Mittwoch, 21. August 2013

zur Vertiefung!! --->>> #neoliberale #Revolution #von #oben [via NACHDENKSEITEN] so tagesaktuell

 
 


 
 

Titel: Die Revolution von oben

 

 
[via Nachdenkseiten]
 
 

Markus Grill, stern, 17. Dezember 2003

Vor vier Jahren las Arbeitgeberpräsident Martin Kannegiesser eine Meinungsumfrage, die ihn ärgerte. Darin stand, dass die Bevölkerungsmehrheit Wirtschaftsbosse für egoistisch hält, für Leute, die "nur an ihre eigenen Interessen" denken und "kein Verständnis für die Sorgen der kleinen Leute" haben. Der Arbeitgeberpräsident raufte sich die verbliebenen Haare und fragte sich: Was tun? Kannegiesser hoffte damals, dass Kanzler Schröder endlich die von der Wirtschaft ersehnten Sozialreformen anpackt – und nun diese Umfrage! 67 Prozent der Befragten verbanden mit dem Wort Reform "Befürchtungen" oder "Skepsis". Beim Stichwort soziale Marktwirtschaft fiel den Leuten im Osten vor allem "Egoismus" und "Ausbeutung" ein. Kannegiessers Fazit: "Das, was die Bevölkerung will, und das, was die Führungskräfte in der Wirtschaft für notwendig hielten, klaffte himmelweit auseinander."

Was sollte der Boss der Metall-Arbeitgeber tun? Aufgeben? Alle Hoffnungen fahren lassen, dass Rot-Grün einen wirtschaftsfreundlichen Kurs einschlägt? Gar auswandern, seine Waschmaschinenfirma gleich mit nach Asien verlagern? Oder hier bleiben und sich ein anderes Volk suchen? Der milde lächelnde Kannegiesser entschied sich für Letzteres. Weil man 82 Millionen Menschen nicht einfach auswechseln kann, griff er zu einer List. Er wollte die Leute ein bisschen umerziehen. "Aufklären" nennt er das. Ihnen mit schlauen Parolen die Notwendigkeit von radikalen Reformen einhämmern, sie mit Plakaten, Anzeigen und TV-Spots überschütten, auf dass die Leute die Wünsche der Wirtschaft als ihre eigenen begreifen. Kannegiesser, 62, und die Bosse von Gesamtmetall waren sich rasch einig, dass man "viel Geld in die Hand nehmen" müsse, um eine PR-Maschine für ein wirtschaftsfreundliches Klima zum Laufen zu bringen. Kannegiessers Argument: "Wir als Metall- und Elektroindustrie sind wie keine andere in die Weltwirtschaft eingebunden. Wir sind also viel stärker darauf angewiesen, dass sich die Produktionsbedingungen für Unternehmen verbessern."

50 Millionen Euro machte Gesamtmetall locker und gründete damit im Jahr 2000 die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Das war der Auftakt. Seitdem folgen Reforminitiativen ohne Ende. Sie heißen Bügerkonvent, Klarheit in die Politik, Marke Deutschland, Deutschland packt's an oder, jüngstes Beispiel, Konvent für Deutschland, eine Initiative von Roland Berger, 66, und Hans-Olaf Henkel, 63, mit Roman Herzog, 69, als Galionsfigur. Es ist eine außerparlamentarische Opposition von oben. Angeführt von alten Männern wie dem Ex-Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer, 72, die lange Zeit für die Entwicklung der Republik verantwortlich waren. Die Old Boys wollen die Köpfe und Herzen der Bevölkerung verändern und sie zu Wirtschaftsreformen überreden. Dabei ist die Agenda 2010 für sie erst der Anfang eines viel weiter gehenden Abbaus staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. Ihr Einfluss geht mittlerweile so weit, dass von Sabine Christiansen bis Maybrit Illner keine Talkshow mehr ohne sie auskommt.

Die Finanziers der Propaganda bleiben dabei gern im Hintergrund. So wollte auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall bei der INSM nicht selbst die Reformbotschaften verkünden. Allzu leicht hätte man Einseitigkeit unterstellt. Deshalb wurde ein Kuratorium gegründet, in dem Edmund Stoiber, Oswald Metzger oder Tietmeyer vertreten sind. Das Kuratorium traf sich bis heute kein einziges Mal, aber das ist auch nicht so wichtig.

Wichtig ist dagegen, dass die Propagandamaschine auf Hochtouren läuft. Als Geschäftsführer fungieren der ehemalige Pressechef des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Dieter Rath, und der Ex-Wirtschaftsjournalist Tasso Enzweiler. Die beiden legten eine flächendeckende Anzeigenkampagne auf und warben mit Sprechblasen von Lothar Späth, Uli Hoeneß, Arnulf Baring oder Roland Berger. "Deutschland kann den Aufstieg schaffen", stand da. Oder: "Der Fehler liegt im System." Das war zwar ein bisschen allgemein gehalten, störte anfangs aber nicht. Es ging ja nur darum, das Meinungsklima zu ändern. Inzwischen habe die Initiative konkrete Vorschläge erarbeitet zur Gesundheits-, Renten- und Arbeitsmarktreform, sagt Kannegiesser. Was er wirklich will, hat er oft genug deutlich gemacht: Senkung der Lohnkosten, mehr Druck auf Arbeitslose.

