Montag, 11. Juli 2011

Heiner Flassbeck: #Stagnation #beim #Konsum: #Der #falsche #Aufschwung [Nachdenkseiten]

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Der falsche Aufschwung
Heiner Flassbeck: Stagnation beim Konsum: Der falsche Aufschwung
  • Wenn man die inflationsbereinigten Einzelhandelsumsätze in Deutschland im Jahre 1998 gleich einhundert setzt und sie von dort an über alle Jahre bis heute weiterverfolgt, liegt man immer in der Größenordnung von einhundert und fast nie darüber. Der Konsum stagniert also. Die Krönung dieses Tiefgangs aber ist, dass man im Mai 2011 (bei den von der Bundesbank kalender- und saisonbereinigten Werten) bei sage und schreibe 93 landet, das ist tatsächlich der tiefste Wert seit 1998. Nach zwei sogenannten wirtschaftlichen Aufschwüngen und mitten in einem XXL-Boom also haben die Menschen in Deutschland in der Masse so wenig Geld in der Tasche, dass sie weniger beim Einzelhandel kaufen als jemals zuvor in den vergangenen 13 Jahren. Das ist nicht nur traurig, das ist ein Skandal, weil die deutsche Politik im Ausland und in den europäischen Partnerländern den Eindruck erweckt, der deutsche Aufschwung sei auch von der Inlandsnachfrage getrieben und Deutschland sei gar die ökonomische Lokomotive in Europa… Es kann aber keiner die Lokomotive sein, der nur auf die Nachfrage der anderen wartet, selbst aber den Geldbeutel nie aufmacht…

    Da Export und Exportförderung keine Lösung für alle Länder sind und eine neue globale wirtschaftliche Stagnation mit all ihren Folgen vermieden werden muss, hat die Politik gerade in Ländern wie Deutschland eine völlig neue Aufgabe: Sie muss hasenfüßigen Gewerkschaftlern erklären, dass Deutschland Vorreiter in Sachen Konsum und Binnennachfrage sein muss, wenn die weltweite Gleichung für den Aufschwung tatsächlich aufgehen soll. Davon aber ist derzeit wenig zu sehen.

    Quelle: Badische Zeitung

  • ARD-DeutschlandTREND: Persönlicher Nutzen vom Wirtschaftswachstum

    ARD-DeutschlandTREND


    Quelle: Infratest dimap

    Dazu passt:

  • Löhne: EU-Arbeitnehmer verlieren real

    In zwei von drei EU-Ländern drohen den Beschäftigten 2011 Reallohnverluste. In Deutschland ist die Entwicklung etwas positiver, die Preissteigerung zehrt aber auch hier den nominalen Zuwachs weitgehend auf.

    In 18 von 27 Mitgliedstaaten dürften nach Prognose-Daten der EU-Kommission die Löhne nach Abzug der Teuerung sinken. Im EU-Durchschnitt bedeutet das einen Reallohnverlust von 0,8 Prozent… In Deutschland wird die Entwicklung 2011 zwar positiver ausfallen als bei den meisten Nachbarn, allerdings ist auch hier nach Abzug der relativ hohen Preissteigerung von deutlich mehr als 2 Prozent lediglich eine Stagnation der Löhne absehbar…

    Die Entwicklung könnte sich noch verschärfen, weil sich die europäischen Regierungen im so genannten “Euro-Plus-Pakt” auf eine hoch problematische restriktive Lohnpolitik festgelegt hätten…

    Hauptgründe für die verbreiteten Reallohnverluste sind die Preissteigerung von 3 Prozent im EU-Mittel und vergleichsweise schwache Lohnzuwächse, insbsondere in Südeuropa. Der neutrale Verteilungsspielraum für die Lohnentwicklung, der sich aus der Summe von Produktivitätszuwachs und Preissteigerung ergibt, wird nach Schultens Berechnung 2011 in 26 EU-Ländern nicht ausgeschöpft.

    Quelle: Böckler Impuls 12/2011
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