Donnerstag, 7. März 2013

Ein gesetzlicher Mindestlohn zur Regulierung des Niedriglohnsektors

Ein gesetzlicher Mindestlohn zur
Regulierung des Niedriglohnsektors

[via Nachdenkseiten]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16438#more-16438

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Wer den Niedriglohnsektor eindämmen will, kommt an staatlicher Intervention nicht vorbei.

Wegen des Rückgangs der
Tarifbindung und der gewerkschaftlichen
Organisationsmacht funktioniert die
kollektive Selbsthilfe nicht mehr. Selbst
dort, wo Tarifverträge noch durchgesetzt
werden können, sichern diese nicht
zwingend ein existenzsicherndes Niveau.
13 Prozent der Tarifentgelte liegen unter
8,50 Euro (in Westdeutschland neun
Prozent, in Ostdeutschland 28 Prozent),
sieben Prozent unter 7,50 Euro.
Der Zweck der Festsetzung eines
gesetzlichen Mindestlohns ist der Schutz
der Beschäftigten und die
Armutsbekämpfung. Der Mindestlohn
muss, will er effektiv sein, das
Existenzminimum sichern. Nun könnte
man die Auffassung vertreten, für die
Existenzsicherung habe der Staat durch
Sozialtransfers zu sorgen, und hierfür
dürften nicht mit Hilfe des Arbeitsrechts
die Unternehmen in Haftung genommen
werden. Das übersieht indes zweierlei:
Zum einen kommt es einer auch
ordnungspolitisch verfehlten indirekten
Form der Subventionierung von
Marktteilnehmern gleich, wenn
Unternehmen Niedriglöhne zahlen im
Wissen darum, dass die Beschäftigten zur
Existenzsicherung ergänzende Hilfe des
Staates in Anspruch nehmen müssen
(sog. „Aufstocker“ durch ergänzende
Inanspruchnahme von Arbeitslosengeld II,
„Hartz IV“). Das Nebeneinander von Lohn
und steuerfinanzierter Aufstockung hat
marktverzerrende Subventionswirkungen.
Zum zweiten kann es der Sozialstaat zwar
theoretisch zulassen, Lohndumping durch
staatliche Leistungen zu subventionieren,
er kann aber auch kraft seiner
demokratischen Legitimation zur
verbindlichen Normsetzung in die privat-
rechtlichen Vertragsbeziehungen
intervenieren und dadurch die „Freiheit
zum Lohndumping“ begrenzen.
Quelle: Gegenblende
Anmerkung WL: Was die Höhe des
Mindestlohns anbetrifft, ist folgende
Berechnung interessant. Legt man den
Arbeitslosengeld II-Regelsatz (plus Kosten
der Unterkunft plus
Erwerbstätigenfreibetrag) zugrunde, käme
man auf einen Bruttostundenlohn (bei
einer 40-Stunden-Woche) in Höhe von 8,50 Euro.

D.h. 8.50 Euro entsprechen in
etwa dem Hartz-Regelsatz.

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Dienstag, 5. März 2013

Was da Mindestlohn genannt wird (sehr sehr lesenswert!!!) [via Nachdenkseiten]


Was da Mindestlohn genannt wird

[via nachdenkseiten.de]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16378#h03
 


Derzeit spricht ganz Deutschland über faule Eier. Die Diskussion um den Mindestlohn gehört auch dazu. Da hat der Bundesrat eine Initiative gestartet, wonach Deutschland einen flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro bekommen soll. Die Bundesregierung lehnt das natürlich ab, die Arbeitgeber auch und der Vize der Agentur für Arbeit Heinrich Alt meint, der Mindestlohn würde an der Zahl der Aufstocker nichts ändern.

Recht hat er, denn die 8,50 Euro machen bei einer Vollzeitbeschäftigung von 160 Stunden im Monat gerade mal einen Bruttomonatslohn von 1360 Euro aus. Und wer hat schon einen Vollzeitarbeitsvertrag? "Von den 1,2 Millionen Aufstockern, die wir haben, sind 320 000 Vollzeit beschäftigt", sagt Alt im Interview. Die niedrigen Löhne sind das eine, die prekäre Beschäftigung das andere. Darüber redet keiner.

