Dienstag, 5. Juni 2012

-->> die #unerbittliche #Schaffung #künstlicher #Bedürfnisse #in #einem #Bedarfsweckungsmarkt [Lesebefehl!!!]

 

Wo stehen wir?

von Wulf E. Bley - www.wulf-bley.de   
 
[via LInke Zeitung]
 
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=12142&Itemid=1
 

Den inneren und gegenwärtigen Zustand unserer Welt könnte man derzeit wie folgt zusammenfassen: "Der sittliche und moralische Verfall unserer kapitalistisch-dominierten Zivilisation ist nicht mehr aufzuhalten:

Das Geschäftsleben ist eine globale und zügellose Jagd der Übervorteilung und des Betrugs, - eine totale Überreizung der Produktionsgier einhergehend mit einer Übersättigung der Konsumenten in einer zunehmenden Wegwerfgesellschaft, einhergehend mit einer beängstigenden Zukunftsangst und einem daraus resultierenden Konsumentenstreik der durch die Politik verunsicherten Menschen.

Dagegen steht die unerbittliche Schaffung künstlicher Bedürfnisse in einem Bedarfsweckungsmarkt und eine die Zukunft nicht nur vernachlässigende, sondern äußerst gefährliche Sozialpolitik. 

Schuldenmacherei und Firmengründerei gehen einher mit einer ungeheuren Verschiebung des Volksvermögens zugunsten einiger weniger Kapitalisten und eine Kapitalvernichtung der Mittelschicht, arbeitenden Klasse, der Masse der Steuerzahler und Kleinanleger.

Arbeit und Kapital neutralisieren sich in Schein- und Schaukämpfen, die sich in öffentlichen Auftritten wie zwei feindliche Bestien einander anfletschen.

Unsere sogenannte soziale Marktwirtschaft wird in Wirklichkeit in höchst unsozialem und unerträglichem Maße von Politik und Lobbyismus beherrscht.

Der stumpfsinnigste, gemeinste Egoismus und eine zunehmende Seelenlosigkeit der genasführten Bevölkerung werden als Selbstverständlichkeit hingenommen und entschuldigt.

Die Religionen werden weitgehend in der Form des primitivsten Aber- oder Afterglaubens propagiert, verabsolutiert, sogar als Alibifunktion für Missbräuche und die Verletzung von Menschenrechten eingesetzt und befinden sich daher auf dem Rückzug. 

Die Philosophie und Vernunft vieler sich bemühender Wissenschaftler ist gegenüber der triumphierenden Dummheit und geistigen Armut weiter Bevölkerungsteile einschließlich der Regierenden Politiker und Parteien völlig ratlos und verlacht.

Die Naturwissenschaften und entsprechende Institute sind in zunehmendem Maße dienstwillige Handlangerinnen einer ungeheuerlichen Lebensmittel- und Waren- und Meinungsfälschung, sowie einer der Pharmaindustrie dienenden Gottesanmaßung unter dem Alibi von Fortschrittsforschung und -Entwicklung, sowie einer sündhaften Genmanipulation und Giftproduktion sowie - Entsorgung.

Es herrschen erschreckende Verluste des Rechts- Pflicht- und Ehrgefühls, sowie die Lockerung aller früheren, die Gesellschaft zusammenhaltenden ethischen Maxime.

Das redliche und ehrbare "Nach-der Decke-sich-strecken" oder Partnertreue wird als Torheit verlacht.

Der Luxuswahn und die Lebensgier einer kleinen Oberschicht entwickeln sich in zunehmendem und grenzenlosem Maße, während die Armut der breiten Bevölkerungsschichten in unerträglichem und gefährlichem Maße zunimmt.

Die Medienanstalten, Verlage und vor allem die Fernsehanstalten sind (als vierte, inzwischen etablierte Macht), nicht mehr zu überbietende Unterhaltungs- und Verblöderungsanstalten und beleidigen die elementarsten kulturellen Bedürfnisse, in gnadenloser Primitivität das Publikum verhöhnend.

