Freitag, 2. April 2010
Zum Karfreitag - "Menschliche Maßstäbe sind höchst zweifelhaft (...)ob ein Mensch ansehen genießt"
Zehn Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz:"Ein klimapolitischer Hoffnungsschimmer"
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig,
Richard Harnisch, 01.04.2010 12:30 Zehn Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz: "Ein klimapolitischer
Hoffnungsschimmer" Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft.
Anlässlich des zehnten Geburtstages der Erfolgsgeschichte EEG erklärt
Dr. Bernd Hirschl, Leiter des Forschungsfeldes Nachhaltige
Energiewirtschaft und Klimaschutz am Institut für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW): "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Hoffnungsschimmer am
klimapolitischen Horizont, der sich angesichts scheiternder
internationaler Verhandlungen weiter verdüstert. Denn: Die Strahlkraft
des EEG reicht in alle Welt. Zahlreiche Länder haben erkannt, wie gut
das EEG-Prinzip des bevorzugten Netzzugangs und der gesicherten
Einspeisevergütung für erneuerbare Energien funktioniert und haben
eigene Gesetze nach dem deutschen Vorbild erlassen. Dies ist aus
globaler Klimaschutzperspektive die noch größere Errungenschaft des
EEG als der beispiellose Erneuerbaren-Boom in Deutschland. Das EEG als wichtigstes Pionier-Gesetz im Bereich der erneuerbaren
Energien stiftet in Deutschland einen hohen volkswirtschaftlichen
Nutzen - dies fällt in der gegenwärtigen Debatte, die teilweise
einseitig über die Kosten geführt wird, oft unter den Tisch. Das EEG
hat nicht nur allen in Zukunft benötigten Naturenergien Sonne, Wind,
Bioenergie und Geothermie zu einem nicht für möglich gehaltenen
Aufschwung verholfen, sondern ist gleichzeitig zu einem
unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden. Über 300.000 Arbeitsplätze
hat das EEG geschaffen und liefert die Basis für die großen
Exporterfolge deutscher Produzenten und Dienstleister. Es sorgt für
eine immense Klimaentlastung und trägt zur Senkung der Preise an der
Strombörse bei. Nach der Phase der erfolgreichen Markteinführung muss nun die Phase
der Anpassung des Gesamt-Systems an stetig steigende Anteile
erneuerbarer Energien erfolgen. Die große Aufgabe ist es, die anderen
Erzeugungskapazitäten und das Stromnetz daran anzupassen - und nicht
umgekehrt. Die Forderung nach einer 'Integration der Erneuerbaren in
den Wettbewerb' greift zu kurz, so lange es noch keinen wirklich
funktionierenden Wettbewerb auf dem Markt zur Stromerzeugung gibt.
Auch der vielfach geforderte Ausbau der Netze und Aufbau von
Speicherkapazitäten ist zu einseitig und berücksichtigt nicht die
großen Potenziale, die durch intelligentes und abgestimmtes
Erzeugungs-, Netz- und Lastmanagement erschlossen werden können. Hier
steht die Energiewirtschaft noch vor großen Aufgaben. Das EEG kann
auch hierbei weiterhin in den nächsten Jahren wichtige Impulse geben,
diesen Systemwechsel erfolgreich und nachdrücklich einzuleiten." ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung hat das Erneuerbare-
Energien-Gesetz seit dem Beginn seines Bestehens begleitet und mit der
Erstellung des Gutachtens zum ersten EEG-Erfahrungsbericht in der
Startphase geprägt. Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojektes "Global
Governance und Klimawandel" hat Dr. Bernd Hirschl die
Erfolgsgeschichte EEG unter die Lupe genommen und mit der
Buchpublikation "Erneuerbare Energien Politik" (2008) eine umfassende
Policy-Analyse mit Fokus auf den deutschen Strommarkt vorgelegt.
