Montag, 28. Mai 2012

-->> Essstörungen - auch ein Thema für Eltern -> Besorgte Mutter will sich mit anderen austauschen und Selbsthilfegruppe gründen


Pressemitteilung von Freitag, 25. Mai 2012
Kreis Soest

Essstörungen – auch ein Thema für Eltern
Besorgte Mutter will sich mit anderen austauschen und Selbsthilfegruppe gründen

Kreis Soest (kso.2012.05.25.261.bu). "Magersucht" kann Jugendliche und junge Erwachsene treffen. Die Sorge um Töchter oder Söhne stellt Eltern vor große Herausforderungen und hinterlässt Fragen und Ängste. Eine Mutter aus Erwitte, deren Tochter  magersüchtig ist, möchte sich kreisweit mit anderen Eltern austauschen und eine Selbsthilfegruppe gründen. Darauf weist die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen beim Gesundheitsamt des Kreises Soest hin.
"Als ich vor rund drei Jahren bemerkte, dass meine Tochter an Magersucht leidet, stand ich erst einmal recht hilflos vor der Situation", schildert die besorgte Mutter. "Diese Krankheit und die Auseinandersetzung damit hat das Familienleben komplett durcheinander gewirbelt und lange Zeit dominiert." Zum Austausch mit anderen Betroffenen möchte sie deshalb eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Magersüchtigen gründen. Sie hofft: "Vielleicht gelingt es so, Probleme zu besprechen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren oder eigene Erkenntnisse weiterzugeben und gemeinsam neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln."

Die Mutter hat bereits alle organisatorischen Voraussetzungen für die Gruppengründung geschaffen und den ersten Abend für Mittwoch, 6. Juni 2012, 19.30 bis 21 Uhr, im Gemeindehaus in Erwitte-Horn geplant. Die Treffen sollen jeweils an einem Mittwochabend stattfinden, die Abstände am 6. Juni verabredet werden.

Um Anmeldungen bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen beim Gesundheitsamt des Kreises Soest wird gebeten. Ansprechpartnerin ist Barbara Burges, Telefon 02921/302162, E-Mail barbara.burges@kreis-soest.de. Sie hält auch weitere Informationen bereit.

Kontaktdaten:
Kreis Soest
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressereferent
Wilhelm Müschenborn (V.i.S.d.P.)
Hoher Weg 1-3
D-59494 Soest
Telefon +49 (02921) 303200
Fax +49 (02921) 302603
E-Mail Pressestelle@Kreis-Soest.de
Internet www.kreis-soest.de



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Im EU-Vergleich Deutschland in Sachen Armut Spitzenreiter [ nennt man genial innovativ....]



Seit Hartz IV-Reformen immer mehr Armut

Im EU-Vergleich Deutschland in Sachen Armut Spitzenreiter

[via gegen-hartz.de]

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/seit-hartz-iv-reformen-immer-mehr-armut-900944.php


Rund 70 Prozent der Erwerbslosen in Deutschland müssen mit einem Einkommen unter der Armutsgrenze leben. Auch Nicht-Arbeitslose sind laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung immer mehr von Armut gefährdet. Seit den Hartz-IV-Reformen ist in der Bundesrepublik die Armut der Menschen rasant gestiegen.

Die Armut bei Arbeitslosengeld I und Hartz IV-Beziehern hat in Deutschland in den letzten Jahren deutlich mehr zugenommen, als in allen anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Das resultieren Forscher des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung in Berlin. Die Experten haben die aktuellen Daten der EU-Statistikbehörde "Eurostat" ausgewertet. So wird im Vergleich das "einkommensabhängige Arbeitslosengeld in Deutschland nur relativ kurze Zeit gezahlt. Deshalb sind Arbeitslose in Deutschland stärker von Armut bedroht als in anderen europäischen Staaten, so die Autoren.

In der Bundesrepublik liegt das Einkommen von 70 Prozent der Menschen ohne Arbeit unterhalb der Armutsgrenze. Im EU-Durchschnitt beträgt die Quote dagegen lediglich 45 Prozent. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat. In Deutschland verläuft diese Schwelle bei 940 Euro im Monat für einen Alleinstehenden.