Im kommenden Jahr läuft die bisherige Finanzierung der INSM aus, doch Kannegiesser hat sich in seinem Verband dafür stark gemacht, der Propagandatruppe weitere 50 Millionen Euro zukommen zu lassen. Außerdem steht der INSM noch ein warmer Geldregen aus München bevor. Dort residiert im noblen Vorort Grünwald Dieter Rickert, 63, Deutschlands bekanntester Headhunter. Für das "Manager Magazin" gehört er zu den 50 einflussreichsten Männern der deutschen Wirtschaft. Der passionierte Pfeifenraucher kassiert mindestens 100.000 Euro pro Vermittlung.

Rickert sieht die Lage in Deutschland ähnlich mies wie Kannegiesser. "Das Problem sind aber nicht die Politiker, die wissen nämlich, was man machen muss. Sie trauen sich nur nicht, weil sie Angst vor den Wählern haben, die keine Reformen wollen." Deshalb will auch Rickert die Bevölkerung "aufklären". "Die Wähler haben ja letztlich keine Ahnung, was in der Republik passiert, die benehmen sich wie ein Fanclub, nicht wie ein verständiges Wahlpublikum." Dabei sei klar, was passieren müsse: Arbeitskosten runter, mehr private Vorsorge, längere Arbeitszeiten, weniger Kündigungsschutz, weniger Arbeitslosenhilfe und so weiter. "Aber die Leute sehen das immer noch nicht ein." Deshalb müsse man es ihnen ganz simpel erklären. "Politische Botschaften so wie bei der 'Sendung mit der Maus'." Die Initiative, die Rickert Anfang 2004 gründen will, soll daher "Klarheit in die Politik" heißen.

Ursprünglich wollte der Headhunter dazu bei Unternehmen eine Milliarde Euro einsammeln. Dieser Batzen sollte in einer Stiftung geparkt werden und jährlich mit Zinsen und Spenden 100 Millionen Euro zur Finanzierung der Kampagnen abwerfen. Im Juli lud Rickert 500 Unternehmer zu einem Treffen in den Bayerischen Hof in München ein, 100 erschienen. Schnell war aber klar, dass nicht genug Geld zusammenkommt. Jetzt plant Rickert eine Ministiftung, die jährlich 100 Millionen Euro Spendengelder einsammeln soll.

Die Geschäftsführung will er der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft überlassen. Sie soll mit Werbeagenturen die "optimale Ansprache für den typischen 'Bild'-Leser austüfteln". "Lichtfiguren" sollen für Glaubwürdigkeit sorgen. "Meine Traumkombination wäre neben Tietmeyer der Kardinal Lehmann und Martin Walser." Vom Kardinal ist Rickert neuerdings ganz begeistert, seit er eine Rede Lehmanns vor der INSM gelesen hat. "Elektrisiert" hat ihn vor allem der Satz, dass "die sozialpolitische Unterstützung bei einem steigenden allgemeinen Wohlstand nicht wachsen kann, sondern eher zurückgenommen werden muss". Rickert klatscht in die Hände: "Genau! Bei uns ist es aber exakt umgekehrt gelaufen: Immer mehr Wohlstand und trotzdem immer höhere Sozialleistungen." Die Leute müssten einfach einsehen, dass wir uns das nicht mehr leisten können. Er hält es deshalb für sinnvoll, die Sozialhilfe für Arbeitsfähige zu kürzen oder die Zahl der Urlaubstage von 30 auf 21 zu verringern.

Was die Radikalität seiner Ansichten angeht, kann Rickert es mit einer weiteren Initiative aufnehmen, dem Bürgerkonvent von Meinhard Miegel, einem aus Talkshows bekannten Wirtschaftsprofessor. Miegel, 64, ist ein alter Hase im Politikbetrieb: 1977 gründete er zusammen mit Kurt Biedenkopf das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn, eine neoliberale Denkfabrik. Seit 20 Jahren weist der stets in feines Tuch gekleidete Professor darauf hin, dass die Deutschen immer älter werden und deshalb die Rente in ihrer heutigen Höhe nicht mehr finanzierbar ist: "Langfristig werden wir uns nur noch eine Rente auf Sozialhilfeniveau leisten können. Für den Rest muss man selbst vorsorgen." Setzen sich Miegels Ansichten durch, nutzt das vor allem den Versicherungskonzernen – nicht zufällig ist Miegel auch Berater des von dieser Branche unterhaltenen Instituts für Altersvorsorge.