Aktuell forscht das IÖW in mehreren Studien zu erneuerbaren Energien
(Auswahl): - EE-Regionen: Sozialökologie der Selbstversorgung - FAIR FUELS? Zwischen Sackgasse und Energiewende: eine
sozial-ökologische Mehrebenenanalyse transnationaler
Biokraftstoffpolitik - Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien - Erneuerbare Energien-Potenziale in Berlin 2020 sowie langfristig -
Quantifizierung und Maßnahmengenerierung zur Erreichung ambitionierter
Ausbauziele - Dezentrale Mikro-Biogaserzeugung: Entwicklung übertragbarer Konzepte
zur nachhaltigen Erschließung biogener Rest- und Abfallstoffe für die
Mikro-Biogasproduktion in Gemeinden und Landkreisen Kontakt:
Dr. Bernd Hirschl
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, gemeinnützig
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Donnerstag, 1. April 2010
-->>> Der Mitbestimmung entzogen: Zahl der Unternehmen mit ausländischer Rechtsform wächst <<<---
Hans-Böckler-Stiftung, Rainer Jung, 30.03.2010 10:17
Der Mitbestimmung entzogen:
Von 17 auf 37: In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der in
Deutschland ansässigen Unternehmen stark gestiegen, die hierzulande
mindestens 500 Beschäftigte und eine rein ausländische Rechtsform
(etwa die einer amerikanischen Incorporated) oder eine Kombination mit
ausländischer Rechtsform (z.B. Ltd. & Co. KG) haben. Ihre
Beschäftigten müssen auf Mitbestimmungsrechte verzichten, die in
vergleichbaren Unternehmen mit rein deutscher Rechtsform
selbstverständlich sind. Diese Benachteiligung kann nur durch eine
Ergänzung der bestehenden Gesetze behoben werden, zeigt eine neue
Untersuchung von Juristen der Hans-Böckler-Stiftung.*
Die Fluglinie Air Berlin PLC & Co. KG zählt zu ihnen, die
Drogeriemarktkette Müller Ltd. & Co. KG, das Logistikunternehmen
Dachser GmbH (Österreich) & Co. KG oder der Druckkonzern Prinovis Ltd.
& Co. KG: Große Unternehmen in Deutschland, die eine Konstruktion mit
einer ausländischen Rechtsform nutzen und deshalb nicht von der
Mitbestimmung im Aufsichtsrat erfasst sind. Während in einer deutschen
AG oder GmbH mit mehr als 2.000 Mitarbeitern die Arbeitnehmer die
Hälfte der Aufsichtsräte stellen, haben sie in der ausländischen
Rechtsform keinen Anspruch auf Repräsentanz. Auch das
Drittelbeteiligungsgesetz für Unternehmen mit 500 bis 2.000
Beschäftigten greift nicht.
Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs eröffnet Unternehmen
die Möglichkeit, eine Rechtsform des europäischen Auslands zu führen.
Für US-Unternehmen regelt ein deutsch-amerikanischer
Freundschaftsvertrag aus den 50er-Jahren Entsprechendes. Die Gruppe
der Firmen, die das tun, ist klein, aber in den vergangenen Jahren
deutlich gewachsen. Im November 2009 gab es nach einer aktuellen
Erhebung im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung 37 in der Bundesrepublik
ansässige Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten, bei denen sich
beispielsweise eine britische Limited, eine niederländische B.V. oder
eine US-amerikanische Incorporated im Namen findet. Anfang 2006 waren
es hingegen erst 17.
Von den 37 haben 21 die Form einer Kommanditgesellschaft mit einem
ausländischen Komplementär. Die übrigen 16 sind Niederlassungen
ausländischer Unternehmen, beispielsweise die McDonald's Deutschland
Inc. Insgesamt 16 Unternehmen mit ausländischer Rechtsform
beschäftigten mehr als 2.000 Menschen in der Bundesrepblik (siehe auch
die Tabelle im Böckler Impuls 5/2010; Link unten).
