Mittwoch, 3. Juli 2013

--->>Den Nebel #bürgerlicher #Öko-Heuchelei durchdringen! Immer neue Artikel wecken künstlichen Bedarf [via RotFuchs]

Den Nebel bürgerlicher Öko-Heuchelei durchdringen!
Ludwig Erhard mit grüner Zigarre
 
[RotFuchs - Ausgabe Juli 2013 - Seite 12]
 
"Ein Großteil der Verschwendung von Energie und Material geht auf das Konto
ständiger Konsumsteigerung, in der Kapitalisten ein Krisenventil erblicken. [...]
Immer neue Artikel wecken künstlichen Bedarf."
 


Argumente gegen die Marktwirtschaft [Vom falschen Lob der Marktwirtschaft...Die Wahrheit über den Markt](via argudiss)

 


Argumente gegen die Marktwirtschaft

Dokumentation einer Veranstaltung vom 15. Mai 2013 in Regensburg
 
Referent: Rolf Röhrig, Gegenstandpunkt-Verlag
 
[via argudiss.de]
 
 
 
Gliederung:
 
 
Teil 1.
 
Vom falschen Lob der Marktwirtschaft
 
 

Teil 2.
 
Die Wahrheit über den Markt
 

Teil 3.
 
Die übliche Zurückweisung von Kritik: "Wie soll es denn anders gehen?"
 

Teil 4.
 
Debatte 1
 

Teil 5.
 
Debatte 2
 


Montag, 1. Juli 2013

Empörung über d. Managergehälter werde gleichzeitig umgelenkt in e. Idealisierung + Romantisierung d. mittelständischen Unternehmer

 
 
 
 
 
 
 
 

Die Empörung über die Managergehälter werde gleichzeitig umgelenkt in eine Idealisierung und Romantisierung der mittelständischen Unternehmer, so dass in der Vorstellung vieler Deutscher inzwischen der Klassenkampf zwischen dem „guten" mittelständischen Unternehmer gegen die „bösen" Konzerne und ihre Manager stattfinde (98).
 
 
[Ulrike Herrmann - Hurra, wir dürfen zahlen - DER SELBSTBETRUG DER MITTELSCHICHT (2010)]
 


#Mittelschicht #soll #aufhören, #nach #oben #zu #buckeln und #nach #unten #zu #treten. Nur so gibt es MEHR GERECHTIGKEIT

 
 
 

 


 

 
Arno Luik – Verdammte Mitte
 
[via Nachdenkseiten]
 
 
 


Die Mittelschicht soll aufhören, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten. Nur so gibt es MEHR GERECHTIGKEIT
 

Sie waren keine Träumer, sie wollten nicht das Paradies auf Erden, nicht die klassenlose Gesellschaft, aber was immer sie auch politisch trennte, die 61 Väter und vier Mütter des Grundgesetzes wollten 1949 eine soziale Republik. Sie wollten keine Republik mit obszönem Reichtum „oben" und elendiger Armut „unten", sie wollten ganz gewiss nicht so ein Land, wie es sich im Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung präsentiert: in dem das oberste Hundertstel der Haushalte 25 Prozent des gesamten Volksvermögens besitzt, in dem die obersten zehn Prozent über mehr als 53 Prozent des Nettovermögens verfügen – aber die Hälfte der Bürger gerade einmal ein einziges Prozent des Gesamtbesitzes ihr Eigen nennen kann.

Nein, solch ein Land wollten sie nicht, nicht so zerrissen, nicht so gespalten. Sie benutzten damals Wörter, die heute kaum ein Sozialdemokrat, kein
Christdemokrat, von den Grünen und FDP-Politikern ganz zu schweigen, also kein Politiker jedenfalls, der in seiner Partei Karriere machen möchte, noch zu benutzen wagt: Gemeinwohl. Wohlfahrtsstaat. Sozialstaat. Wohlstand für alle – jahrzehntelang war das das Staatsziel aller Parteien, ein Leitbild nicht nur für Sonntagsreden, es war keine Phrase, sondern Anleitung für politisches Handeln, für die Gestaltung der sozialen Wirklichkeit.
 