Die Genusssucht ist unersättlich, - unsere Kinder werden von ihren Eltern im Zuge des immer härter werdenden Verdrängungswettbewerbes auf dem Arbeitsmarkt vernachlässigt und in grenzenlosem Egoismus sogar häufig als asozialer Ballast empfunden, mit der Folge eines beängstigenden Geburtenrückgangs.

Eine blinde und stümperhafte Bildungspolitik, die Zukunft unserer Nachkommen bewusst oder zumindest grob fahrlässig missachtend, sowie primitivste Wertvorstellungen und Brutalität vermittelnd, sorgt für zunehmenden sozialen Zündstoff, vor allem unter den Jugendlichen, denen in zunehmendem Maße eine positive Zukunftsperspektive fehlt.

Die Prostitution befindet sich in riesigem Vormarsch, ebenso Verbrechen, Drogen- oder Spielsucht.

Ebenso nimmt die Verrohung und der Fanatismus sowie eine europafeindliche Rückbesinnung auf nationale Interessen zu, und das in einer wachsenden Globalisierung paradoxerweise zunehmend.

Durch den Verlust des Gleichgewichts der Kräfte stehen wir ohnmächtig einem durch die amerikanische Regierung aufkommenden Machtbestätigungswahn mit ständig präsenter und einsatzbereiter Kriegsmaschinerie ohnmächtig gegenüber, verbunden mit der künstlichen Schaffung von weltweiten Krisenherden als (verschwiegene) Rechtfertigung für eine florierende Waffenindustrie und (in Wahrheit) der Sicherung von Rohstoffreserven.

Die Irrationalität und Verbrecherbrutalität (nicht nur von totalitären Regimen) wächst weltweit ins Grauenhafte, - der Parteienkampf aller rechtlichen und sittlichen Grundsätzlichkeit schaut ohnmächtig zu und ist zum elenden Persönlichkeitszank verkommen.

Unsere Umwelt wird in nachhaltiger und unwiederbringlichen Weise geschädigt, der Planet Erde steuert zunehmenden Klimakatastrophen entgegen und die Politiker schauen nicht nur zu, sondern billigen und fördern noch zusätzlich die unausweichliche Weltuntergangsgefahr durch Unterlassung.

Politische Ämter und Managerpositionen werden beeinflusst, oder genauer gesagt, durch Lobbyisten bestochen, und als Selbstbedienungsläden zur Existenzsicherung und Steigerung ihrer Gier sowie ihres Reichtums missbraucht.

Wo man auch hinschaut, die Führung (ob in Politik oder Wirtschaft) ist unfähig, kleinlich, armselig, rücksichtslos, - überall herrschen: gnadenloser Egoismus, unersättliche Gier, ungebrochenes Machtstreben, abgrundtiefe Verlogenheit, perfekt gestaltetes Scheinwesen, seelisch-geistige Verlumpung, weitverbreiteter Missmut und Unzufriedenheit sowie Unbehagen, unbesiegbare Korruption und Manipulation, und an allen Ecken und Enden der Größenwahn.

In summa: Es verbreitet sich unaufhaltsam eine Weltuntergangsstimmung durch menschliche Unzulänglichkeit und Unvernunft in allen Lebensbereichen und das: In höchster Potenz."




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[auch in #Dresden #gehegt und #gepflegt]--->>> Die #Propaganda #vom #Fachkräftemangel vertiefend!!!

   


Die Propaganda vom Fachkräftemangel

von Lars Niggemeyer

[Blätter für deutsche und internationale Politik]
 
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/mai/die-propaganda-vom-fachkraeftemangel
 

"Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit", erklärt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, und Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt fordert unentwegt "wirksame Maßnahmen" dagegen.

Das alles geschieht, obwohl ab dem 1. Mai die Freizügigkeit in arbeitsrechtlicher Hinsicht auch für Arbeitnehmer aus den acht osteuropäischen Staaten gilt, die 2004 der Europäischen Union beigetreten sind. Dann dürfen Bürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn in Deutschland uneingeschränkt arbeiten. Ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt also tatsächlich so dramatisch, wie Brüderle und Hundt behaupten? Keineswegs. Die Debatte zeigt vielmehr, wie interessengeleitet die Diagnose eines angeblichen Fachkräftemangels ist.