Firmen, die eine ausländische Rechtsform führen, nennen als Grund oft
eine einfachere Koordination ihrer internationalen Aktivitäten.
Daneben häufen sich nach Analyse von Sebastian Sick,
Unternehmensrechtler in der Hans-Böckler-Stiftung, aber die Fälle, in
denen Unternehmen durch einen Wechsel der Rechtsform auch
Mitbestimmung vermeiden wollen. So war es nach eigener Aussage von
Unternehmenschef Joachim Hunold bei der Fluggesellschaft Air Berlin.
Die deutsche Tochter des schwedischen Textilhändlers H&M wechselte von
der GmbH in eine B.V. & Co. KG - gerade zu dem Zeitpunkt, als die
Betriebsräte einen mitbestimmten Aufsichtsrat durchsetzen wollten.
Ähnlich lief es auch bei der Modekette Esprit und bei der
Großspedition Kühne + Nagel.
Egal, welche Motive hinter der Wahl der Unternehmensform stehen: Für
die Beschäftigten bedeutet der rechtliche Sonderstatus weniger
Partizipationsrechte. "Diese Benachteiligung der Arbeitnehmer ist
nicht nachzuvollziehen", sagt Sick. "Es ist nicht gerecht, diese
namhaften Unternehmen hierzulande bei der Mitbestimmung anders zu
behandeln als entsprechende Unternehmen deutscher Rechtsform."
Die wissenschaftlichen Mitglieder der Regierungskommission zur
Modernisierung der deutschen Unternehmensmitbestimmung teilten diese
Analyse im Grundsatz. In ihrem Abschlussbericht von 2006 sahen die
Professoren um Kurt Biedenkopf wegen der bis dato geringen Fallzahl
zwar keinen akuten Handlungsbedarf. Sie empfahlen jedoch dem
Gesetzgeber, die Entwicklung zu beobachten und, falls nötig,
"Maßnahmen zur Aufrechterhaltung zur Funktionsfähigkeit der
Mitbestimmung zu treffen". Die Experten erklärten zudem, ein von den
Gewerkschaften gefordertes entsprechendes "Erstreckungsgesetz", sei
mit dem EU-Gemeinschaftsrecht vereinbar. Es würde Beschäftigten bei
der Unternehmensmitbestimmung gleiche Mitsprache unabhängig von der
Rechtsform sichern. Das bestätigen auch die Juraprofessoren Manfred
Weiss und Achim Seifert in einem Rechtsgutachten für die Hans-Böckler-
Stiftung.**
Im Vergleich zu knapp 700 nach dem Gesetz von 1976 mitbestimmten
Unternehmen und weiteren rund 1.500 Firmen mit Drittelbeteiligung sei
die Gruppe der Unternehmen mit ausländischer Rechtsform zwar nach wie
vor sehr überschaubar, sagt Böckler-Experte Sick. "Aber die rechtliche
Lücke ist an sich ein Problem, das mit jedem Fall, der dazukommt,
größer wird. Deshalb sollte die Politik mit einer gesetzlichen
Regelung nicht länger warten."
*Sebastian Sick: Mitbestimmungsrelevante Unternehmen mit
ausländischen/kombiniert ausländischen Rechtsformen, Januar 2010.
Download unter: <http://www.boeckler.de/pdf/mbf_2010_01_20_sick.pdf>
** Manfred Weiss, Achim Seifert: Der europarechtliche Rahmen für ein
Mitbestimmungserstreckungsgesetz, ZGR - Zeitschrift für Unternehmens-
und Gesellschaftsrecht, Juli 2009
Mehr Informationen und Infografiken zum Download im Böckler Impuls
5/2010: <http://www.boeckler.de/32014_103069.html>
Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung
Dr. Sebastian Sick
Abteilung Mitbestimmungsförderung
Tel.: 0211-7778-257
E-Mail: Sebastian-Sick@boeckler.de
Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
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Antje Vollmer "Manche kämpfen alte Schlachten" (Tagesspiegel)
Antje Vollmer
"Manche kämpfen alte Schlachten"
Also nur positive Wirkungen der Debatte?
