Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für
Arbeit (IAB), Wolfgang Braun, 14.06.2011 09:56Hartz-IV-Empfänger erreichen häufig nur unsichere JobsIm Jahr 2008 haben über eine Million Hartz-IV-Empfänger eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Nur 55 Prozent
dieser Jobs dauerten länger als sechs Monate. Fast die Hälfte der
Beschäftigten musste zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beziehen, weil ihr
Verdienst ihren Lebensunterhalt nicht decken konnte. Das zeigt eine am
Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB).Jobs, die für Hartz-IV-Empfänger erreichbar sind, sind häufig instabil und
nur als Aushilfe auf kurze Zeit angelegt. "Bei instabiler, kurzfristiger
Beschäftigung besteht ein hohes Risiko, in den Leistungsbezug
zurückzukehren, sofern keine Anschlussbeschäftigung gefunden wird",
stellen die IAB-Arbeitsmarktforscher Lena Koller und Helmut Rudolph fest.Stabiler waren die Jobs, die auch gleichzeitig den Bezug von Hartz-IV-
Leistungen überflüssig machten. Aber nur 56 Prozent der Hartz-IV-
Empfänger, die eine Vollzeitstelle annahmen, konnten mit ihrer Stelle die
Bedürftigkeit überwinden. Entscheidend ist neben der Lohnhöhe auch die
Anzahl der Personen, die mitversorgt werden müssen. So schafften zwei
Drittel der Alleinstehenden den Sprung aus der Bedürftigkeit, während es
bei Alleinerziehenden und Paaren mit Kindern nur gut ein Drittel waren."Insgesamt werden Leistungsempfänger dort überproportional eingestellt, wo
tendenziell niedrigere formale Qualifikationsanforderungen bestehen", so
die IAB-Wissenschaftler. Ein Fünftel der Arbeitsaufnahmen fanden
dementsprechend in der Leiharbeit statt. Niedrig bezahlte und auf kurze
Dauer befristete Jobs führen dazu, dass Aufstocker zwischen
Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit wechseln, und dabei weiterhin von
Hartz-IV-Leistungen abhängig bleiben. Laut der IAB-Studie reduzieren sie
aber immerhin temporär den Umfang der an sie gezahlten Transferleistungen.Die IAB-Studie im Internet: <http://doku.iab.de/kurzber/2011/kb1411.pdf>.Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse
Wissenschaftliche PublikationenSachgebiete:
Gesellschaft
Politik
Recht
WirtschaftDie gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news427915 Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/de/institution851
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für
Arbeit (IAB), Wolfgang Braun, 14.06.2011 09:56Hartz-IV-Empfänger erreichen häufig nur unsichere JobsIm Jahr 2008 haben über eine Million Hartz-IV-Empfänger eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Nur 55 Prozent
dieser Jobs dauerten länger als sechs Monate. Fast die Hälfte der
Beschäftigten musste zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beziehen, weil ihr
Verdienst ihren Lebensunterhalt nicht decken konnte. Das zeigt eine am
Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB).Jobs, die für Hartz-IV-Empfänger erreichbar sind, sind häufig instabil und
nur als Aushilfe auf kurze Zeit angelegt. "Bei instabiler, kurzfristiger
Beschäftigung besteht ein hohes Risiko, in den Leistungsbezug
zurückzukehren, sofern keine Anschlussbeschäftigung gefunden wird",
stellen die IAB-Arbeitsmarktforscher Lena Koller und Helmut Rudolph fest.Stabiler waren die Jobs, die auch gleichzeitig den Bezug von Hartz-IV-
Leistungen überflüssig machten. Aber nur 56 Prozent der Hartz-IV-
Empfänger, die eine Vollzeitstelle annahmen, konnten mit ihrer Stelle die
Bedürftigkeit überwinden. Entscheidend ist neben der Lohnhöhe auch die
Anzahl der Personen, die mitversorgt werden müssen. So schafften zwei
Drittel der Alleinstehenden den Sprung aus der Bedürftigkeit, während es
bei Alleinerziehenden und Paaren mit Kindern nur gut ein Drittel waren."Insgesamt werden Leistungsempfänger dort überproportional eingestellt, wo
tendenziell niedrigere formale Qualifikationsanforderungen bestehen", so
die IAB-Wissenschaftler. Ein Fünftel der Arbeitsaufnahmen fanden
dementsprechend in der Leiharbeit statt. Niedrig bezahlte und auf kurze
Dauer befristete Jobs führen dazu, dass Aufstocker zwischen
Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit wechseln, und dabei weiterhin von
Hartz-IV-Leistungen abhängig bleiben. Laut der IAB-Studie reduzieren sie
aber immerhin temporär den Umfang der an sie gezahlten Transferleistungen.Die IAB-Studie im Internet: <http://doku.iab.de/kurzber/2011/kb1411.pdf>.Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse
Wissenschaftliche PublikationenSachgebiete:
Gesellschaft
Politik
Recht
WirtschaftDie gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
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