Zunächst einmal wird hier die Wirklichkeit radikal verkehrt. Denn die Klage über einen Fachkräftemangel lenkt davon ab, dass die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt weiterhin ausgesprochen schlecht ist. Nach wie vor herrscht Massenarbeitslosigkeit, 2010 waren offiziell 3,2 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Zu den registrierten Arbeitslosen kommen noch die Menschen hinzu, die sich wegen Aussichtslosigkeit nicht mehr bei den Arbeitsagenturen melden oder nicht mitgezählt werden, weil sie sich in Maßnahmen der Agentur befinden. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist also viel höher. Sie lag 2009 bei rund 5,37 Millionen fehlenden Arbeitsplätzen. Hinzu kommen weitere 2,04 Millionen unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte, die eine Vollzeitstelle suchen. Insgesamt sind damit rund 7,4 Millionen Personen in Deutschland von Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung betroffen.[1]

Seit 2000 ist außerdem die atypische Beschäftigung massiv gewachsen: Die Zahl der Leiharbeiter hat sich mehr als verdoppelt, Befristung und Mini-Jobs haben stark zugenommen. Zudem ist der Niedriglohnsektor erheblich angewachsen: 2008 arbeiteten 22 Prozent der Beschäftigten, 6,5 Millionen Menschen, zu Niedriglöhnen – zwei Millionen mehr als 1995. Die große Mehrheit ist dabei gut qualifiziert: 79,5 Prozent der Niedriglohnbeschäftigten haben eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen.[2]

Besonders schwierig gestaltet sich die Arbeitsmarktlage für die Angehörigen der Jahrgänge, die ins Arbeitsleben einsteigen bzw. aus diesem ausscheiden: Generell haben es Arbeitslose über 50 Jahre aufgrund ihrer angeblich geminderten Leistungsfähigkeit sehr schwer, überhaupt wieder eingestellt zu werden. Ab dem Alter von 55 nimmt die Erwerbsquote mit jedem Altersjahr rapide ab. Nur jeder zehnte 64jährige geht noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Spiegelbildlich verhält sich die Lage beim Einstieg in Arbeitsleben: Hier herrscht ein massiver Ausbildungsplatzmangel. Seit 15 Jahren liegt das Angebot an Ausbildungsplätzen regelmäßig unter dem Bedarf. Die Vereinbarungen zwischen Wirtschaft und Politik zur Behebung des Mangels blieben wirkungslos. Der Anteil der 20- bis 29jährigen ohne Berufsausbildung ist in den letzten Jahren auf nunmehr 17 Prozent gestiegen – ein enormes Potential zur Ausbildung von zukünftigen Fachkräften, das von den Unternehmen jedoch nicht genutzt wird – durchaus mit strategischem Hintersinn.

Über- oder Unterangebot der Ware Arbeitskraft?

Denn der Arbeitsmarkt unterliegt, wie jeder Markt, dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Bei vorhandenem Überangebot an Arbeitskräften drohen deshalb Lohnsenkungen. Die Existenz von Gewerkschaften und kollektiven Tarifverträgen ermöglicht es allerdings, auch in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit Lohnsenkungen zu verhindern. Allerdings wird es – je länger die Situation andauert – immer schwerer, Lohnerhöhungen durchzusetzen, die sich am Produktivitätsfortschritt orientieren und damit eine Teilhabe der Arbeitnehmer am wachsenden gesellschaftlichen Reichtum gewährleisten.

1980 war der Höhepunkt der Durchsetzungsmacht der bundesdeutschen Gewerkschaften. In diesem Jahr lag der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am gesamten Volkseinkommen bei 75,2 Prozent; im ersten Halbjahr 2010 betrug er nur noch 65,5 Prozent.[3] Mit der Lohnquote von 1980 wären den Arbeitnehmern im letzten Jahr rund 180 Mrd. Euro mehr zugeflossen. Die Unternehmen haben von der Massenarbeitslosigkeit also massiv profitiert: Sie können aus einer Vielzahl von Arbeitskräften zu günstigen Löhnen auswählen und auf diese Weise ihren Profit auf Kosten der Beschäftigten erhöhen.