Überhaupt nicht. Wie immer bei solchen Debatten von vulkanischer Kraft nutzen manche Teilnehmer die Gelegenheit und kämpfen noch einmal alte Schlachten. Das Ergebnis einer solchen Debatte ist nicht nur Aufklärung. Es entstehen auch Pharisäertum, Schuldverschiebung, Missbrauch von Missbrauchsdebatten und neue Inhumanitäten.
Was meinen Sie konkret?Hartmut von Hentig ist zu einem Sündenbock auserkoren worden, obwohl gegen ihn nichts vorliegt. Ein Journalist der "Süddeutschen Zeitung" hat ihn in eine Verhörsituation gebracht, aber ihm dabei nicht einmal die Grundrechte eines Angeklagten gewährt, zu denen bekanntlich die Assistenz eines Anwalts oder die Aussageverweigerung gehört, wenn es um Angehörige geht. Der Journalist bekam überhaupt nur deshalb Zugang zu dem 85-Jährigen, weil er als Verfechter der Reformpädagogik angekündigt war. Nun nutzte er die Nähe zu dem Doyen der Reformpädagogik aus, trinkt mit ihm einen Wein, lässt sich eine Hühnersuppe kochen und wird Zeuge seiner persönlichen Erschütterung. Hartmut von Hentig konnte doch gar nicht anders, als sein eigenes Lebenswerk und auch seine Loyalität zu seinem Freund zu verteidigen. Das Vertrauen Hentigs wurde ausgenutzt, um ihn zum Tontaubenschießen freizugeben. Das habe ich mit Entsetzen gelesen, das war journalistischer Missbrauch.Hartmut von Hentig hat den Journalisten empfangen das musste er nicht. Er hat seinen Lebensgefährten mit dem Argument verteidigt, wenn überhaupt etwas passiert sei, dann müsse dieser von Schülern verführt worden sein. Ist das wirklich ein akzeptables Argument zumal für einen Pädagogen?Dieses Gespräch war ohne jeden Zeugen. Der böse Satz, der dann wie ein Fallbeil durch den deutschen Blätterwald rauschte, ist nie autorisiert worden. Der Journalist wusste, dass Hentig danach keine Chance mehr hatte. Das ist inhuman.Frau Vollmer, Sie sagen, alte Kämpfe werden neu aufgelegt. Gegen wen geht es?Es geht fröhlich gegen die katholische Kirche, die man wegen ihrer ungeliebten Sexualmoral nun endlich mal vorführen kann. Die Wurzeln dafür liegen in den Debatten der 70er Jahre. Die katholische Kirche galt damals als Gegner der großen emanzipatorischen Bewegung, denken Sie an die Entkriminalisierung der Sexualität, die Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Das konservative Lager und seine Presse befeuern umgekehrt die beliebte Anti-68er-Debatte neu. Behauptet wird: Nun zeigt sich wieder einmal, dass der Bruch mit den alten Regeln, die Libertinage, die Gesellschaft zerstört, weil es dann angeblich gar keine Grenzen mehr gibt.
