Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte
[Nachdenkseiten]
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Dieser Artikel umreißt zunächst Grundlagen der unbewussten politischen Meinungsbildung. Anschließend wird analysiert, welche Wertesysteme denjenigen Frames zugrunde liegen, die derzeit die Debatten in vier EU-Ländern zu den Themen Gleichstellung, Bildung, Integration, und Sozialleistungen strukturieren. Abschließend wird skizziert, wie ein Framing der Debatten aufgrund sozialdemokratischer Werte gedankliche Alternativen bieten kann.
Das Gehirn berechnet Fakten ausschließlich eingebettet in Deutungsrahmen, in der kognitiven Wissenschaft Frames genannt. Frames organisieren unser Weltwissen und unsere Sprache. Die meisten von unseren Gehirnen genutzten Frames sind durch Metaphern strukturiert. In der Politik sind es nicht die meisten. Es sind fast alle
Politiker betreiben oft sprachlichen Missbrauch mit Metaphern und Frames Metaphern können unsere Entscheidungsprozesse stark beeinflussen, und zwar ohne dass wir dies merken Sie strukturiert unser tägliches politisches Denken und Entscheidungsverhalten Politisches Denken ist stets durch Frames und Metaphern strukturiert Mangelt es einer politischen Gruppe an gedanklicher und sprachlicher Transparenz ihrer Frames, fällt es schwer, mit Mitbürgern über einzelne politische Vorhaben effektiv und wertebezogen zu kommunizieren
Aus der Analyse ergeben sich aus sozialdemokratischer Sicht zwei Probleme: Erstens, die Frames basieren verschieden stark auf konservativen Werten und erleichtern durch implizierte Metaphern gedankliche Schlussfolgerungen im Sinne konservativer Moralvorstellungen. Zweitens, sie sind nicht mit sozialdemokratischen Werten in Einklang zu bringen
Das Konzept sozial schwach aktiviert (z.B.) einen Frame, der ökonomische und soziale Not als eine Frage von Selbstdisziplin begreifbar macht. Und spricht damit konservative Grundwerte an: Wer stark ist, wird belohnt. Zu recht. Schwache belohnen ist ihnen selbst gegenüber unrecht Werden sozial gut gestellte Gruppen sprachlich als oben und sozial schlecht gestellte Gruppen sprachlich als unten dargestellt , liegt folgende unbewusste, über neuronale Pfade aktivierte Schlussfolgerung mehr als nahe: Die »( ) ganz oben« sind moralischer, funktionstüchtiger ; die »ganz unten« sind weniger moralisch, weniger funktionstüchtig Wer abgehängt wurde, der war nicht schnell genug. Seine Fitness zu verbessern ist oberstes Gebot im sozialen Miteinander. Wer fit ist, der gewinnt. Nicht jeder kann gewinnen, und das ist rechtens und sinnvoll (Oder:)
»ArbeitnehmerInnen und Mittelstand entlasten Millionäre belasten.« Steuern werden also als Schaden begreifbar gemacht und als Gefährdung von Glück und Wohlsein Im konservativen Wertesystem bedeutet Reiche belasten, die Guten zu bestrafen. Im sozialdemokratischen Wertesystem bedeutet Reiche belasten nichts.
Die vorliegende Analyse hat deutlich gemacht: Die aktuell in Großbritannien, Italien, Österreich und Deutschland vorherrschenden Frames zu sozialpolitischen Themen wie Gleichstellung, Bildung, Integration und Sozialleistungen aktivieren Werte, die tendenziell eher im konservativen Gedankengut anzusiedeln sind.
Wo liegt die Alternative? In einer gedanklichen und sprachlichen Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Politikanalyse [PDF - 439 KB]
Hat die Partei nicht die volle Unterstützung der Bevölkerung, so fehlt es an Transparenz. Das ist eine gängige Mutmaßung darüber, wie politische Kommunikation und Mehrheitsbildung funktioniert. Sie ist falsch und zudem gefährlich, denn sie kann zu undemokratischen Verhältnissen führen
Wahre Transparenz bedeutet gedankliche Klarheit und sprachliche Offenheit über Werte.