Ganz anders stellt sich die Lage dar, wenn ein Unterangebot an Arbeitskräften vorherrscht. Dann können die Arbeitnehmer zwischen verschiedenen Arbeitsangeboten auswählen und auch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzten.[4]

Aktuell befinden wir uns in einer Situation, in der gesamtwirtschaftlich von einem Arbeitskräftemangel keine Rede sein kann: Das Verhältnis zwischen gemeldeten offenen Stellen und registrierten Arbeitslosen liegt bei 1 zu 8. Es herrscht also massiver Arbeits- und nicht Arbeitskräftemangel. Anders waren die Verhältnisse in der Vollbeschäftigungsperiode von 1960 bis 1973: Die Arbeitslosigkeit lag, mit Ausnahme der Krise 1968/69, jahresdurchschnittlich bei unter 300000 Personen. Gleichzeitig waren rund doppelt so viele offene Stellen gemeldet. Arbeitskraft war also knapp. Bemerkenswert ist, dass der damalige Arbeitskräftemangel mit einem durchschnittlichen realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund vier Prozent pro Jahr einherging. Arbeitskräftemangel ist also durchaus mit hohen Wachstumsraten vereinbar und kein gesamtgesellschaftliches Problem. Im Gegenteil: Aus Sicht der Lohnabhängigen ist Arbeitskräftemangel sogar ein wünschenswerter Zustand.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Es ist möglich, dass trotz Massenarbeitslosigkeit in bestimmten Berufen weniger Bewerber als offene Stellen vorhanden sind; das Angebot an Arbeitskräften ist nicht identisch mit dem Angebot gelernter Fachkräfte in bestimmten Berufen. Genaue Aussagen hierüber ermöglicht nur eine detaillierte Untersuchung der Arbeitsmarktlage für einzelne Berufsgruppen.

Karl Brenke vom Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat kürzlich eine solche Untersuchung für die naturwissenschaftlich-technischen und industriellen Berufe unter dem Titel: "Fachkräftemangel kurzfristig noch nicht in Sicht" veröffentlicht.[5] Hierbei handelt es sich um eine durch den Präsidenten des DIW, Klaus Zimmermann, "zensierte" Variante des ursprünglichen Artikels mit dem Titel: "Fachkräftemangel in Deutschland: eine Fata Morgana". Der Grund dieses Eingriffs: Zimmermann selbst tritt massiv für Arbeitszeitverlängerung (45-Stunden-Woche) und eine jährliche Zuwanderung von 500000 Personen ein und hat dies in der Vergangenheit immer wieder mit einem angeblichen Mangel an Fachkräften begründet.[6] Brenke weist nun (auch in der überarbeiteten Version) nach, dass hiervon keine Rede sein kann: "Bei fast allen Fachkräften ist die Zahl der Arbeitslosen höher als die Zahl der offenen Stellen." Lediglich für Vulkaniseure, Elektroinstallateure und Ärzte stellt sich die Lage anders dar. In den meisten Berufen liegt die Zahl der offenen Stellen unter dem Vorkrisenniveau; gleichzeitig sind mehr Fachkräfte arbeitslos als vor zwei Jahren. In den Ingenieursberufen rechnet Brenke in den nächsten Jahren sogar mit einer Fachkräfteschwemme, da es in den Fächern Maschinenbau und Verfahrenstechnik aktuell genauso viele Studenten wie sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gibt.

Die Folgen des demographischen Wandels

Gegenwärtig verlassen zudem mehr Hochschulabsolventen Deutschland, als aus anderen Ländern einwandern. Das heißt: Der Arbeitsmarkt ist für viele deutsche Hochschulabsolventen so schlecht, dass sie auswandern, um anderswo Arbeit zu finden. Insofern sprechen alle verfügbaren ökonomischen Indikatoren gegen einen allgemeinen Fachkräftemangel – mit Ausnahme ganz weniger Berufe.