Miegels Mission ist es, der Bevölkerung klar zu machen, dass "Deutschland vor einem Umbruch in Größenordnungen steht, die die meisten noch gar nicht realisiert haben". Es gehe "beinhart und alternativlos" darum, "dass das Versorgungsniveau aus den öffentlichen Kassen zurückgeführt werden muss". Nicht nur die Rente, auch die Pflegeversicherung und die Krankenversicherung fliege uns "bald um die Ohren". Miegel verkündet seine Botschaften am liebsten in Talkshows – und am allerliebsten in Talkshows, in denen keine Arbeitslosen oder andere Betroffene sitzen. Als Miegel erfuhr, dass solche Personen in der SWR-Talkshow "Nachtcafé" auftreten würden, sagte er einen Tag vor Aufzeichnung der Sendung ab und begründete das damit, dass man "diesen Personenkreis möglichst unter sich diskutieren lassen sollte".

Miegel leidet unter "der Uneinsichtigkeit der Bevölkerung": "Die Leute lehnen völlig Unvermeidliches als unzumutbar ab", ruft er. Deshalb will er überall lokale Bürgerkonvente gründen, die Druck auf örtliche Abgeordnete ausüben sollen, damit die Politiker nicht nachlassen im Reformeifer. In Stuttgart, München und Vellmar (Nordhessen) sind schon solche Konvente entstanden.

Für Headhunter Dieter Rickert sind diese lokalen Konvente ein Grauen, keine klare Linie sei da erkennbar. Rickert erzählt genüsslich, wie er vor kurzem zu einem Abendessen eingeladen war, bei dem 20 Akademiker zusammensaßen. "Einer brachte einen Packen Unterlagen des Bürgerkonvents mit. Da hab ich mich dumm gestellt und gefragt: 'Erklären Sie doch mal, was wollen Sie eigentlich?' Da sagte er: 'Ja, so geht's doch nicht weiter in der Politik.' Weil er nicht erklären konnte, was er genau wollte, nahm ich das Manifest des Bürgerkonvents und las es vor. Die Damen gähnten, die Herren hörten zu, am Ende fragte ich, was nun konkret passieren soll? Es herrschte heillose Verwirrung."

Auch bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft rümpft man über Miegels Bürgerkonvent die Nase. Tietmeyer und Kannegiesser stören sich daran, dass der Bonner Professor die Geldgeber des Konvents verschweigt, der allein für seine groß angelegte Werbekampagne rund sechs Millionen Euro ausgab. Nach stern-Recherchen steckt der Düsseldorfer Kaufmann und CDU-Großspender Udo van Meeteren, 77, als Finanzier hinter dem Bürgerkonvent. Van Meeteren behauptet aber, nicht der einzige Spender zu sein. Er habe den Bürgerkonvent nur mit 5.000 Euro unterstützt.

Rudolf Speth, Politikwissenschaftler in Berlin und Verfasser einer Studie über den Bürgerkonvent, kritisiert die "fehlende Transparenz" und "tendenziell undemokratische Struktur" von Miegels Truppe: "Bei einer Summe von sechs Millionen Euro ist es für die Öffentlichkeit wichtig, dass sie über die Herkunft und die damit verbundene Interessenlage informiert wird." Bemerkenswert findet Speth am Bürgerkonvent auch den "Widerspruch zwischen der Parteinähe der Protagonisten und der strikten Anti-Partei-Haltung in den Texten und öffentlichen Äußerungen." Miegel gehöre "zum Kern des zentralen Netzwerks der CDU".

Kürzlich traf sich erstmals ein weiterer Club von konservativ-liberalen Systemveränderern unter dem Namen Konvent für Deutschland. Vorzeigefigur ist der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, hinter dem Verein stecken der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel und der Unternehmensberater Roland Berger. Berger sitzt in seiner Zentrale in München und erläutert mit müder Stimme, "dass unser politisches System, wie jede Ordnung, die sich nicht anpasst, verkommen ist", und wir die "Entscheidungsprozesse effizienter gestalten müssen". Ihn stört vor allem, dass der Bundesrat mehr als die Hälfte aller Gesetze des Bundestags blockieren kann. "Maggie Thatcher hätte als Bundeskanzlerin in Deutschland keine ihrer Reformen durchgebracht."

Berger und Henkel wollen mit bekannten Namen für ihre Vorschläge werben. Neben Herzog haben sie die üblichen Verdächtigen ins Boot geholt: Lambsdorff, Metzger, Glotz und einige andere. Eine Anschubfinanzierung kam von der Deutschen Bank. Immer wieder werde man im nächsten Jahr mit Vorschlägen an die Presse gehen und so die "Reform der Reformfähigkeit" in Deutschland pushen.