Doch was ist von dem Vorstoß des Bundesrates zu halten? Der SPD-Chef Sigmar Gabriel plustert sich schon mal mächtig auf und brüllt in Richtung FDP: "Ein Mindestlohn ist der Lohn, den man braucht, um trotz Vollzeitarbeit nicht zum Sozialamt gehen zu müssen." Das sagt der Richtige, der wie einst bei der Geburt der Agenda 2010 jetzt auch wieder nicht merkt, wie missgebildet die Realität doch ist. (…)

Doch um eine vernünftige Politik geht es schon lange nicht mehr. Die jetzige SPD-Initiative für den Mindestlohn ist genauso verlogen, wie das fast geschlossene Nein der SPD-Fraktion zum Mindestlohn im Jahr 2007. Damals meinten die Sozialdemokraten als Juniorpartner der CDU noch, die Linken würden nur einen Politzirkus veranstalten wollen. Den Zirkus veranstaltet die SPD nun wieder selbst. Sie fordert den Mindestlohn immer nur dann, wenn sicher ist, dass sie ihn nicht durchsetzen kann.

Die Arbeitgeber halten den Mindestlohn für "Gift". Diese drastischen Worte wählte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Er sagte, vielen Geringqualifizierten würde damit der berufliche Einstieg erschwert. Das ist interessant. Heute war ich in Hannover auf der jährlich stattfindenden Berufs- und Ausbildungsmesse. Dort referierte ein Vertreter der IHK Hannover. Er meinte, dass der Fachkräftemangel in Niedersachsen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien eine Win-Win-Situation ergeben würde. Das sagt eigentlich alles.
Quelle: André Tautenhahn


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dass der Fachkräftemangel in Niedersachsen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien eine Win-Win-Situation ergeben würde


Was da Mindestlohn genannt wird

[via nachdenkseiten.de]

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16378#h03
 


Derzeit spricht ganz Deutschland über faule Eier. Die Diskussion um den Mindestlohn gehört auch dazu. Da hat der Bundesrat eine Initiative gestartet, wonach Deutschland einen flächendeckenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro bekommen soll. Die Bundesregierung lehnt das natürlich ab, die Arbeitgeber auch und der Vize der Agentur für Arbeit Heinrich Alt meint, der Mindestlohn würde an der Zahl der Aufstocker nichts ändern.

Recht hat er, denn die 8,50 Euro machen bei einer Vollzeitbeschäftigung von 160 Stunden im Monat gerade mal einen Bruttomonatslohn von 1360 Euro aus. Und wer hat schon einen Vollzeitarbeitsvertrag? "Von den 1,2 Millionen Aufstockern, die wir haben, sind 320 000 Vollzeit beschäftigt", sagt Alt im Interview. Die niedrigen Löhne sind das eine, die prekäre Beschäftigung das andere. Darüber redet keiner.

Doch was ist von dem Vorstoß des Bundesrates zu halten? Der SPD-Chef Sigmar Gabriel plustert sich schon mal mächtig auf und brüllt in Richtung FDP: "Ein Mindestlohn ist der Lohn, den man braucht, um trotz Vollzeitarbeit nicht zum Sozialamt gehen zu müssen." Das sagt der Richtige, der wie einst bei der Geburt der Agenda 2010 jetzt auch wieder nicht merkt, wie missgebildet die Realität doch ist. (…)

Doch um eine vernünftige Politik geht es schon lange nicht mehr. Die jetzige SPD-Initiative für den Mindestlohn ist genauso verlogen, wie das fast geschlossene Nein der SPD-Fraktion zum Mindestlohn im Jahr 2007. Damals meinten die Sozialdemokraten als Juniorpartner der CDU noch, die Linken würden nur einen Politzirkus veranstalten wollen. Den Zirkus veranstaltet die SPD nun wieder selbst. Sie fordert den Mindestlohn immer nur dann, wenn sicher ist, dass sie ihn nicht durchsetzen kann.

Die Arbeitgeber halten den Mindestlohn für "Gift". Diese drastischen Worte wählte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Er sagte, vielen Geringqualifizierten würde damit der berufliche Einstieg erschwert. Das ist interessant. Heute war ich in Hannover auf der jährlich stattfindenden Berufs- und Ausbildungsmesse. Dort referierte ein Vertreter der IHK Hannover. Er meinte, dass der Fachkräftemangel in Niedersachsen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Spanien eine Win-Win-Situation ergeben würde. Das sagt eigentlich alles.
Quelle: André Tautenhahn


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Jetzt erlebt der konservative Demokrat Frank Schirrmacher die Aggressivität gezielter Manipulationen und Kampagnen [lesenswert!!!]