In den kommenden Jahren wird die Bevölkerung der Bundesrepublik erheblich altern. Dies betrifft auch das Potential der verfügbaren Erwerbspersonen, da viele das Rentenalter erreichen und gleichzeitig weniger Menschen ins Erwerbsleben eintreten werden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert daher in einer aktuellen Studie einen Rückgang des Erwerbspersonenpotentials um 3,6 Millionen Menschen bis 2025.[7] Die Nachfrage nach Arbeit nimmt dabei laut Modellrechnung des IAB sogar leicht zu. Diese Annahme widerspricht allerdings der Tatsache, dass seit 1960 in Deutschland konjunkturzyklusübergreifend die Produktivität schneller als die Wirtschaftsleistung wächst. In der Folge sinkt bisher das insgesamt vorhandene Arbeitsvolumen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Aber selbst unter den Bedingungen einer Umkehr dieses Trends geht das IAB von rund 1,5 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2025 aus – ohne Berücksichtigung unfreiwilliger Teilzeitbeschäftigung. Ginge man von einer rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften aus, läge die Zahl der Arbeitslosen noch deutlich höher.

Von einem Mangel an Arbeitskräften kann in diesem Szenario also – trotz des demographischen Wandels – auch 2025 keine Rede sein. Denkbar ist zwar, dass langfristig Fachkräfteengpässe aufgrund nicht passgerechter Qualifikationen auftreten werden. Aber hier können die Unternehmen bereits heute durch die betriebliche Ausbildung und duale Studiengänge gegensteuern. Sie müssen nur die Zahl der angebotenen Plätze entsprechend erhöhen. Im Übrigen ist es Aufgabe der Bildungspolitik, dafür zu sorgen, dass alle Kinder und Jugendlichen eine umfassende frühkindliche Förderung und schulische Bildung erhalten, die allen eine Entfaltung ihrer Potentiale ermöglicht.

Die Diskussion über den angeblichen Fachkräftemangel ist also im Wesentlichen eine Phantomdebatte. Sie lenkt von den wirklichen Problemen der andauernden Massenarbeitslosigkeit, zunehmenden prekären Beschäftigung und wachsenden sozialen Ungleichheit ab. Dabei liegen die Interessen der Arbeitgeber offen auf dem Tisch: Sie wollen auch in Zukunft auf ein Überangebot an Arbeitskräften zurückgreifen können. Ihre Forderungen nach der Verlängerung von Lebens- und Wochenarbeitszeiten sowie einer massiven Ausweitung der Zuwanderung zielen darauf ab, das für sie sehr günstige Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt beizubehalten.

Dem gegenüber stehen die Interessen der Beschäftigten. Sie profitieren von einer Verknappung von Arbeitskraft bzw. von einer massiven Erhöhung der Nachfrage nach Arbeitskräften. Aus ihrer Sicht sollten deshalb ganz andere Themen im Mittelpunkt der Diskussion über die Zukunft von Arbeit und Gesellschaft stehen, nämlich die Umverteilung der Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung und der Ausbau der Beschäftigung im öffentlichen Dienstleistungssektor, bei Gesundheit, Pflege, Bildung und Erziehung.[8] Dann stünde auch nicht länger die Verfestigung der Arbeitslosigkeit auf der Tagesordnung, sondern endlich deren Überwindung.

 

 


[1] Vgl. AG Alternative Wirtschaftspolitik, Memorandum 2010, Tabellen A2 und A4. Die Gesamtsumme setzt sich so zusammen: registrierte Arbeitslose (BA) + verdeckte Arbeitslose (Sachverständigenrat) + stille Reserve (IAB).

[2] IAQ-Report 2010-06, Niedriglohnbeschäftigung 2008.

[3] WSI-Verteilungsbericht 2010, in: "WSI-Mitteilungen", 12/2010, S. 637.

[4] Ursula Engelen-Kefer u.a., Beschäftigungspolitik, Köln 31999, S. 29f.

[5] Vgl. "DIW-Wochenbericht", 46/2010, S. 2-16.

[6] Vgl. Yasmin El-Sharif, Forscherposse beim DIW. Was nicht passt, wird passend gemacht, in: "Spiegel Online", 18.11.2010.

[7] IAB-Kurzbericht, 12/2010. – Genaue Aussagen über den Arbeitsmarkt in 15 Jahren kann allerdings keine Prognose liefern, da hierbei immer bestimmte Annahmen zugrunde gelegt werden müssen, deren Eintreffen ungewiss ist (wie
etwa Ausmaß der Zuwanderung, Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, allgemeine wirtschaftliche Entwicklung).