Sozialstaatsforscher Seils nennt drei Gründe für die hohe Armutsgefährdung in Deutschland: "Viele Menschen, die ihren Job verloren haben, können die Anspruchsvoraussetzungen für das einkommensbezogene Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht erfüllen. ALG I erhält zumeist nur, wer in den zwei Jahren zuvor mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Das schaffen vor allem Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen und mit unterbrochenen Erwerbskarrieren oft nicht. Sie sind also bereits bei Beginn der Arbeitslosigkeit von der Versicherungsleistung ausgeschlossen, so Seils.

Zudem fällt die Höhe des ALG I im internationalen Vergleich nicht übermäßig aus. Bei alleinstehenden Arbeitnehmern ersetzt das Arbeitslosengeld hierzulande nur etwa 60 Prozent des letzten Nettolohns. OECD-Daten zufolge sind es bei Arbeitnehmern mit niedrigem Arbeitseinkommen in Dänemark 83 Prozent, in der Schweiz 82 Prozent und in den Niederlanden 76 Prozent.

Den wichtigsten Grund sieht der Forscher aber in der vergleichsweise kurzen Anspruchsdauer auf ALG I. So erhält etwa ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgängig gearbeitet hat, nur maximal 52 Wochen Arbeitslosengeld. In den Niederlanden sind es hingegen 96 Wochen, in Frankreich oder Norwegen 104 und in Dänemark 208 Wochen. Die Folge ist, dass nur etwa ein Drittel aller Arbeitslosen in Deutschland ALG I erhält. Nach der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe im Jahre 2004 sind somit viele Arbeitslose auf ALG II angewiesen. Das reicht oftmals nicht, um das Haushaltseinkommen über der Armutsgrenze zu halten.

Die Wissenschaftler schlagen nunmehr vor, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeld Eins deutlich zu verlängern. In Länder wie Dänemark, der Niederlande oder Schweiz weisen die Daten daraufhin, dass sich hierdurch eine niedrige Arbeitslosigkeit sowie eine bessere Armutsprävention für Arbeitslose gleichzeitig bewerkstelligen lässt. (ag)



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#unsere #rechtsextrem #denkenden #Nachbarn, #Vorgesetzten, #Kita-Erzieher, #Polizisten, #Sachbearbeiter [auch im #SiliconSaxony #DD]

 

Kolumne
Liebe rechtsextreme Mitbürger!


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Ein Drittel der Bürger denkt, dass Ausländer hier nicht hergehören.

Das braucht die NPD gar nicht erst zu fordern.

 

[via Frankfurter Rundschau]

http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-liebe-rechtsextreme-mitbuerger-,1472602,11168002.html


Rechtsextremes Denken ist in unserer Bevölkerung offenbar unausrottbar vorhanden. Nicht die pathologisch Verrückten, die mit einer Waffe in der Hand mordend durch die Gegend ziehen, sind das Problem. Sondern unsere rechtsextrem denkenden Nachbarn, Zeitungsabonnenten, Vorgesetzten, Personalchefs, Eltern, Lehrer, Kita-Erzieher, Polizisten, Sachbearbeiter auf der Behörde und so fort. Rechtsextreme sind keine zoologische Besonderheit, keine Naturgewalt aus Zwickau.

Ein Drittel der Befragten einer großen Studie der Friedrich-Ebert Stiftung vom letzten Jahr stimmte diesem Satz zu: "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet". Genauso viele meinen, dass "Ausländer kommen, um den Sozialstaat auszunutzen", und dass bei knappen Arbeitsplätzen "Ausländer wieder in ihre Heimat" geschickt werden sollten. Das ist nicht NPD-Gedankengut. Die NPD nutzt die vorhandenen Einstellungen.

Wenn das jeder Dritte denkt, wäre das jeder dritte Kollege, der mir auf dem Gang begegnet, jeder dritte Parlamentarier, jeder dritte Arzt. Bestätigt wird die Studie durch eine andere, die "antidemokratische Mentalitäten in Europa" untersucht und zu ähnlichen Ergebnissen kommt. Nie gibt es eine Studie über die Deutschen, die besagt, dass wir kein Rassismus Problem haben. Innenminister Friedrich beschimpfte das Ergebnis einer Untersuchung über Rechtsextremismus in Bayern als Frechheit und Denunziation seiner Landsleute.