Stimmt es nicht, dass die 68er im Kampf gegen eine rigide Sexualmoral notwendige Grenzen überschritten haben? Manche Grüne wollten noch in den 80ern Sexualität mit Kindern entkriminalisieren.Die 68er selbst haben die Notwendigkeiten dieser Grenzen doch selbst längst zum Thema gemacht. Auf dem Wahlprogramm-Parteitag der nordrhein-westfälischen Grünen für die Landtagswahl stimmte 1985 in einem turbulenten Augenblick eine knappe Mehrheit dafür, gewaltfreie Sexualität mit Kindern nicht mehr unter Strafe zu stellen. Gemeinsam mit anderen Grünen-Politikerinnen habe ich dafür gekämpft, das sofort rückgängig zu machen damals galten wir damit als "spießige Mütter". Aber innerhalb weniger Wochen gab es einen Sonderparteitag und das Ding war vom Tisch. Ich frage mich: Die 70er Jahre waren eine der liberalsten Zeiten in einer funktionierenden Demokratie. Wieso war ein solch offener Umgang mit diesem Thema nicht möglich in einer Eliteschule, in die hochgebildete und gut vernetzte Eltern ihre Kinder schickten? Ich führe die heftige Reaktion heute auch darauf zurück, dass manche nun ein schlechtes Gewissen haben, weil sie damals nicht handelten. Das sind immer späte und billige Siege. Zur rechten Zeit hätte es mehr geholfen.Warum schaden gegenseitige Schuldzuweisungen?Alte Grabenkämpfe führen zur Bigotterie, nicht zur Selbsterkenntnis. In Wahrheit haben wir den Grund des Übels noch nicht angeschaut: Es gibt überhaupt keinen gesellschaftlichen Raum, der vor Missbrauch sicher ist. Ich fürchte vielmehr, dass es solche Übergriffe in jeder Schule, in jedem Gymnasium gegeben hat. Jeder Experte weiß darüber hinaus, dass Missbrauch am häufigsten innerhalb enger familiärer Beziehungen vorkommt. Das heißt, das Weggucken ist allgemein. Mich stört an dieser Debatte etwas: Die meisten Menschen haben doch in ihrem eigenen Leben die Früchte der Säkularisierung und der Libertinage gerne genossen. In dem Moment, wo Fehlentwicklungen beklagt werden, sucht und findet man einen Schuldigen, der nicht man selbst ist. Wenn eine Gesellschaft Liberalisierung will, kann sie nicht gleichzeitig nach alten Autoritäten zur Schuldentlastung rufen. Dann muss sich jeder Einzelne verantwortlich fühlen, neu die Grenzen zu definieren, die weiterhin gelten sollen.Wie unterscheiden sich die nun diskutierten Fälle vom Schicksal der Heimkinder, das Sie aufarbeiten?Die Opfer in den Kinderheimen hatten anders als etwa die in der Odenwaldschule oder dem Canisius-Kolleg wirklich keinen Fürsprecher. Es gab einen stillen Konsens einer gesamten Erwachsenengeneration, die sich selbst in der Nachkriegszeit traumatisiert fühlte, zu diesem Gewaltregime. Der autoritäre Zeitgeist war der Meinung, diese Kinder aus der Unterschicht müssten nicht als Individuen, sondern als "problematisches Kollektiv" durch strengste Zucht auf Linie gebracht werden. Übrigens bedrückt es mich, dass das große öffentliche Interesse erst in dem Moment einsetzt, wo es um das Schicksal von Elitekindern geht. Für das Schicksal der Unterschichtenkinder aus den Heimen haben sich nur wenige interessiert.Die Regierung hat einen Runden Tisch gegen Missbrauch eingerichtet. Sollten daran auch die Betroffenen teilnehmen?Ich bin zur ersten Sitzung Ende April eingeladen. Grundsätzlich finde ich es problematisch, dass der neue Runde Tisch in weniger als einem Jahr schon Lösungsvorschläge, und das ohne Betroffene, machen will. Da kann die neue Institution von unseren Vorarbeiten am Runden Tisch Heimerziehung profitieren. Nach meiner Erfahrung muss man sich Zeit lassen, wenn man im Konsens mit den Betroffenen einen Weg sucht. Im Gespräch ist bei uns ein "Fonds für Traumatisierte". Die Politik muss denjenigen helfen, die durch entsetzliche Erfahrungen in ihrer Kindheit für ihr ganzes Leben traumatisiert wurden. Wir müssen ihnen helfen, soweit das überhaupt möglich ist, ihre Traumata zu bearbeiten oder zu heilen. Ein solcher Fonds wäre auch ein Instrument zur Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs.