[8] Vgl. Heinz-J. Bontrup, Lars Niggemeyer und Jörg Melz, Arbeit fairteilen, Hamburg 2007.

 

 (aus: »Blätter« 5/2011, Seite 19-22)




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--->>> In d. #Oberschicht #trinken mehr #Frauen #während der #Schwangerschaft #Alkohol #als in der #Unterschicht.

 

Gesundheit

Alkohol bei Schwangeren:

Öfter in der Oberschicht

 
[via Focus-Online]

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/gesundheit-alkohol-bei-schwangeren-oefter-in-der-oberschicht_aid_664305.html
 
 

In der Oberschicht trinken mehr Frauen während der Schwangerschaft Alkohol als in der Unterschicht.

"20 Prozent der Frauen aus der sozialen Oberschicht konsumieren in der Schwangerschaft gelegentlich Alkohol, aus der Unterschicht sind es dagegen 8,5 Prozent", sagte Michaela Goecke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln am Freitag zum Tag des alkoholgeschädigten Kindes (9. September).

Die Gründe dafür seien wissenschaftlich noch nicht untersucht. "Generell gibt es mehr Alkoholabstinente in der sozialen Unterschicht als in der Oberschicht", sagte die Leiterin des Referats Suchtprävention.

 

In der Oberschicht trinke man zum Beispiel eher mal ein Glas Wein zum Abendessen.

Die Neigung zum Alkoholkonsum während der Schwangerschaft nehme nicht nur mit höherem Bildungsabschluss zu, sondern auch mit höherem Alter.

 

"Schon geringe Mengen Alkohol können dauerhafte Schäden beim ungeborenen Kind hinterlassen", sagte Goecke. "Schwangere und Stillende sollten deshalb vollständig auf Alkohol verzichten."

dpa



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Ein Jahr schwarz-gelbe Energiewende - noch kein Grund zum Feiern [via dgb.de]


Ein Jahr schwarz-gelbe Energiewende – noch kein Grund zum Feiern

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat im letzten Jahr nach dem Reaktorunglück von Fukushima ihre energiepolitischen Fehler aus dem Jahr 2010 revidiert. Diese Grundsatzentscheidung war notwendig und wird vom DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften unterstützt. Ein Jahr nach dem Kabinettsbeschluss zeigt sich jedoch, dass es noch immer an einer Umsetzungsstrategie mangelt.

Anlässlich des einjährigen Kabinettsbeschlusses zur Energiewende der Bundesregierung erklärte Dietmar Hexel, DGB-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Berlin:

"Es gibt noch keinen Grund, die Energiewende zu feiern. Im Gegenteil: wir erleben gerade, dass sie stockt und stottert. Wir müssen die bestehenden Engpässe zügig überwinden. Das gilt für die Energienetze und Speicherkapazitäten ebenso wie für die Investitionen und den Fachkräftebedarf. Wir brauchen mehr Mut, Ideen, gemeinsame Umsetzung und Planungssicherheit. Das gilt für die administrative Steuerung genauso wie für die praktische Umsetzung von Investitionen. Eine wesentliche Maßnahme könnte die Gründung einer ´Deutsche Netz AG´ unter massiver staatlicher Beteiligung sein. Sie soll die Hochspannungsnetze bündeln und ihren Ausbau sicherstellen.

Die Energiewende ist im Übrigen keine Erfindung dieser Bundesregierung. Sie begann vielmehr vor über 20 Jahren mit dem Stromeinspeisegesetz, das damals den Ausbau der Windenergie beflügelt hat. Daran knüpfte im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz an, das dem Ausbau der erneuerbaren Energien einen weltweit vorbildlichen Schub verschafft hat. Ohne diesen Vorlauf hätten die Kernkraftwerke jetzt nicht abgeschaltet werden können." 

 

 

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Deutscher Gewerkschaftsbund

 

PM 088

05.06.2012

www.dgb.de

 

 

Verantwortlich: Sigrid Wolff

Postfach 11 03 72, 10833 Berlin
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon 030-24060-211

Telefax 030-24060-324

 

 

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Montag, 4. Juni 2012

-->> Hyperaktiv! Kritik der #AufmerksamkeitsDefizitKultur jetzt zum Nachhören [via sr2-Kulturradio]


 

[Fragen an den Autor]

 
via sr2 und DRadioWissen
 

http://www.sr-online.de/sr2/1334/

Bild: Buchcover
Buchcover: Beck

Hyperaktiv!

