Bürgerliche Öffentlichkeit Meinungspluralismus Toleranz
Da der Staat periodisch von seinen Bürgern die Entscheidung verlangt, auf die Führung der Staatsgeschäfte keinen Einfluß nehmen zu wollen, dafür aber die Konsequenzen dieser Geschäfte widerstandslos zu ertragen, ist sein demokratisches Funktionieren davon abhängig, daß die Enttäuschung der regierten Bürger als positive Grundlage, als Willen zum demokratischen Staat, erhalten bleibt.
Dem unausbleiblichen Vergleich zwischen Erwartungen an den Staat und seinen Leistungen bricht er dadurch die Spitze ab, daß er die Artikulation jedes gesellschaftlichen Interesses zuläßt, um die gegensätzlichen Ansprüche der Bürger an ihn sich relativieren zu lassen und als nicht gleichzeitig realisierbar abzuweisen.
Das Interesse des Bürgers wird zur Meinung, weil ihm der Staat durch die Konfrontation mit den konkurrierenden Interessen anderer die P a r t i k u l a r i t ä t seines Standpunkts zur Last legt und nur noch den Wunsch, aber nicht seine Berechtigung anerkennt.
Er begrüßt den besagten Vergleich als t h e o r e t i s c h e n , um an ihm seine Ideologie des Interessenausgleichs in die Propaganda der Toleranz und des Meinungspluralismus zu verlängern. (...)
Der bürgerliche Staat
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