In Wikipedia habe ich mir die Liste der "Persönlichkeiten aus Hof" angesehen. Wilhelm Grimm (1889-1944), NSDAP-Reichstagsabgeordneter. Karl Fritsch (1901-1944), NSDAP-Politiker, Innenminister des Freistaates Sachsen. Klaus Beier (* 1966), NPD Politiker. Das steht da vollkommen selbstverständlich. Wer hat es geschrieben? Wer hat es nicht gelöscht? Warum gibt es keine Liste bedeutender "Nazis in Hof"? Das alles betrifft auch die Wikipediaseiten der Berliner oder Frankfurter Persönlichkeiten.

Mittwoch in der Süddeutschen Zeitung: "Ein offenbar geistig verwirrter Mann, der eine Hakenkreuz-Binde am Arm trug, hat am Dienstag in Rheda-Wiedenbrück auf das Schaufenster eines türkischen Lebensmittelgeschäfts geschossen." 17 Zeilen, letzte Seite, afp-Meldung – wer ist hier geistig verwirrt? Wir haben auch ein Öffentlichkeits- und Medienproblem.

Wir werden nicht darum herumkommen, uns die Frage zu stellen, wie gehen wir als Journalisten und Kolumnisten mit so etwas um? Wieso hören wir seit sieben Tagen keine einzige Stimme aus den Opferfamilien? Wieso sind die Mitarbeiter in Sicherheitsbehörden, Medien und Politik so wenig multi-ethnisch?

Der öffentliche Druck auf diese Themen wäre in den letzten 20 Jahren anders ausgeübt worden. Noch sind keine hochrangigen Politiker in Demut und Scham vor die Opferfamilien getreten und haben um Verzeihung gebeten. Noch haben Journalisten sich für ihre vorurteilsvolle und diskriminierende Berichterstattung über Belange der migrantischen Bevölkerung über Jahre hinweg nicht entschuldigt. Noch gab es keine aufrichtigen Rücktritte. Weil man immer noch eine Differenz zwischen organisierten Rechtsextremen und "normal rassistisch" denkender Bevölkerung sieht. Das ist eines unserer grundsätzlichen deutschen Probleme. Der eigentliche Skandal.

Ihre Mely Kiyak



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--->>> Mehr Woorking Poor in Deutschland [ die #geniale #deutsche #Innovation eben]


Mehr Woorking Poor in Deutschland
 
[via Nachdenkseiten]
 
http://www.nachdenkseiten.de/?p=13360#h10
 

Armut bei Erwerbstätigen und Arbeitslosen hat sich in Deutschland zwischen der Einführung der Hartz-Reformen und dem Jahr 2009 stärker ausgebreitet als in allen anderen EU-Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung auf Basis der neuesten derzeit verfügbaren Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat.

Seit 2004 sind die Beschäftigtenzahlen in Deutschland kräftig gewachsen, die Arbeitslosigkeit hat deutlich abgenommen. Doch die positive Entwicklung hat eine Schattenseite, sagt WSI-Forscher Dr. Eric Seils: "Analysiert man die soziale Lage der Erwerbsbevölkerung, dann zeigt sich, dass die deutschen Beschäftigungserfolge mit einem hohen sozialen Preis verbunden waren."

Der Sozialwissenschaftler hat die EU-weite Erhebung von Armutsdaten ausgewertet, die aktuell bis zum Einkommensjahr 2009 vorliegen. 2009 waren laut Eurostat in Deutschland 7,1 Prozent der Erwerbstätigen von Arbeitsarmut betroffen. Das heißt, ihnen standen weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens zur Verfügung – das ist die gängige wissenschaftliche Armutsgrenze. In Deutschland liegt diese Schwelle für einen Alleinstehenden bei 940 Euro im Monat.

Im Vergleich zu 2004 ist der Anteil der "Working Poor" um 2,2 Prozentpunkte gestiegen. Damit nahm die Arbeitsarmut in Deutschland, ebenso wie in Spanien, deutlich stärker zu als in allen anderen EU-Staaten. Im Durchschnitt der Gemeinschaft wuchs die Armutsquote unter Erwerbstätigen nach Eurostat nur um 0,2 Prozentpunkte. Der überdurchschnittliche Anstieg führte dazu, dass Deutschland mittlerweile bei der Arbeitsarmut im europäischen Mittelfeld liegt. Zuvor war das Problem in der Bundesrepublik vergleichsweise selten.