-->> Neue Groß-Untersuchung zeigt: Schokolade mindert Risiko von Herzerkrankungen <<--
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung
e.V., Christiane Limberg, 31.03.2010 09:29 Ostereier können die Gesundheit fördern. Neue Groß-Untersuchung zeigt:
Schokolade mindert Risiko von Herzerkrankungen Ostereier und insbesondere Schokolade mit hohem Kakaoanteil können, in
kleinen Mengen konsumiert, die Gesundheit fördern. Das ist das
Ergebnis einer Studie, die am 31. März 2010 im European Heart Journal,
einer Zeitschrift der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie,
veröffentlicht wurde. Sie belegt, dass ein kleines Stück Schokolade
pro Tag den Blutdruck senken und Herzerkrankungen vorbeugen kann. Deutsche Forscher untersuchten im Rahmen einer Studie 19.357
Testpersonen im Alter von 35 bis 65 Jahren über einen Zeitraum von
mindestens zehn Jahren. Dabei fanden sie heraus, dass Personen, die
mehr Schokolade aßen (durchschnittlich 7,5 Gramm pro Tag) einen
niedrigeren Blutdruck und ein um 39 Prozent geringeres Risiko von
Herzinfarkten und Schlaganfällen aufwiesen als Menschen, die
durchschnittlich nur 1,7 Gramm Schokolade pro Tag zu sich nahmen. Der
Mengenunterschied zwischen den beiden Testgruppen beträgt sechs Gramm
Schokolade - das entspricht weniger als einem Stück einer 100-Gramm-
Tafel.
"Bei den Menschen, die am meisten Schokolade zu sich nahmen, war das
Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen um 39 Prozent geringer als
bei den Menschen, die am wenigsten Schokolade aßen", sagt
Forschungsleiter Dr. Brian Buijsse vom Deutschen Institut für
Ernährungsforschung (DIFE), Potsdam-Rehbrücke. "Von den Personen, die
am wenigsten Schokolade zu sich nahmen, erlitten 219 pro 10.000 einen
Herzinfarkt oder Schlaganfall. Würde diese Testgruppe ihren
Schokoladenverbrauch um sechs Gramm pro Tag steigern, ließe sich die
Anzahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen über einen Zeitraum von
zirka zehn Jahren um 85 verringern. Überträgt man das um 39 Prozent
geringere Risiko auf die Gesamtheit der Bevölkerung, könnte die Zahl
der vermeidbaren Herzinfarkte und Schlaganfälle sogar noch höher sein,
da das absolute Risiko in der Gesamtheit der Bevölkerung größer ist." Flavanole im Kakao sorgen für positive Auswirkungen auf Blutdruck und
Herz-Gesundheit Obwohl es noch weiterer Untersuchungen bedarf, gehen die Forscher
davon aus, dass Flavanole im Kakao für die positiven Auswirkungen auf
den Blutdruck und die Gesundheit des Herzens sorgen. Dunkle Schokolade
ist daher aufgrund des höheren Kakaoanteils gesünder. "Wir glauben,
dass Flavanole im Kakao für eine höhere Bioverfügbarkeit von
Stickoxiden aus den Zellen an den Innenwänden der Blutgefäße, den
vaskulären Endothelzellen, verantwortlich sind", so Dr. Buijsse.
"Stickoxid ist ein Gas, das bei seiner Freisetzung die feinen
Muskelzellen der Blutgefäße erweitert und so den Blutdruck senken
kann. Außerdem beeinflusst es die Blutplättchen und schützt das
vaskuläre Endothel vor weißen Blutkörperchen."