Kritik der AufmerksamkeitsDefizitKultur

Sind fehlende Aufmerksamkeit und Hyperaktivität ein Problem von Kindern oder ein Kennzeichen unserer ganzen Gesellschaft?

Wenn beim Gehen oder Autofahren telefoniert wird, wenn Kinder erleben,

wie zwischen ihnen und den Eltern oft ein geheimnisvoller Bildschirm ist,

der offensichtlich größte Bedeutung hat, kann das ohne Folgen bleiben?

Passt sich das Gehirn nicht völlig richtig an, wenn es möglichst schnell hin und her schaltet?

Führt "zappen" nicht folgerichtig zum Zappeln?

Moderation: Jürgen Albers


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--->>> CineStar-Beschäftigte in Dortmund: Statt Tarifbindung Kündigung [via Nachdenkseiten]


CineStar-Beschäftigte in Dortmund: Statt Tarifbindung Kündigung

[via Nachdenkseiten]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=13420#h11
 


Die deutschen Cinestar-Ableger gehören zum australischen Konzern AHL. Ihm überweisen sie 30 Millionen Euro. Die Beschäftigten müssen sich Aufstockung vom Jobcenter holen, um im Winter die Wohnung warm zu bekommen.
Quelle:
Readers Edition http://www.readers-edition.de/2012/05/31/cinestar-beschaftigte-in-dortmund-statt-tarifbindung-kundigung/

Anmerkung MB:

Da muss eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter dort fast 1 1/2 Stunden arbeiten um eine Wochenendvorstellung im dortigen Kino bezahlen zu können. Die Preise betragen am Wochenende für Erwachsene € 8,00 in

Dortmund (http://www.cinestar.de/de/kino/dortmund-cinestar/kinoinfos/preise/) bzw. € 8,90 bei uns in Frankfurt am Main. http://www.cinestar.de/de/kino/frankfurt-am-main-cinestar-metropolis/kinoinfos/preise/

Fast die Hälfte der Karteneinnahmen fließt an die Filmverleiher – erfuhr ich mal in einem Gespräch mit einem Brancheninsider. Sehr wenig wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gezahlt und beim Betrieb der Gebäude offensichtlich auch gespart wo es nur geht. Zum Beispiel war das Frankfurter Cinestar-Metropolis im Februar und März mehrere Wochen

geschlossen, da die Aufsichtsbehörden erhebliche Mängel bei Brandschutz und Hygiene festgestellt hatten und Kinogäste sogar vereinzelt von Mäusen in den Kinos berichteten. Schon letztes Jahr gingen während eines Filmfestivals an einem Samstag im August die Brandschutztüren herunter, ein Mitarbeiter am Einlass sagte "Nicht schon wieder", 3000 Kinogäste wurden ins Freie gejagt und die Feuerwehr kam.


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--->>>> Staatsknete für Privatunis [via Nachdenkseiten]


Staatsknete für Privatunis

[via Nachdenkseiten]

 
http://www.nachdenkseiten.de/?p=13420#h14
 


Der Wissenschaftsrat hat mit einer mehrseitigen Bestandsaufnahme entschieden, dass nichtstaatliche Hochschulen an öffentlichen Förderprogrammen teilnehmen sollen. Dadurch können sie auch auf staatliche Unterstützung hoffen. Damit vollzieht der Wissenschaftsrat eine Hundertachtziggradwende, denn bislang galten die privaten Unis lediglich als "Ergänzung" zu den staatlichen.

Nun gelten sie als "fester Bestandteil" des deutschen Wissenschaftssystems und sollen deshalb künftig an öffentlich geförderten Programmen und Wettbewerben teilnehmen dürfen. Private Hochschulen, so das Ergebnis der Untersuchung, würden innovative Studienformate anbieten und gerade Berufstätigen und Menschen ohne Abitur zum weiteren Bildungserfolg verhelfen. Zudem liege die Abbrecherquote bei nur 7, 8 Prozent – an den staatlichen Unis seien das 21 Prozent der Studierenden. Das liege auch daran, dass das Betreuungsverhältnis an den privaten Hochschulen besser sei.

