Montag, 3. September 2012

Der Schlachthof Europas - Deutschland ist zu einem Eldorado des Lohndumpings geworden. [eben genial innovativ medial digital tralala]


Der Schlachthof Europas

[via Nachdenkseiten]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=14313#h10
 


Die hiesige Fleischindustrie boomt wie nie. Die Folgen dürften nicht nur Tierfreunde verärgern. Deutschland ist zu einem Eldorado des Lohndumpings geworden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft Branche und Regierung eine »aggressive Exportstrategie« vor.

Tierschutzstandards würden verwässert, gesetzliche Restriktionen gelockert. Deutschland hat sich in weniger als zehn Jahren vom Fleischimporteur zur führenden Exportmacht Europas gemausert. Bei der Schlachtung von Schweinen liegt die BRD nur noch hinter China und den USA.

Ähnlich wichtig für den Boom sind die niedrigen Lohnkosten. »Deutschland behauptet seine seit Jahren stärker werdende Position mit dem Einsatz von Billiglohnkräften in Werkverträgen aus Mittel- und Osteuropa«, sagt Maiweg. Fest angestellte Beschäftigte werden immer seltener. Schlachtung und Verarbeitung werden nahezu komplett von Werkvertragsfirmen oder Leiharbeitern erledigt. Bei der vom Schalker Clubboß Conrad Tönnies geführten »Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG« etwa sollen nach NGG-Angaben lediglich zehn Prozent der Belegschaft fest angestellt sein.

Mit der Erweiterung der Europäischen Union nach Osten gilt die sogenannte Dienstleistungsfreiheit. Ein Unternehmer in Polen oder Ungarn darf völlig legal etwa einem Schlachthof in Deutschland anbieten, eine bestimmte Menge Fleisch in einer bestimmten Zeit zu einer bestimmten Menge Wurst zu verarbeiten.

Seine Beschäftigten verrichten ihr Werk im deutschen Betrieb, für sie gelten aber Arbeitsrecht und Lohnniveau des Entsendelandes.

Quelle:
junge Welt http://www.jungewelt.de/2012/08-31/019.php

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