Wahre Transparenz bedeutet gedankliche Klarheit und sprachliche Offenheit über Werte.
Dieser Artikel umreißt zunächst Grundlagen der unbewussten politischen Meinungsbildung. Anschließend wird analysiert, welche Wertesysteme denjenigen Frames zugrunde liegen, die derzeit die Debatten in vier EU-Ländern zu den Themen Gleichstellung, Bildung, Integration, und Sozialleistungen strukturieren. Abschließend wird skizziert, wie ein Framing der Debatten aufgrund sozialdemokratischer Werte gedankliche Alternativen bieten kann.
Das Gehirn berechnet Fakten ausschließlich eingebettet in Deutungsrahmen, in der kognitiven Wissenschaft Frames genannt. Frames organisieren unser Weltwissen und unsere Sprache. Die meisten von unseren Gehirnen genutzten Frames sind durch Metaphern strukturiert. In der Politik sind es nicht die meisten. Es sind fast alle
Politiker betreiben oft sprachlichen Missbrauch mit Metaphern und Frames Metaphern können unsere Entscheidungsprozesse stark beeinflussen, und zwar ohne dass wir dies merken Sie strukturiert unser tägliches politisches Denken und Entscheidungsverhalten Politisches Denken ist stets durch Frames und Metaphern strukturiert Mangelt es einer politischen Gruppe an gedanklicher und sprachlicher Transparenz ihrer Frames, fällt es schwer, mit Mitbürgern über einzelne politische Vorhaben effektiv und wertebezogen zu kommunizieren
Aus der Analyse ergeben sich aus sozialdemokratischer Sicht zwei Probleme: Erstens, die Frames basieren verschieden stark auf konservativen Werten und erleichtern durch implizierte Metaphern gedankliche Schlussfolgerungen im Sinne konservativer Moralvorstellungen. Zweitens, sie sind nicht mit sozialdemokratischen Werten in Einklang zu bringen
Das Konzept sozial schwach aktiviert (z.B.) einen Frame, der ökonomische und soziale Not als eine Frage von Selbstdisziplin begreifbar macht. Und spricht damit konservative Grundwerte an: Wer stark ist, wird belohnt. Zu recht. Schwache belohnen ist ihnen selbst gegenüber unrecht Werden sozial gut gestellte Gruppen sprachlich als oben und sozial schlecht gestellte Gruppen sprachlich als unten dargestellt , liegt folgende unbewusste, über neuronale Pfade aktivierte Schlussfolgerung mehr als nahe: Die »( ) ganz oben« sind moralischer, funktionstüchtiger ; die »ganz unten« sind weniger moralisch, weniger funktionstüchtig Wer abgehängt wurde, der war nicht schnell genug. Seine Fitness zu verbessern ist oberstes Gebot im sozialen Miteinander. Wer fit ist, der gewinnt. Nicht jeder kann gewinnen, und das ist rechtens und sinnvoll (Oder:)
»ArbeitnehmerInnen und Mittelstand entlasten Millionäre belasten.« Steuern werden also als Schaden begreifbar gemacht und als Gefährdung von Glück und Wohlsein Im konservativen Wertesystem bedeutet Reiche belasten, die Guten zu bestrafen. Im sozialdemokratischen Wertesystem bedeutet Reiche belasten nichts.
Die vorliegende Analyse hat deutlich gemacht: Die aktuell in Großbritannien, Italien, Österreich und Deutschland vorherrschenden Frames zu sozialpolitischen Themen wie Gleichstellung, Bildung, Integration und Sozialleistungen aktivieren Werte, die tendenziell eher im konservativen Gedankengut anzusiedeln sind.
Wo liegt die Alternative? In einer gedanklichen und sprachlichen Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte
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