Berger findet es klasse, dass überall nun radikal-liberale Konvente und Initiativen entstehen und die Reformbereitschaft der Bevölkerung anheizen. "Das zeigt doch auch, dass immer mehr Bürger mit den gegenwärtigen Verhältnissen unzufrieden sind." Bürger? Oder sind es eher Eliten, die da eine andere Republik propagieren? Berger kontert: "Die Tatsache, dass es Eliten sind, die Dinge in Bewegung bringen, ist doch nicht neu. Es gibt keine Revolution, die nicht von der Elite ausging. Auch Lenin war Elite."

Die wichtigsten Trommler für ein anderes Deutschland

Fünf Reforminitiativen hämmern der Bevölkerung mit millionenschweren Anzeigenkampagnen und prominenten Unterstützern ihre Botschaft ein: Reformen sind gut – Sozialabbau ist besser!

Bürgerkonvent
These: Meinhard Miegel (früher CDU-Bundesgeschäftstelle) will den Reformstau in Deutschland "aktiv überwinden" – durch TV-Spots, öffentliche Auftritte und lokale Konvente.
Unterstützer: Hans-Olaf Henkel, Roland Berger, Otto Graf Lambsdorff, Peter Glotz, Rupert Scholz.
Finanzierung: unklar, nach stern-Informationen u. a. durch Düsseldorfer CDU-Großspender.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (auch: Chancen für alle)
These: Soziale Marktwirtschaft ist durch zu viel Wohlfahrtsstaat überlastet, er muss gestutzt werden. Haben den "Reformer des Jahres" wählen lassen, schalten Anzeigen, platzieren Unterstützer in Talkshows.
Kuratorium: Hans Tietmeyer, Martin Kannegiesser (Gesamtmetall), Oswald Metzger, Randolf Rodenstock, Edmund Stoiber u. a.
Unterstützer: Arnulf Baring, Roland Berger, Peter Glotz, Arend Oetker, Lothar Späth, Florian Gerster, Michael Glos, Dagmar Schipanski u. a.
Finanzierung: 50 Millionen Euro von Gesamtmetall, weitere 50 Millionen Euro geplant.

Konvent für Deutschland
These: Das politische System hat sich überlebt, Bundestag und Bundesrat blockieren sich zu häufig. Deutschland braucht eine Neuordnung.
Konventskreis: Roman Herzog, Roland Berger, Hans-Olaf Henkel, Klaus v. Dohnanyi, Peter Glotz, Oswald Metzger, Otto Graf Lambsdorff, Rupert Scholz, Henning Voscherau u. a.
Finanzierung: Anschub von Deutscher Bank, weitere Finanziers gesucht.

Initiative Klarheit in die Politik (in Gründung)
These: Die Bevölkerung kennt die Vorzüge von Reformen nicht – sie muss aufgeklärt werden.
Gründer: Dieter Rickert, Headhunter.
Unterstützer: 20 Unternehmer und Privatpersonen – die Namen sind noch geheim.

Team-Arbeit für Deutschland
Ziel: Bürgerengagement gegen Arbeitslosigkeit stärken, indem man viele Mitstreiter ins Boot holt: Manager, Künstler, Journalisten. Geplant: bundesweite Aktionstage, Werbekampagnen.
Initiator: Wolfgang Clement.
Unterstützer: Florian Gerster, Peter Hartz, Gunter Thielen, Hubertus Schmoldt und 500 Unternehmen der "Initiative für Beschäftigung".
Finanzierung: 10 Millionen Euro pro Jahr aus Steuergeldern.

© stern, Markus Grill




Dienstag, 20. August 2013

In der Sphäre der Lebensstile bleibt auch Abwertung v. Homosexuellen oder Obdachlosen auf gesellschaftlichen Tagesordnung.

Gesellschaftlicher Vorrat an Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

 

• In der ökonomischen Sphäre scheint weiterhin eine Mentalität bei Besserverdienenden vorzuherrschen, die von der grundgesetzlichen Maxime, laut der Eigentum verpflichtet (etwa zur Verhinderung sozialer Desintegration), wenig wissen will und der sozialen Spaltung so Vorschub leistet. Zu den Kennzeichen des entsicherten Jahrzehnts gehören auch die Krisenstadien wie Finanz-, Wirtschafts-, Fiskal- und jetzt Schuldenkrise und ihre Wahrnehmungen und Verarbeitungen durch die Menschen.

• In der politischen Sphäre gibt es mit der Wahrnehmung einer Demokratieentleerung, also von Vertrauensverlusten und einem Gefühl der Machtlosigkeit, ernste Warnsignale, da die Anfälligkeit für rechtspopulistische Mobilisierungen auffällig ist.

• In der sozialen Sphäre haben die Ökonomisierung des Sozialen und die Statusunsicherheit mit den verschiedenen Desintegrationsängsten und -erfahrungen eine Kernrelevanz für die steigenden Abwertungen der als „nutzlos" und „ineffizient" deklarierten Gruppen, also von Hartz-IV-Empfängern und Langzeitarbeitslosen.

