiträgt, solche Werte zu verbreiten.Yannis Theocharis hat die vergangenen sieben Jahre in England studiert, wo
er seine Dissertation zum Thema Postmaterialismus und Internet schrieb.
Zusammen mit weiteren Politikwissenschaftlern der Universität Mannheim
untersucht er außerdem welche Rolle Facebook und Twitter als treibende
Kraft für die Protestbewegungen in Spanien und Griechenland spielten. Denn
beim politischen Aktivismus im Netz bleibe es oft nicht, sagt Theocharis:
"Facebook kann ein Auslöser sein, Menschen auf die Straße zu bringen."Kontakt:Dr. Yannis Theocharis
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Tel: 0621-181-2852
Email: Yannis.Theocharis@mzes.uni-mannheim.deProf. Dr. Jan van Deth
Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende
Sozialforschung Universität Mannheim
Tel.: 0621-181-2098
E-Mail: jvdeth@uni-mannheim.dePressesprecherin: Katja Bär
Telefon: 0621 / 181-1013
baer@uni-mannheim.de
www.uni-mannheim.deArten der Pressemitteilung:
ForschungsprojekteSachgebiete:
Kulturwissenschaften
Medien- und Kommunikationswissenschaften
PolitikDie gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news432972 Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/de/institution61
Verhalten ihrer Nutzer erforscht. Der 28-jährige Grieche ist seit Mai auf
Einladung von Prof. Dr. Jan van Deth an der Fakultät für
Politikwissenschaft als Gastwissenschaftler tätig. Sein zweijähriger
Aufenthalt wird durch ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung
gefördert.Für sein Forschungsprojekt wird Theocharis 100 Menschen ohne Facebook-
Account zu ihrem sozialen Netzwerk und ihren politischen Aktivitäten
befragen. Die Hälfte von ihnen wird nach diesen Interviews ein Facebook-
Profil erstellen. "Ich gehe davon aus, dass diese Menschen im Gegensatz zu
jenen ohne Profil, durch das Hinzufügen von Facebook-Freunden ihre
sozialen Netzwerke stark ausbauen werden", sagt der
Politikwissenschaftler, "und schon allein dadurch werden sie politisch
aktiver." Facebook-Nutzer verbreiten Informationen, posten Artikel und
rufen zu Protestaktionen auf. So kommen User sehr häufig mit politischen
Themen in Berührung, können dazu ihre Meinungen posten.Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist es, zu erforschen, ob das
Internet es erleichtert, bestimmte Werte zu verbreiten. Theocharis geht
von der Annahme aus, dass die Online-Welt ein Nährboden für
postmaterialistisches Gedankengut ist. Postmaterialisten legen Wert auf
immaterielle Dinge wie eine saubere Umwelt, Gleichberechtigung oder fairen
Handel. Theocharis will deshalb herausfinden, ob die Nutzung von Facebook
dazu beiträgt, solche Werte zu verbreiten.Yannis Theocharis hat die vergangenen sieben Jahre in England studiert, wo
er seine Dissertation zum Thema Postmaterialismus und Internet schrieb.
Zusammen mit weiteren Politikwissenschaftlern der Universität Mannheim
untersucht er außerdem welche Rolle Facebook und Twitter als treibende
Kraft für die Protestbewegungen in Spanien und Griechenland spielten. Denn
beim politischen Aktivismus im Netz bleibe es oft nicht, sagt Theocharis:
"Facebook kann ein Auslöser sein, Menschen auf die Straße zu bringen."Kontakt:Dr. Yannis Theocharis
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Tel: 0621-181-2852
Email: Yannis.Theocharis@mzes.uni-mannheim.deProf. Dr. Jan van Deth
Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende
Sozialforschung Universität Mannheim
Tel.: 0621-181-2098
E-Mail: jvdeth@uni-mannheim.dePressesprecherin: Katja Bär
Telefon: 0621 / 181-1013
baer@uni-mannheim.de
www.uni-mannheim.deArten der Pressemitteilung:
ForschungsprojekteSachgebiete:
Kulturwissenschaften
Medien- und Kommunikationswissenschaften
PolitikDie gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
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