Noch weitaus drastischer stieg seit 2004 die Armutsquote unter Arbeitslosen – um 29 Prozentpunkte. Im EU-Durchschnitt waren es nur 5 Prozentpunkte. 2009 hatten 70 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland nur ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze – 25 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der 27 EU-Staaten.
Parallel zur Ausbreitung der Arbeitsarmut in Deutschland nahm auch die atypische Beschäftigung kräftig zu, so Seils.
Quelle:
Böckler Impuls 9/2012  http://www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=39828&chunk=1

Dazu: Erwerbsfähige Leistungsberechtigte (Arbeitslosengeld II-Empfänger/innen)

Im Dezember 2011 lebten in der Bundesrepublik Deutschland 4,427 Millionen erwerbsfähige Leistungsberechtigte…in sog. SGB II-Bedarfsgemeinschaften.
Dies waren 274.000 weniger als ein Jahr zuvor und 884.000 weniger als Ende 2006. Die wesentlichen Gründe für diesen Rückgang, ohne Wertung: mehr Erwerbstätige, weniger Frauen und Männer im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, gesetzliche Änderungen (u.a. Kinderzuschlag, Anrechnung von Elterngeld). Gleichzeitig dürfte die Zahl der erwerbsfähigen Frauen und Männer deutlich gestiegen sein, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben, aber trotz Erwerbstätigkeit in finanziellen Verhältnissen leben, die, wenn überhaupt, nur geringfügig über dem Hartz IV-Niveau liegen.


Dies jedenfalls legen die Ergebnisse der vor einigen Tagen veröffentlichten

DIW-Untersuchung des wachsenden Niedriglohnsektors nahe [PDF - 602 KB].

http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.400058.de/12-21.pdf


Der Anteil der Frauen und Männer im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen waren, …betrug im Dezember 2011 in der Bundesrepublik Deutschland 8,2 Prozent.


Quelle:

Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V. (BIAJ) [PDF - 186 KB]

http://biaj.de/images/stories/2012-05-24_alg2-122011rev.pdf



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Grundrechte-Report 2012 -->> Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland [via Nachdenkseiten]


Grundrechte-Report 2012

[via Nachdenkseiten]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=13360#h16
 

  • Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland.

Ein Schwerpunkt des aktuellen Berichts ist die Freiheit im Netz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Berichtet wird auch über viele andere Eingriffe in Grundrechte:

  • Abschiebungen in syrische Foltergefängnisse
  • Terrrorismusbekämpfungsgesetze
  • Sitzblockaden und Versammlungsfreiheit
  • Eingeschränktes Adoptionsrecht für Lebenspartner

Herausgeber: T. Müller-Heidelberg, E. Steven, M. Pelzer, M. Heiming, H. Fechner, R. Gössner, U. Engelfried und M. Küster.
Preis € 10,99; 234 Seiten; ISBN 978-3-596-19422-3
Fischer Taschenbuch Verlag; Juni 2012
Quelle 1:

Grundrechtekomitee  http://www.grundrechtekomitee.de/node/505
Quelle 2: Gesundheit als Industrieprodukt? – Zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte [PDF - 111 KB]

http://www.labournet.de/diskussion/grundrechte/komm/gesundkarte_es.pdf


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#Erziehung #im #Kapitalismus - der #tägliche #Kampf #um #freiwillige #Fügsamkeit

   


Erziehung im Kapitalismus - der tägliche Kampf um freiwillige Fügsamkeit

 

Veranstaltung vom 15.01.2009 in Nürnberg
 
Referent: Dr. Rolf Röhrig (GegenStandpunkt-Verlag)
 
[via argudiss.de]
 
 
Teil 1. Bürgerliche Erziehung - was ist das?


Teil 2. Das Wollen & die kindliche Begierde


Teil 3. Das Wissen & die kindliche Neugier


Teil 4. Das Interesse & das jugendliche Aufbegehren


Teil 5. Die Schule: erste Erfahrungen mit der realen Konkurrenz -
Leistungen der Erziehung, wirkliche wie erhoffte -
Kann man mit Erziehung die Gesellschaft verändern?


Teil 6. Diskussion
 
 

Literaturhinweise:

Freerk Huisken:
Erziehung im Kapitalismus

Von den Grundlügen der Pädagogik und dem unbestreitbaren Nutzen der bürgerlichen Lehranstalten
Studienausgabe der Kritik der Erziehung, Band 1 und 2
 

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--->>> #Bequem #leben #auch #solche, #die #rechtsextrem #denken #und #links #leben. Kolumne Lieber deutscher Nazi!