• In der religiösen Sphäre ist das friedliche und vom Ideal der Gleichwertigkeit geprägte Zusammenleben der Menschen unterschiedlichen Glaubens latent gefährdet. Immer weniger „urdeutsche" Menschen wollen in Gebieten mit vielen Muslimen leben. Auch die verschiedenen Varianten des Antisemitismus geben Grund zur Sorge, wie beispielweise der israelbezogene Antisemitismus.

• In der Sphäre der Lebensstile bleibt auch die Abwertung von Homosexuellen oder Obdachlosen auf der gesellschaftlichen Tagesordnung.

 

[Aus Politik und Zeitgeschichte - 18 / 19 - 2012 - Seite 25]

 




vertiefend -->> Die Bruchlinie teilt die Menschen in "Leistungserbringer_innen" und in "Minderleister_innen".

 
 

 
Untersuchungsbericht vorgelegt: Bürgerarbeit – Teil der großen Umverteilung?
 
[via harald-thome.de]

Wolfgang Richter und Irina Vellay zeigen auf der Basis ihrer empirischen Untersuchung der Bürgerarbeit in der Stadt Dortmund: "Das Feld der Programmbeschäftigung hat sich im Zuge der Untersuchung als hoch umkämpfte strategische Schlüsselauseinandersetzung für die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen und der sozialen Verfasstheit der Gesellschaft herauskristallisiert.
 
Die Bruchlinie teilt die Menschen in „Leistungserbringer/innen" und in „Minderleister/innen".
 
Damit wird ein weiter Rahmen aufgemacht, um das Problem der „Überflüssigkeit" gesellschaftlich zu bearbeiten.
 
Die Anstrengung gilt einer Optimierung der Belegschaften als aktivem Arbeitskräftepotenzial, in dem alle „Minderleister" ausgemerzt sind.
 
Erwerbstätige Leistungserbringer/ innen werden erwerbstätigen und arbeitslosen Minderleister/innen hierarchisch gegenübergestellt".
 
 


--->>> Stadt Hamburg betreibt eigene Zeitarbeitsfirma [via leakleiharbeit.de]

 
Stadt Hamburg betreibt eigne Zeitarbeitsfirma
 
[via leakleiharbeit.de]
 
 
 

Weitere Informationen folgen in kürze!

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auskunft des Senats zur SAGA GWG-Tochter BCH BüroConsult Hamburg Gesellschaft für Personaldienstleistungen mbH
75418229E6154BF0BF0107A0.pdf
PDF-Dokument [16.8 KB]
BCH_AG-Flyer_final.pdf
PDF-Dokument [357.4 KB]

Menschen die wegen... fehlender Arbeit aus dem Profitmaximierungsmaschine fallen haben eben keine Lobby ...


 

"Die Würde des Menschen ist in Deutschland vom Alter abhängig"

 
[via heise.de]
 
 
 

 

Claus Fussek über die inhumane Situation in den Altenheimen

 
n dem zusammen mit Gottlob Schober geschriebenen Buch Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte zieht Claus Fussek eine katastrophale Bilanz der deutschen Altenpflege. Telepolis sprach mit dem Pflege-Kritiker.
 

Herr Fussek, Sie vergleichen in ihrem Buch Pflege mit Folter. Inwiefern ist das gerechtfertigt?

Claus Fussek: Erst einmal: Wir vergleichen in unserem Buch nicht Pflege mit Folter, sondern schlechte Pflege mit Folter. Warum? Nehmen wir die Kriterien von amnesty international, bei denen man sich ja einig ist. In diesen steht: Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum fixiert sind und sich nicht frei bewegen können, dann ist dies grausam und entwürdigend, dann ist das Folter. Wenn Menschen Nachts nicht schlafen können, weil sie ständig Lärm ausgesetzt sind - und in vielen Pflegeheimen ist dies gang und gäbe - dann ist dies Folter. In Zwei- und Drei-Bett-Zimmern kann man oft nicht schlafen, weil jemand schreit und unruhig ist oder sogar tätlich wird, wie es in diesem Sommer in München passiert ist, als ein aggressiver Mitbewohner eine alte Frau erschlagen hat. Wir können uns doch vorstellen, dass dies eine menschenunwürdige Situation ist.

Wenn in einem totalitären Staat Menschen mit Medikamenten ruhiggestellt werden, würde man zu recht sagen, dass das Folter ist. Oder wenn ein Mensch tagelang nicht mehr aus dem Bett kommt, weil ihm dazu die nötigen Hilfsmittel nicht gereicht werden, was bedeutet dass er schwere Gelenkversteifungen bekommt und nie mehr laufen kann, dann ist dies wie gesagt grausam und Folter. Genau diesen "Fall" hat mir gerade eine Anruferin vor zehn Minuten geschildert. Eine Erklärung, warum wir diesen Begriff gewählt haben ist, weil die üblichen Begriffe wie "Pflegemangel" bislang nichts verändert haben und man deswegen die Situation so deutlich schildern muss wie sie ist.