Allerdings weist Dr. Buijsse darauf hin, dass der Verzehr von
Schokolade die Kalorienaufnahme nicht erhöhen sollte und kein Ersatz
für eine gesunde Ernährung ist: "Kleine Mengen von Schokolade können
helfen, Herzerkrankungen vorzubeugen. Jedoch nur, wenn sie andere
kalorienreiche Nahrung wie Snacks ersetzen und so das Körpergewicht
nicht beeinflussen." European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Die Testpersonen unterzogen sich im Rahmen der Potsdamer Teilstudie
der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition
(EPIC) zwischen 1994 und 1998 zahlreichen medizinischen
Voruntersuchungen, darunter Messung des Blutdrucks, der Größe und des
Gewichts. Zudem mussten sie Fragen zu ihrer Ernährung, ihrem
Lebensstil und ihrem Gesundheitszustand beantworten. Die Testpersonen
wurden gefragt, wie oft sie eine 50-Gramm-Tafel Schokolade aßen und ob
sie eine halbe, eine ganze, zwei oder drei Tafeln verzehrten. Bei
dieser Frage mussten die Studienteilnehmer nicht angeben, ob es sich
dabei um weiße, dunkle oder Milchschokolade handelte. 1.568 der
Befragten wurden hingegen aufgefordert, ihren Schokoladenverzehr in
einem Zeitraum von 24 Stunden darzulegen und dabei auch die
Schokoladensorte zu nennen. Dies ermöglichte eine Prognose der
Verteilung in der Gesamtgruppe. Von den 1.568 Befragten aßen 57
Prozent Milchschokolade, 24 Prozent dunkle und 2 Prozent weiße
Schokolade.
In Intervallen von zwei bis drei Jahren erhielten die
Studienteilnehmer bis Dezember 2006 regelmäßig Fragebögen, in denen
sie angaben, ob sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten
hatten. Diese Informationen wurden anschließend anhand der von Ärzten
und Krankenhäusern bereitgestellten Krankenakten überprüft.
Todesbescheinigungen der innerhalb des Studienzeitraums verstorbenen
Teilnehmer wurden herangezogen um festzustellen, ob Herzinfarkte und
Schlaganfälle die Todesursache waren.
Die Forscher teilten die Testpersonen abhängig von ihrem
Schokoladenkonsum in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit dem höchsten
Schokoladenkonsum (ca. 7,5 Gramm pro Tag) wies einen um 1 mm Hg
(systolischer Wert) und 0,9 mm Hg (diastolischer Wert) niedrigeren
Blutdruck auf als die Gruppe mit dem geringsten Schokoladenkonsum.
"Da Schokolade deutliche Auswirkungen auf den Blutdruck zu haben
schien, gingen wir von der Hypothese aus, dass der Verzehr von
Schokolade das Risiko von Herzinfarkten und insbesondere von
Schlaganfällen senken würde", erklärt Dr. Buijsse. Und genau das
belegt die Studie. In den acht Jahren der Studiendauer wurden 166
Herzinfarkte (24 mit Todesfolge) und 136 Schlaganfälle (12 mit
Todesfolge) verzeichnet. Bei der Testgruppe mit dem höchsten
Schokoladenkonsum war das Risiko von Herzinfarkten im Vergleich zur
Gruppe mit dem niedrigsten Schokoladenkonsum um 27 Prozent und das
Risiko von Schlaganfällen um 48 Prozent vermindert. Die Forscher
ermittelten, dass Schokoladenkonsum vor Beginn der Studie für zwölf
Prozent der Risikominderung verantwortlich war. Während der
Studiendauer sank das Risiko bei der Gruppe mit dem höchsten
Schokoladenkonsum im Vergleich zur Gruppe mit dem niedrigsten um
weitere 32 Prozent. Auf die Kalorien-Bilanz achten und Gewichtszunahme vermeiden "Angesichts der gesundheitsfördernden Wirkung von Kakao ist es
natürlich verlockend, sich der Versuchung der Schokolade hinzugeben",
so die Autoren der Studie. Allerdings müssen die Ergebnisse der
Untersuchung zunächst durch weitere Beobachtungs- und randomisierte
Studien bestätigt werden, bevor Schokolade als Teil eines
Ernährungsplans zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
eingesetzt wird."