Anmerkung unseres Lesers M.W.:
 
Ein guter Artikel für das Wahljahr 2013, den jeder Wähler vor seiner Wahlentscheidung nochmals durchlesen sollte. Warum nur wählen so viele Millionen von Bürgern die Parteien, die nichts oder kaum etwas für Ihre Wähler tun und statt dessen die Interessen von Großunternehmen, Banken und Lobbyisten bedienen?
 
Luik räumt mit vielen Vorurteilen auf, zeigt die Versäumnisse der Mittelschicht auf und erinnert auch die Wohlhabenen wieder an einen wesentlichen Satz des GG von 1949: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll dem Wohle der Allgemeinheit dienen."


Der ökonomische Putsch - oder: Was hinter den Finanzkrisen steckt mehr in [podcast via #wdr5] #Altersarmut #neliberalesMantra

 
 


Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg. Wie entstand dieses unumstößlich scheinende System?

Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch. Juristen sprechen von organisierter Kriminalität und von der Mittäterschaft der Politik.

Literatur-Tipps

Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität: Sicherheit, Territorium, Bevölkerung. Vorlesung am Collége de France 1977 - 1978, Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2004

Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität: Die Geburt der Biopolitik. Vorlesung am Collége de France 1978 – 1979, Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2004

Schünemann, Bernd: Die sogenannte Finanzkrise - Systemversagen oder global organisierte Kriminalität? Bwv - Berliner Wissenschafts-Verlag: Berlin, 2010

Lemke, Thomas: Eine Kritik der politischen Vernunft: Foucaults Analyse der modernen Gouvernementalität, Argument Verlag: Hamburg 2011

Fritz, Barbara: Wie tragbar sind Schulden? Debt Sustainability, Insolvenzrecht für Staaten und die neue Rolle des IWF (PDF, 22 S.)

Dormagener Modell,...kann es bislang unbescholtenen Familien/Eltern passieren...


Das ARD radiofeature: Glücksspiel Kinderschutz
 
[via Nachdenkseiten]
 
 


Jede Woche sterben in Deutschland drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung. Die spektakulären Todesfälle bleiben im öffentlichen Bewusstsein, Kevin in Bremen, Lea-Sophie in Schwerin oder Chantal in Hamburg. Sie und viele andere Kinder könnten heute noch leben, wenn Sozialbehörden und Jugendämter aufmerksam gewesen wären.

Nun sind alle sensibilisiert: Politik, Behörden, Öffentlichkeit. Werden Kinder jetzt besser vor Gewalt geschützt? Sind die Behörden auf Kommunal- und Landesebene nun endlich angemessen ausgestattet? Oder bleibt den Verantwortlichen auch weiterhin nur die Hoffnung, dass in der eigenen Stadt, im eigenen Land kein Kind stirbt?

Anmerkung C.R.:

Im Zuge der Einführung des neoliberalen Gedankenguts in die Kommunen geraten insbesondere die sozialen Ausgaben, die stets einen sehr großen Posten im Kommunalhaushalt einnehmen, zunehmend in den Fokus der Ausgabenkürzungen und Stellenstreichungen. Die Mitarbeiterschaft hat enorme Verantwortung und ihre Aufgaben scheinen nicht immer leicht.


Jedoch: Auch mit dem erwähnten Dormagener Modell, das für ganz Deutschland als Vorbild fungieren soll, kann es bislang unbescholtenen Familien/Eltern passieren, dass sie in die unermüdlichen Mühlen aus Gerichten/Richtern sowie Behörden und Gutachtern/Sachverständigen geraten. Wohin das führen kann, ist – in einem anderen Kontext – im Fall Mollath zu beobachten.

Zur Vermeidung bzw. Schlichtung von Konflikten empfiehlt der 14. Kinder- und Jugendbericht http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=196138.html (S. 547) die Einrichtung von kommunalen Ombudsstellen, die den jeweiligen Jugendhilfeausschüssen angeschlossen sein können.



