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global news 2406 12-06-11:
Euro: Die große Umverteilmaschine nach oben
Der Euro hat sich seit seiner Einführung und vor allem im Zeichen der Euro-Krise zu einer gewaltigen dreifachen Umverteilungsmaschine entwickelt von den Steuerzahlern und Verbrauchern
nach oben zu der Gruppe der Besser- und Bestverdiener.
Erstens starteten die Exportkonzerne und ihre Aktionäre im Zeichen der nun innerhalb der Eurozone festen Währungsrelation mit einer
hereingeworfenen Lohnbremse ihre Exportoffensive gegenüber den Europartnern, deren Löhne sich noch normal weiter entwickelten und die so an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die Zeche
für dieses profitable Exportgeschäft zahlten die deutschen Arbeitnehmer mit Lohnverzicht.
Zweitens profitieren die deutschen Exportkonzerne und ihre meist sehr wohlhabenden Anteilseigner
von einem durch die Krise geschwächten Euro, indem sich ihre Exporte jenseits der Eurozone wie Dank einer Subvention verbilligten. Dafür zahlt dann der Verbraucher mit überteuerten
Einfuhrpreisen für Energie und Nahrungsmittel und andere Importprodukte und verteuerten Urlaubsreisen. Ein guter Vergleichsmaßstab ist der Schweizer Franken, mit dem sich früher immer die DM messen konnte. Seit
2007 hat der Euro bereits um ein Viertel an Wert gegenüber dem Schweizer Franken verloren (Abb. 16232). Dagegen hat die DM in der Voreurozeit zwischen 1990 und 1999 kaum an Wert verloren (Abb.
16267). Hätte Deutschland noch die DM, wäre die mit dem Euro verbundene Teuerung nicht eingetreten, weil die DM mehrfach aufgewertet worden wäre und heute weiter so stark, wie der
Schweizer Franken wäre.
Noch zu den Urlaubsreisen: Da wird den Euroskeptikern immer an den Kopf geworfen, wie gut man doch jetzt mit einer einzigen Währung in der Tasche und ohne Wechselstube in der Eurozone reisen
könne. Das mag in der Tat bequem sein. Doch wird dabei unterschlagen, wieviel billiger das Reisen an die Sonnenstrände des Südens wäre, wenn es noch eine ständig aufwertende
DM gäbe. Unterstellt man einmal, daß freie Wechselkurse über längere Zeiten der Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften folgen und daß sich diese
vor allem in den Lohnstückkosten der industriellen Produktion ausdrückt, so hätte eine noch bestehende DM seit dem Jahr 2000 gegenüber den Währungen von Frankreich um 11 %,
Portugal 20 %, Spanien 32 %, Italien 39 % und Griechenland 66 % aufgewertet (Abb. 14976, 15106). Wieviel schöner könnte man dann dort Urlaub machen?
Drittens werden die Normalsteuerzahler aus Deutschland und anderen Gläubigerländern mit ihrem Steuergeld die Kohlen für die Banken und deren
Anleihezeichner aus dem Feuer holen. Was immer private Gläubiger in was immer "weicher Lösung" noch zur Umschuldung beitragen werden, es wird ein Klacks gemessen an der für die
Steuerzahler vorbereiteten Rechnung sein. Im schlimmsten Fall werden die Steuerzahler dauerhaft antreten müssen, während sich die Gläubiger längst aus der Affaire gezogen haben.
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Man kann das auch "Euro-Wahnsinn" nennen, jedenfalls einen mit Methode. Vielleicht erklärt das zugleich ein bißchen zusätzlich, warum die
deutsche Oberschicht so besonders stark am Euro hängt.
"Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der erfahrungsgemäß mit unheimlicher Schnelligkeit zur Barbarei zurückführt. ...Wer es aber vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen..."
AntwortenLöschenSilvio Gesell (Geld oder Krieg)
Wenn das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete "Finanzpolitik", mit der sich der Zusammenbruch des Geldkreislaufs - und damit der gesamten Volkswirtschaft - aufhalten lässt. Das sollte sogar einem Politiker einleuchten; tut es aber nicht, denn…
"Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.
Der Kampf geht seit eh und je um das arbeitsfreie Einkommen, das die Zinsbezieher einstreichen, indem sie den Arbeitsertrag der Werktätigen kürzen. Dass die erste Gruppe bisher immer siegreich war, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Zahlenmäßig ist die Gruppe der Sieger verschwindend klein.
Die unterlegenen Werktätigen hat ihre riesenhafte Überzahl bisher nichts geholfen, sie blieben in allen Ländern erfolglos, und sie waren es auch, die in Wirklichkeit alle Kriege und Revolutionen "verloren" haben. Sie erkannten nie die zwei Fronten (hier Monopol, hier Arbeit), die sich in Politik und Wirtschaft seit jeher unversöhnlich gegenüber standen, einfach deshalb nicht, weil sie dem optischen Eindruck erlagen und im Privatbesitz der Produktionsmittel die Ursache der Ausbeutung und im Unternehmer den Ausbeuter sahen; sie ließen sich verleiten, die Politik zum Tummelplatz der so genannten "Weltanschauungen" und "Gesinnungen" (konservativ-liberal, national-international, bürgerlich-proletarisch, links-rechts, usw.) zu machen, anstatt sich auf die wirtschaftlichen Realitäten zu beschränken und den Kern des Problems, die Monopole, anzugehen. Die Folge: Ihre heillose wirtschaftspolitische Verwirrung und ihr Misserfolg."
Otto Valentin, aus "Warum alle bisherige Politik versagen musste", 1949
Daran hat sich bis heute nichts geändert, obwohl das Wissen, um absolute Marktgerechtigkeit herzustellen (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) und damit Wirtschaftskrisen, Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg generell zu vermeiden, seit mittlerweile einem Jahrhundert zur Verfügung steht!
Für den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation bedarf es der "Auferstehung der Toten". Als geistig Tote sind alle Existenzen zu bezeichnen, die vor lauter Vorurteilen nicht mehr denken können. Werden Sie lebendig: http://www.deweles.de