Im Namen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European
Society of Cardiology - ESC) betont Frank Ruschitzka, Professor der
Kardiologie und Leiter der Abteilung für
Herzerkrankungen/Transplantation im UniversitätsSpital Zürich
(Schweiz): "Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass dunkle
Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent oxidativen
Stress reduziert und die Gefäß- und Blutplättchenfunktion verbessert.
Allerdings muss auch bedacht werden, dass 100 Gramm dunkler Schokolade
zirka 500 Kalorien enthalten. Daher sollten zur Vermeidung von
Gewichtszunahme entsprechend viele Kalorien von der Ernährung
abgezogen werden." Kontakt (nur für Medienanfragen):
Emma Mason: Tel.: +44 1376 563090
Mobiltelefon: +44 7711 296 986
E-Mail: wordmason@mac.com ESC Presse- und PR-Büro (für unabhängige Stellungnahmen):
Tel.: +33 4 92 94 86 27. Fax: +33 4 92 94 77 51. E-Mail:
press@escardio.org Die European Society of Cardiology (ESC) vertritt über 62.000
Kardiologen aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum. Ihre Zielsetzung
ist eine Senkung der Auswirkungen kardiovaskulärer Erkrankungen in
Europa. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und
Kreislaufforschung e.V. (DGK) ist eine wissenschaftlich medizinische
Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die
Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären
Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und
Fortbildung ihrer Mitglieder. Die DGK ist eines der
Gründungsmitglieder der European Society of Cardiology. Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse Sachgebiete:
Medizin Weitere Informationen finden Sie unter
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EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten für das Jahr 2009 - Dänemark 37,40 EUR je Arbeitssunde
EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten für das Jahr 2009
WIESBADEN Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bezahlten Arbeitgeber im Jahr 2009 in der deutschen Privatwirtschaft im Durchschnitt 30,90 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Im europäischen Vergleich lag das Arbeitskostenniveau in Deutschland damit nach Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden auf Rang acht. Dänemark wies mit 37,40 Euro die höchsten, Bulgarien mit 2,90 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleisteter Stunde auf.
Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im Jahr 2009 durchschnittlich 35,60 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien (38,50 Euro) und Dänemark (35,90 Euro) auf Rang drei in der Europäischen Union.
Die Branche mit den höchsten Arbeitskosten in Deutschland war im Jahr 2009 die Energieversorgung (50,30 Euro). Die niedrigsten Arbeitskosten zahlten die Arbeitgeber im Gastgewerbe mit 16,10 Euro.
Der durch die Wirtschaftskrise hervorgerufene Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden (Abbau von Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit) führte in Deutschland im Jahr 2009 zu einem starken Anstieg der Arbeitskosten je geleisteter Stunde. Innerhalb der Europäischen Union verzeichnete Deutschland in der Privatwirtschaft mit 4,1% die siebthöchste Wachstumsrate, im Verarbeitenden Gewerbe mit 5,1% die sechsthöchste Wachstumsrate (gemessen in Euro). In vielen Mitgliedstaaten, die nicht dem Euro-Währungsgebiet angehören, führten zum Teil massive Abwertungen der heimischen Währung gegenüber dem Euro zu deutlich niedrigeren oder auch negativen Veränderungsraten.
Arbeitskosten setzen sich aus den beiden Hauptbestandteilen Bruttolöhne und -gehälter sowie Lohnnebenkosten zusammen. Die Betrachtung des Verhältnisses der Lohnnebenkosten zu den Bruttolöhnen und -gehältern erlaubt einen Vergleich der Lohnnebenkosten unabhängig vom Lohnniveau der einzelnen Mitgliedstaaten. Im Jahr 2009 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland auf 100 Euro Bruttolohn und -gehalt 32 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und nahm mit Rang 13 innerhalb der Europäischen Union einen Mittelplatz ein. In Frankreich entfielen auf 100 Euro Lohn zusätzlich 50 Euro Lohnnebenkosten, in Malta waren es nur 9 Euro. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen sowie die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung.
Quelle und weitere Details: Statistisches Bundesamt Deutschland