Der Verband der Privaten Hochschulen begrüßt die Entscheidung. "Damit erkennt der Wissenschaftsrat endlich die bildungspolitischen Realitäten in Deutschland an", sagte der Vorsitzende Klaus Hekking der Financial Times Deutschland. Aber es regt sich auch Protest. Einige Bundesländer, unter anderem Mecklenburg-Vorpommern, mussten in den vergangenen Jahren im Bildungssektor herbe Kürzungen vornehmen.

Und jetzt sollen private Bildungseinrichtungen zusätzlich Geld bekommen? Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb (SPD) sagt der taz, nach derzeitiger Lage ginge das nur, "wenn man den staatlichen Hochschulen etwas wegnähme. Das kommt für mich nicht in Frage."
Quelle 1:
taz
Quelle 2:
taz – Christian Füller, Last sie zeigen, was sie können http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2012%2F05%2F30%2Fa0111&cHash=6cb3bed779

Anmerkung WL: Christian Füller war schon als Leiter des Bildungsressorts bei der taz bis 2009 ein überzeugter Anhänger der privaten Schulen und Hochschulen, er entwickelte auch ein sog
"taz Studiengebührenmodell". Füller ist ein Verteidiger der Bertelsmann Stiftung "die über so ziemlich jede Form von Gemeinnützigkeit" nachdenke. http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2002/04/27/a0074

Quelle 3:
Wissenschaftsrat Pressemitteilungen und Downloads  http://www.wissenschaftsrat.de/index.php?id=432&L=

Anmerkung WL: Derzeit gibt es in Deutschland 108 private und 40 kirchliche Hochschulen. Von 2.217.294 Studierenden im WS 2010/2011 studieren 108.728 an privaten und 25.309 an kirchlichen Hochschulen. Davon an privaten Hochschulen 72.420 die (billigen "Buchfächer") Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. An 50,0 % der Hochschulen sind maximal 500 Studierende, an 69,0 % maximal 1.000 und an 31,0 % mehr als 1.000 Studierende immatrikuliert. 48,3 % der Hochschulen verfügen über maximal 10 Professuren; 20,7 % der Hochschulen verfügen über 11 bis 20 Professuren (Quelle:
wissenschaftsrat.de [PDF - 60 KB]).

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/hginfo_0812.pdf?PHPSESSID=ccba83fdf8b786c8a72b697807ae0672

Allein diese Zahlen belegen, wie klein diese privaten Hochschulen sind und wie wenig sie zum Bildungsauftrag im tertiären Bereich beitragen. Lässt man einmal die althergebrachten kirchlichen Hochschulen außer Betracht studieren gerade einmal 3,3% aller Studierenden an privaten Hochschulen. Dass der Wissenschaftsrat ein 182 Seiten umfassendes Gutachten zur öffentlichen Förderung auch privater Hochschulen erstellt, ist schon Beleg genug, dass diese hochrangige Beratungsinstitution auf den Weg der Private Publik Partnership eingeschwenkt ist.

Das zeigt sich unter anderem in dem Kapitel "Wirtschaftliche Rahmenbedingungen (S. 38 – 66). Statt sich um eine bessere Ausstattung der staatlichen Hochschulen zu kümmern, die den ganz überwiegenden Anteil der tertiären Bildung tragen, statt hier eine bessere Betreuungsrelation und die Sanierung von Gebäuden zu fordern, setzt sich dieses Gremium nun auch noch dafür ein, dass Mittel für die privaten Hochschulen abgezweigt werden. Angeblich um den Wettbewerb zu fördern. Das ist insofern schon absurd, als inzwischen selbst McKinsey & Company feststellt, dass durch die Hochschul-"Reformen" der letzten Jahre "bisherige Alleinstellungsmerkmale, die den privaten Hochschulen vermeintliche Wettbewerbsvorteile ermöglichten, … nun mit staatlichen Hochschulen geteilt"
werden.

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