"Dann werden wir über aktive Sterbehilfe reden müssen"

Wie stellt sich die Pflegesituation in Deutschland generell dar und wohin wird sie sich, wenn die Dinge so weitergehen wie bisher, entwickeln?

Claus Fussek: Wir brauchen gar nicht mehr in die Zukunft schauen, die Gegenwart ist schlimm genug. Die Situation, über die wir in unserem Buch geschrieben haben, ist ja nichts Neues. Wir haben seit Jahren einen gravierenden Pflegenotstand und deswegen die Situation, dass in der Nachtwache eine Pflegekraft für 30 bis 50 Menschen zuständig ist. Diese Probleme und Zustände sind seit vielen Jahren in der Öffentlichkeit bekannt und wenn wir alle gemeinsam dieses Thema nicht jetzt in den Griff bekommen, dann werden wir in Zukunft über aktive Sterbehilfe reden müssen. Wenn wir es in diesem reichen Land nicht schaffen, dass unsere alte Menschen genügend zu essen und trinken bekommen und ein würdevolles Lebensende bestreiten können, dann dürfen wir diese alten Menschen nicht am Sterben hindern.

Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Claus Fussek: Die Gründe sind vielschichtig. Natürlich wird dieses unangenehme Thema gerne kollektiv verdrängt und man reagiert erst dann, wenn jemand in der Familie oder aus dem Bekanntenkreis unmittelbar davon betroffen ist. Zweitens ist Pflege ein gigantisches Geschäft, ein riesiger Wachstumsmarkt, auf dem Milliardenbeträge verdient werden. Wenn man zum Beispiel auf einen Altenpflegekongress geht, hat man das Gefühl man wäre auf der CEBIT.

Wann hat diese verhängnisvolle Entwicklung angefangen?

Claus Fussek: Das war schon immer so. Wir haben als Gesellschaft ohne Protest die Güter Pflege und Gesundheit der freien Marktwirtschaft übergeben und nun herrschen dort die Gesetze des Marktes. Jeder kann es jeden Tag im Fernsehen sehen: Es werden in Krankenhäusern Operationen einzig und allein deswegen durchgeführt, weil man daran verdient. Das weiß jeder, keiner macht etwas dagegen und ich begreife es nicht, weil jeder von uns eines Tages in dem System landen wird. Trotzdem wird über den Bierpreis auf dem Oktoberfest leidenschaftlicher diskutiert als über dieses Thema.

Menschen die wegen Arbeitsunfähigkeit oder fehlender Arbeit aus dem Profitmaximierungsmaschine fallen haben eben keine Lobby ...

Claus Fussek: Die Lobby sind wir doch selber! Wir können diese Lobby schaffen. Für mich ist das Ganze schon einigermaßen paradox: Die Alten könnten ja eigentlich die Politik bestimmen. In allen Städten könnte man engagierte Seniorenbeiräte ins Leben rufen. Es gibt ja keinen Menschen, der für schlechte Pflege ist. Niemand will nach dem Minutentakt gepflegt werden. Kennen Sie jemand in Deutschland, der gegen eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte ist? Es liegt hier doch keinerlei Erkenntnisproblem vor. Genauso wie bei den Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen. Hier stellen wir fest: Würden wir diesen Berufsstand besser bezahlen, dann hätten wir mehr Erzieherinnen. Ja dann bezahlen wir sie halt besser! Die mächtigsten Arbeitgeber sind doch die Kirchen und die Wohlfahrtsverbände.

Wie reagieren denn die Parteien auf diese Situation?

Claus Fussek: Überhaupt nicht. Hier sind sich die Parteien im Nicht-Reagieren einig. Aber das kann ich mittlerweile schon fast nachvollziehen: Wenn aus der Gesellschaft kein Druck erzeugt wird, unternimmt die Regierung eben nichts, sondern belässt es bei ein paar kostengünstigen Appellen. Allerdings kann ich wirklich nicht verstehen, warum hier kein Druck aufgebaut wird. Es müssten sich ja nur alle Pflegekräfte, Hebammen, Ärzte, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Lehrer und Sozialarbeiter zusammenschließen, dann wären sie eine mächtigere Lobby als alle Fluglotsen und Lokomotivführer zusammen. Es wäre eigentlich einfach. Außerdem betrifft das Thema alle, hat also gar nichts mit Parteipolitik zu tun.

Welche Maßnahmen müssen denn ergriffen werden, um diese Situation wesentlich zu ändern?