Die soziale Selektion hat also eher zugenommen.-->> 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks [via Nachdenkseiten]


 

 

20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks – Das Wichtigste in Kürze

[via Nachdenkseiten]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=17789

 
 

Der vom HIS-Institut erarbeitete und vom DSW und dem BMBF vorgelegte Bericht zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland 2012 verknüpft eine Sozial- mit der Bildungsberichterstattung und bietet daher ein realistischeres Bild über das Studieren in Deutschland als die meisten sonstigen Statistiken.

Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Aussagen zusammenzufassen.

Von Wolfgang Lieb

Merkmale des Studiums

  • 95 % studieren in einem Vollzeitstudiengang. Duale Studiengänge, die Studium und Beruf verbinden sind mit 3 % marginal und spielen allenfalls an den Fachhochschulen (10 %) eine Rolle, zumeist sind es Studierende „mittlerer" Bildungsherkunft. Nur 1 % studiert Teilzeit, meist Studierende aus nicht-akademischen Familien.
  • Dreiviertel aller Studierenden sind in Bachelor- oder Masterstudiengängen eingeschrieben, an Universitäten erst 59 %.
  • Nur 15 % wechseln im Verlauf ihres Studiums einmal die Hochschule. Mehr als jeder Dritte wechselt aufgrund des „Rufs" der Hochschule. (Trend zu „Elite"-Hochschulen?)
  • Bisher nur jeder achte Studierende strebt einen Masterabschluss an (15 % an Unis). Wird ein Studium zwischen einem Bachelorabschluss und dem Masterstudium unterbrochen, so gehen mehr als die Hälfte einer Beschäftigung nach, die keinen Hochschulabschluss erfordert. (Geld verdienen für den Masterabschluss?)
  • Die internationale Mobilität hat nicht zugenommen und liegt bei etwa 30%. (Zielmarke 50 % weit verfehlt.) Ins Ausland gehen eher Studierende aus Akademikerfamilien.
  • Trotz Wegfalls der Wehrpflicht und G 8 ist das Durchschnittsalter der Studierenden (24,4 Jahre) kaum gesunken.
  • Nur 5 % aller Studierenden haben (mindestens) ein Kind.

Soziale Zusammensetzung

  • Die Wahrscheinlichkeit, die gymnasiale Oberstufe auf einer weiterführenden Schule zu besuchen, ist für Kinder von Akademiker(inne)n 1,8 Mal so hoch wie für Kinder von Nicht-Akademiker(inne)n (79 % vs.43 %). Letztere weisen hingegen eine 2,7-fach höhere Wahrscheinlichkeit als Kinder von Akademiker(inne)n auf, zu einer beruflichen Schule zu wechseln (57 % vs. 21 %). Unter der Berücksichtigung beider Zugangswege in ein Hochschulstudium (berufliche Schule und gymnasiale Oberstufe) beginnen von den Kindern aus einer nicht-akademischen Herkunftsfamilie 23 % ein Studium. Dieser Anteil ist bei den Kindern von Akademiker(innen) mit 77 % 3,3 Mal so hoch.
  • Gemessen am höchsten schulischen Abschluss von Vater und/oder Mutter kommen fast sechs von zehn Studierenden (60 %) aus einem Elternhaus, in dem das Abitur der höchste allgemein bildende Schulabschluss ist. Mehr als drei von zehn Studierenden (30 %) haben Eltern, die einen mittleren schulischen Abschluss erwarben. Weniger als ein Zehntel (9 %) kommt aus einer Familie, in der die Eltern maximal über einen Volks- oder Hauptschulabschluss verfügen. (Anteil der Bevölkerung mit Hauptschulabschluss 36,3%. Die soziale Selektion hat also eher zugenommen. Gab es 1991 36% der Studierenden aus einer „gehobenen" oder „hohen" Bildungsherkunft, sind es derzeit 50%. Allerdings ist der Anteil der Studierenden aus Akademikerfamilien nicht weiter angestiegen.)
  • Jeder zweite Studierende aus einem nicht-akademischen Elternhaus, darunter die meisten aus Bildungsherkunftsgruppe „mittel" (41 %) (beide Eltern eine nicht-akademische berufliche Ausbildung) und fast jeder zehnte aus der Gruppe „niedrig" (9 %) (beide Eltern keinen beruflichen Abschluss erworben haben oder höchstens ein Elternteil maximal eine nicht-akademischen Berufsausbildung).
  • Das Studienangebot an Fachhochschulen ist nach wie vor besonders attraktiv für Studieninteressierte aus hochschulfernen Schichten: Mehr als sechs von zehn Studierenden an Fachhochschulen kommen aus einem nicht-akademischen Elternhaus (62 %, davon 50 % Bildungsherkunft „mittel" und 12 % „niedrig".
  • Studierende in postgradualen Studiengängen haben anteilig deutlich häufiger als ihre Kommiliton(inn)en im Erststudium eine als „hoch" eingestufte Bildungsherkunft (29 % vs. 22 %). Die Aufnahme eines Promotionsstudiums ist offenbar sehr selektiv: Fast zwei Drittel dieser Studierenden kommen aus einer Akademikerfamilie (65 %), darunter mehr als die Hälfte aus einer doppelt akademisch gebildeten (36 %).