 

Kolumne
Lieber deutscher Nazi!


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Kein Kopf ist gerollt, keine Republik erschüttert, kein Minister trägt für rechte Gewalt Verantwortung.

Als Nazi, als Menschenhasser oder Minderheitenbespucker lebt man in diesem Land wie Gott in Frankreich!

[via Frankfurter Rundschau]

 

http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-lieber-deutscher-nazi-,1472602,11445174.html

 


Deutscher Neonazi sein – das wär"s! Gibt es etwas Herrlicheres? Zwei Monate ist es her, dass das Serienkillerkommando NSU aufflog. Was folgte? Mit Neonazis zu sympathisieren, muss auch vortrefflich sein. Weil man relaxed zusehen kann, wie der Skandal konsequenzlos bleibt. Für jene, die mit Rechtsradikalen oder Nazis innerlich flirten oder einfach nur vom Moslemhass zerfressene Bildungsbürger sind, ist die Bundesrepublik seit ihrer Gründung eine einzige, Jahrzehnte andauernde Wellnesskur für rechten Geist und Gesinnung. Die besten Wahlkämpfe, die spannendsten Talkshows, die spektakulärsten Überschriften gelingen in diesem Land immer noch mit Menschenhass. Mit Hass auf Türken, auf Ausländer, Asylbewerber, Flüchtlinge.

Hey, Länder dieser Erde, schaut auf unsere Republik, würde ich als Nazibraut voller Stolz rufen! Formaljuristisch sind Rassenhass, Diskriminierung und jegliches antidemokratisches Handeln verboten. Rechtsradikale Skinheads, aber auch Krawattenträger in ordentlich gegründeten, staatlich finanzierten Neonazi-Parteien wurden stets durch sämtliche Minister geduldet. Ich habe noch keinen wegen so etwas ausflippen sehen.

Bequem leben auch solche, die rechtsextrem denken und links leben.

Karriereknick in Politik und Wirtschaft wegen Moslemhass und Ausländerfeindlichkeit?

Nicht bei uns! Hauptsache man ruft nicht "Heil Hitler" ins Parlament, oder "Türke verrecke". Darunter ist eigentlich alles möglich. In diesem Land ist es alltäglich geworden, dass Menschen, die nicht blond und blauäugig sind, angepöbelt und verprügelt werden. Manchem wird die mühsam errichtete Existenz mit Brandsätzen beschädigt oder vernichtet. Ich kenne keinen besorgten Bürgermeister.

Das Barbarische versteckt sich im Dulden. Wenn die Mehrheit etwas duldet, dann bedeutet es Zustimmung. Solange die zur Zielgruppe gehörenden Bürger nicht gleichmäßig stark in Politik, Wirtschaft und Medien vertreten sind, solange hinter den Opfern keine einzige ernstzunehmende, seriöse Organisation steht, solange das Ausland dieses Land für seinen tief verwurzelten Rassismus nicht geißelt (weil es selber auch nicht besser ist), solange lässt es sich als Nazi, als Menschenhasser, als Minderheitenbespucker, in diesem Land leben wie Gott in Frankreich!

Wenn man sich schlau anstellt, dazu gehört in Kreisen, wo sich Verfassungsschutz und Nazis treffen, nicht viel, kann man für sein Nazi-Sein sogar anständig bezahlt werden und so tun, als würde man petzen, oder ach was, man kann petzen, und es bleibt alles beim Alten.

Welch Paradies! Man kann sein Nazitum in aller Öffentlichkeit unter Polizeischutz demonstrieren, ist das nicht zum Kaputtlachen? Wäre ich ein Nazi, ich wüsste gar nicht wohin mit meiner Freude.

Kein Kopf ist gerollt, keine Republik erschüttert, nie übernahm ein Minister Verantwortung für Mordopfer von rechter Gewalt, keine Rücktritte. Kein Umdenken, kein Umschreiben der Schulbücher, keine Gesetzesänderung.

Die Umerziehung des deutschen Volkes, das sich wie zu besten Nazizeiten als genetisch homogenes Volk begreift und Angst vor seiner Abschaffung hat, ist misslungen. Köstlicher Zustand, dieses Nazi-Sein! Ein bisschen scheinheiliges Gedenkminüteln im Parlament, hin und wieder ein Kerzenmarsch, ansonsten, freies Land für freie Nazis.

Ihre Mely Kiyak



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