Claus Fussek: Ich denke, die Leute können wie beim Hochwasser nicht warten bis die Politik reagiert, sondern sie müssen einfach handeln. Diese Sofortmaßnahmen wurden über facebook koordiniert. Warum kann man also nicht Trinkpartner für alte Menschen organisieren? In diesem Sommer gab es eine große Hitze. Die alten Leute müssen (wie wir auch) viel trinken, aber in den Pflegeheimen sind zwei Pfleger für dreißig Leute zuständig und können nicht alle mit Flüssigkeit versorgen. Also muss die Gemeinschaft es schaffen, dass engagierte Menschen in diese Pflegeheime reingehen und den Leuten zu trinken geben. Nebenbei kann man mit Ihnen spazierengehen, mit ihnen reden und sie nicht einfach im Stich lassen. Das wäre überhaupt das beste Frühwarnsystem.

"Oft werden hier auch alte Rechnungen beglichen"

Was können Angehörige tun, die sehen, dass es im Altenheim nicht rund läuft?

Claus Fussek: Was macht man denn, wenn man merkt, dass es im Kindergarten oder in der Schule nicht gut läuft? Man handelt. Eine ähnliche Situation gibt es auch in den Pflegeheimen. Wenn Ihre Mutter oder der Vater dement ist und zum Essen eine halbe Stunde braucht, dann können Sie Ihren Urlaub stornieren. Kein Pflegeheim und kein Krankenhaus kann das personell leisten. Das größte Problem ist dort oft die Einsamkeit. Viele Menschen kümmern sich nicht um ihre Angehörigen, viele aber können das auch gar nicht. Oft werden hier auch alte Rechnungen beglichen. Wir versuchen mit unserer Initiative Grundwerte in die Debatte zu bringen, die der Maßstab einer zivilisierten christlichen Gesellschaft sind. Und hier ist es die Frage der gesellschaftlichen Priorität: Eine Diskussion wie bei den Kinderkrippen bräuchten wir auch für die Pflege alter Menschen.

Es geht nämlich auch anders: Wir haben gut geführte Pflegeheime, kennen engagierte Heimleitungen, es gibt zufriedene Senioren und tolles Personal. Wir kennen Pflegeheime mit Null-Personalfluktuation und niedriger Krankheitsquote, wo man kritisch und ehrlich mit den Beschwerden umgeht. Und das Wichtige ist: Diese Pflegeheime sind um keinen Euro teurer und schreiben zum Teil schwarze Zahlen. Es gibt ein Kontrastprogramm in der Altenpflege, das nicht schärfer sein könnte. Es gibt Heime, da werden die Leute um 17.30 Uhr ins Bett gelegt. Vier Kilometer weiter gehen sie zu Bett wann sie wollen.

Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass es so viele schlechte Pflegeheime gibt?

Claus Fussek: Weil es Menschen gibt, die für diesen Beruf vollkommen ungeeignet sind. Unter vorgehaltener Hand wird mir erzählt, dass circa die Hälfte der Altenpflegekräfte mit diesem Beruf absolut nichts zu tun haben oder total ausgebrannt sind. Es gibt das Riesenproblem Mobbing und wie oft stinkt der Fisch vom Kopf her.

"Nah-Ethik und Fern-Ethik"

Müsste man nicht die ganze Gesellschaft ändern, um die Pflege zu verbessern?

Claus Fussek: Dies wäre ein Thema einer ethischen Diskussion, die möglicherweise vom Bundespräsidenten initiiert werden könnte. Wir hatten eine leidenschaftliche ethische Diskussion über das ungeborene Leben und wir brauchen eine ähnliche Debatte über das zuendegehende Leben. Es kann nicht sein, dass zum Beispiel ein Arzt in Vorträgen vermerken darf, dass Dekubitalgeschwüre und Oberschenkelhalsbrüche Wirtschaftsfaktoren der chirurgischen Abteilungen in den Kliniken sind, ohne dass ein Empörungssturm losbricht.

Inzwischen habe ich den Eindruck, dass wir in unserem Land eine Form von Nah-Ethik und Fern-Ethik haben: Je weiter eine Menschenrechtsverletzung entfernt ist, desto engagierter werden wir. Ich glaube, dass viele über die gesundheitliche Situation von Frau Timoschenko in der Ukraine besser Bescheid wissen, als über die Situation der eigenen Mutter im Pflegeheim um die Ecke. Die Würde des Menschen ist in Deutschland altersabhängig. Mich beschleicht oft das Gefühl, dass wir in einer Gesellschaft voll von Erben leben: Pflegeheime sind weitgehend rechtfreie Räume. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen schlimm zu Tode kommen, aber sich die Empörung darüber auch von staatlicher Seite in Grenzen hält.




--->>> Das Handwekr - Die neue Billigindustrie? [lesenswert!!!] (via leahleiharbeit.de)


 

Das Handwerk – Die neue Billigindustrie?