Hochschulzugang

  • 95 % der Studierenden kommt nach wie vor mit einer allgemeinen Hochschulreife oder einer Fachhochschulreife an die Hochschulen. An den Fachhochschulen ist der Anteil Studierender mit allgemeiner Hochschulreife (erneut) deutlich angestiegen (2009: 53 %, 2012: 57 %) zulasten des Anteils an Studierenden mit Fachhochschulreife (2009: 38 %, 2012: 32 %). Studierende mit einer „anderen" Hochschulzugangsberechtigung sind weiterhin geringfügig vertreten (1%).
  • Der seit 1994 zu beobachtende Trend des Rückgangs an Studierenden, die vor Studienbeginn eine Ausbildung abschließen, setzt sich auch 2012 fort. (Fachhochschulen 42 %, Unis 13%)
  • Traditionell überdurchschnittlich große Anteile an Studierenden aus hochschulnahem Elternhaus weisen Studiengänge auf, die mit einem Staatsexamen (nicht Lehramt) abschließen. Mehr als jeder zweite Lehramtsstudierende hat einen nicht-akademischen Bildungshintergrund (52 %).
  • Im Sommersemester 2012 hat fast jeder vierte Studierende (23 %) einen Migrationshintergrund. (Anteil an der Bevölkerung 19,5 %) Der Anteil der der Studierenden mit Migrationshintergrund aus „niedriger" Bildungsherkunft ist viermal so hoch, wie der Anteil der Studierenden ohne Migrationshintergrund.)