 

[via leakleiharbeit.de]

http://www.leakleiharbeit.de/news/das-handwerk-neue-billigindustrie/

 

 


Aufgrund der Tatsache, dass im Handwerk immer mehr Aufträge aus der Industrie durch Leiharbeiter abgearbeitet werden, stellt sich aktuell die Frage, ob Handwerks-betriebe von der Industrie als Mittel zur Lohnkostensenkung herangezogen werden?

 

Keine Branchenzuschläge für Leiharbeiter in Handwerksbetrieben

 

Fakt ist, dass kein einziger den aktuellen Branchentarifverträge in Handwerks-betrieben gilt. Auch wenn ein Handwerksbetrieb überwiegend oder sogar ausschließlich für die Industrie Produkte herstellt, bekommen Leiharbeiter in solchen Betrieben trotz höherer Arbeitszeit keine Branchenzuschläge und damit am Monatsende effektiv noch weniger Geld.

 

Seit Jahren verzeichnet das Handwerk steigende Quoten im Bereich der Leiharbeit. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im Dezember 2010 mindestens 91.312 Leiharbeiter in Handwerksbetrieben eingesetzt. Somit würden im Jahre 2013 mindestens diese 91.312 Leiharbeiter nicht in den Genuss von Branchenzuschlägen kommen. Dass die Zahl der Leiharbeiter in Handwerksbetrieben seit dem Jahre 2010 stetig gestiegen ist, versteht sich von selbst. Wie viele Leiharbeiter aktuell in Handwerksbetrieben tatsächlich eingesetzt sind, ist LeakLeiharbeit leider nicht bekannt. Fest steht, dass aber keiner der aktuell in Handwerksbetrieben eingesetzten Leiharbeiter einen Anspruch auf Branchenzuschläge hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Verstoß gegen Art. 12 Grundgesetz?

 

Die vielfach gelieferte Begründung, dass ein Leiharbeiter gemäß Tarifvertrag nicht mehr als ein Festangestellter Arbeitnehmer verdienen darf, dürfte nach Ansicht von LeakLeiharbeit gegen Art. 12 des Grundgesetz verstoßen.

 

Schließlich ist es so: Wenn Managergehälter wegen Art. 12 des Grundgesetz nicht begrenzt werden können, können auch die Löhne von Leiharbeitern nicht einfach durch irgendwelche Klauseln in einem Tarifvertrag begrenzt werden. Laut ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung des BAG ist die Zeitarbeitsbranche ein eigener Wirtschaftszweig.

 

Letztendlich bleibt offen, warum sich das Entgelt eines Leiharbeiters vor allem in Zeiten eines Facharbeitermangels nach den jeweiligen Löhnen von Arbeitnehmern anderer Branchen richten und daran begrenzen lassen soll?!

 

http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Begrenzung_der_Managergehaelter.html

 

 

Gewerkschaften und Arbeitgeber - Fehlende Tarifzuständigkeit für das Handwerk?

 

Nicht zuletzt die Klage des Bayerischen Elektrohandwerks aus dem Jahre 2005 wirft hier weitreichende Fragen zur Tarifzuständigkeit für Handwerksbetriebe auf. So ist  die IG Metall unserer Meinung nach nicht ausreichend für Handwerkbetriebe z.B. im bayerischen Elektrohandwerk Tarifzuständig. Da die IG Metall eine „Industrie"- Gewerkschaft ist, stellt sich hier vor allem die Frage, ob Sie überhaupt ausreichend für das Handwerk Tarifzuständig sein kann? Die Abgrenzungsbedingungen von  Industrie und Handwerk sind nicht unerheblich und in unseren Augen nicht erfüllt. Und auch die Arbeitgeberverbände iGZ und BAP sind laut Satzungen nicht für Handwerksbetriebe sondern z.B. für Mittelständige Unternehmen Tarifzuständig.Ob hier der nächste Hund begraben liegt, werden weitere Recherchen zeigen.

 

Für das Elektrohandwerk in Bayern z.B. sind aktuell die Arbeitgeber des Landesinnungs-verbandes des Bayerischen Elektrohandwerks Tarifzuständig.

Wie sich hier die Arbeitgeberverbände iGZ und BAP unter anderem auch für das bayerische Elektrohandwerk Tarifzuständig erklären können, bleibt für uns ein Rätsel?!

 

Fachverband Metall Hessen:

 

„Im entsprechenden Tarifvertrag, der uns vorliegt, ist im § 1, Abs. 2 im fachlichen Geltungsbereich festgehalten, dass die tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen von BAP und iGZ im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung Beschäftigte in einem Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie einsetzen. Als Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie gelten Betriebe mit einem breiten Feld von Wirtschafts-zweigen, soweit sie nicht dem Handwerk zuzuordnen sind. "

 

http://www.metallfachschule.de/_news/news_details.asp?id=13214