Fianzierung

  • Im Sommersemester 2012 verfügen die Studierenden der Bezugsgruppe „Normalstudierende" (formeller Vollzeitstudiengang, außerhalb des Elternhaus wohnend, unverheiratet (= 62% der Studierenden) über durchschnittlich 864 € im Monat. Der BAföG-Höchstsatz für Studierende, die nicht im Elternhaus leben beträgt 670 € im Monat.
  • 87 % der „Normalstudierenden" werden von ihren Eltern unterstützt, durchschnittlich mit 476 € im Monat. Die jüngsten Studierenden beziehen 61 % ihrer Einnahmen von den Eltern (2009: 58 %). Dieser Anteil sinkt mit zunehmendem Alter stetig und beträgt in der ältesten Gruppe lediglich 20 %. Im Gegenzug und als Kompensation wächst mit dem Lebensalter die Bedeutung des eigenen Verdienstes sowie der übrigen Quellen.
  • Der Anteil der elterlichen Unterstützung an den Gesamteinnahmen beträgt in der Herkunftsgruppe „niedrig" 27 %. In der Herkunftsgruppe „gehoben" geht bereits die Hälfte der studentischen Einnahmen auf die Leistungen der Eltern zurück. Bei den Studierenden, deren Vater und Mutter einen akademischen Abschluss haben (Bildungsherkunft „hoch"), erreicht der Elternbeitrag zu den Einnahmen 63 %.
  • 63 % geben an, ihren Lebensunterhalt mit Mitteln aus Erwerbstätigkeit neben dem Studium zu finanzieren. Durchschnittlich werden Einnahmen aus bezahlten Tätigkeiten in Höhe von 323 € zur Bestreitung des Lebensunterhaltes eingesetzt.
  • Im Sommersemester 2012 werden 24 % aller Studierenden nach dem BAföG gefördert. Mehr als jeder zweite Studierende der Bildungsherkunft „niedrig" erhält eine BAföG-Förderung. Leben die Geförderten außerhalb des Elternhauses, werden sie mit durchschnittlich 445 € pro Monat unterstützt. Leben sie bei den Eltern mit durchschnittlich 323 €.
  • 6 % der Studierenden erhalten Geld aus Krediten. Der Studienkredit der KfW-Bankengruppe stellt den Kreditnehmer(inne)n mit durchschnittlich 451 € den höchsten Betrag zur Verfügung. Er wird von 4 % der Studierenden genutzt.
  • 4% der Studierenden, die regelmäßig durch ein Stipendienprogramm unterstützt werden, gibt knapp die Hälfte an, Zahlungen von einem Begabtenförderungswerk zu erhalten. 1% werden durch das sog. „Deutschlandstipendium" gefördert.
  • Am sichersten schätzen solche Studierenden ihre finanzielle Situation ein, die noch nie BAföG beantragt haben. Von ihnen geben 84 % an, dass ihre Studienfinanzierung sichergestellt ist. Am unsichersten über die Studienfinanzierung äußern sich die ehemaligen BAföG-Empfänger(innen). 26 % von ihnen geben an, dass die Finanzierung nicht sichergestellt ist. Im Vergleich zu 2009 geben bedeutend mehr Studierende der Bildungsherkunft „niedrig" an, den Förderungsanspruch aufgrund einer nicht erbrachten Leistungsbescheinigung verwirkt zu haben (2012: 20 %, 2009: 15 %).
  • Im Durchschnitt geben Studierende rund 34 % ihrer monatlichen Einnahmen für das Wohnen aus, das entspricht 298 €. Am meisten zahlen Studierende, die an einer Hochschule in Köln (359 €) oder in München (358 €) eingeschrieben sind.
  • Zeitbudget

  • Studierende im (Vollzeit-)Erststudium investieren durchschnittlich 35 Stunden pro Woche in ihr Studium. Dieses Zeitbudget teilt sich nahezu hälftig auf zwischen Zeiten für den Besuch von Lehrveranstaltungen (18 Std./Woche) und Zeiten für das Selbststudium (17 Std./Woche). Der studienbezogene Zeitaufwand ist im Vergleich zu 2009 um eine Stunde gesunken.
  • Bezogen auf die Vorlesungszeit betrachten 48 % der Studierenden im (Vollzeit)Erststudium die zeitliche Inanspruchnahme durch das Studium als (zu) hoch.
  • Die Mehrheit der Studierenden geht während der Vorlesungszeit neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nach, mit der sie Geld verdienen (61 % im (Vollzeit-)Erststudium). Für diese Jobs wenden sie durchschnittlich 13 Stunden in der Woche auf. In der Summe der hier unterschiedenen Zeitverwendungsarten (Studium und Erwerbstätigkeit) haben Studierende im Erststudium eine zeitliche Gesamtbelastung von 42 Stunden in der Woche. Studierende, die nicht jobben, investieren während der Vorlesungszeit im Mittel 39 Stunden in das Studium. Studierende aus bildungsnahem Elternhaus arbeiten anteilig seltener und bezogen auf den Zeitumfang auch weniger als Studierende aus einer bildungsfernen Herkunftsfamilie.

Auffallend ist noch:

Der Anteil der Studierenden im Erststudium, die sich in den Ingenieurwissenschaften immatrikulieren, ist gegenüber 2009 um vier Prozentpunkte gestiegen. Damit stellen die Ingenieurwissenschaften mit 22 % erstmals seit 1997 wieder die größte Fächergruppe dar. Der Anstieg geht vor allem auf die männlichen Studierenden zurück: Jeder dritte Student ist in einem ingenieurwissenschaftlichen Fach eingeschrieben (33 %).