Jetzt erlebt der konservative Demokrat Frank Schirrmacher

die Aggressivität gezielter Manipulationen und Kampagnen

 
[via Nachdenkseiten]
 
http://www.nachdenkseiten.de/?p=16382
 

Seit Erscheinen seines Buches "Ego. Das Spiel des Lebens" – hier die Rezension von Jens Berger – attackieren eine Reihe von Autoren und Medien – an vorderer Front Springers "Welt am Sonntag" und "Die Welt" – den Autor und seine Werke. Der Konservative Frank Schirrmacher erlebt jetzt, was Politikern und Autoren auf der eher linken Seite des politischen Spektrums tagaus tagein geschieht. – Jetzt hat sich die Kampagne bei Wikipedia niedergeschlagen. Dort wird nur auf negative Kritiken hingewiesen (siehe Anlage), obwohl es auch viele positive gibt.

Der Autor muss sich jetzt auch mit einem Vorwurf herumschlagen, dem wir Macher der NachDenkSeiten wie auch ich als Buchautor ständig ausgesetzt sind: Wir seien Verschwörungstheoretiker. Dabei ist die Realität, wie wir täglich beweisen können, viel schlimmer, als sich das der fantasievollste Verschwörungstheoretiker ausdenken könnte. – Was jetzt mit Schirrmacher geschieht, scheint rätselhaft, ist es aber nicht.

Albrecht Müller.

Warum ist die Kritik an Schirrmachers Buch so aggressiv:

  1. Schirrmachers These, Egoismus sei die Triebfeder der neoliberal geprägten Gesellschaften, entkleidet jene Sorte von Konservativen ihres hehren Anspruchs, die wahren Vertreter einer an Werten orientierten Ideologie und Politik zu sein.

    Schirrmacher zeigt, dass ihr neoliberal eingefärbter Konservativismus eine Ideologie ohne Wertorientierung ist. Konservative ohne Werte – dieser berechtigte Vorwurf entzaubert die Noltes, Broders, Sloterdejks, Müller-Voggs, Joffes, etc.. Das kratzt an ihrem so oft und teuer gepflegten Image.

  2. Schirrmacher beschönigt die Lage unseres Landes und anderer Gesellschaften im Einflussbereich der neoliberalen Bewegung nicht. Im Gegenteil. Damit fällt das feine Gerede über Wertegemeinschaft, Freiheit und Demokratie wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

    Seine Kritiker erkennen die Gefahren und beschönigen. Eine Doppelseite im FOCUS vom 9.2.13 mit Kritikern an Schirrmachers Buch zeigt das. Sie beschönigen alle: Paul Nolte, der Historiker, spricht von einer Paradoxie: "Wir erleben einen Bedeutungsgewinn der Märkte, aber doch auch einen historisch einzigartigen Siegeszug der Moral, und das nicht zuletzt der Politik." Donnerwetter, wo lebt der Mensch Nolte? Hierzulande wohl kaum. – Der Autor Richard David Precht gesteht zwar zu, dass der Wettbewerb in der Arbeitswelt sich radikalisiere und das Burn-Out das Resultat sei. Aber es gebe eine Gegenbewegung: "Für viele ist es zum Lebensideal geworden, Zeit zu haben, mit den Kindern zu spielen, mit Freunden Kaffee zu trinken. So wird die Individualität gegen ein totalitäres Effizienzdenken verteidigt." Wow! – Und der berühmte Philosoph Sloterdijk aus Karlsruhe meint, der "Popanz Homo oeconomicus" werde "allenthalben zu Grabe getragen". "Die Zeit gehört längst wieder dem Nachdenken über Empathie, Kooperation, Philanthropie, Würde, Generosität, Bürgertugenden und die Regeneration von Vertrauen." Weil es so schön klingt, muss ich weiter zitieren: "Nur wer der Wahrheit Gewalt antäte, könnte behaupten, diese Sujets seien eine Domäne der Linken. Tatsächlich gehören sie alle auf die Tagesordnung der bürgerlichen Gesellschaft, seit diese sich von der Feudalkultur emanzipierte."

    Gesegnet sei die Politik, die solche Beschöniger als "Denker" und "Intellektuelle" ihr eigen nennt.

    Schirrmacher gehört zu der zitierten bürgerlichen Gesellschaft. Aber er bestreitet, dass die von den Beschönigern genannten Werte lebendig und wirksam sind. Deshalb die aggressive Reaktion auf ihn.

    Vom Kommunikationsleiter des Instituts der deutschen Wirtschaft kommt jetzt sogar der Vorwurf, Schirrmacher untergrabe die "Akzeptanz unserer Wirtschafts- und Sozialordnung" … Dreister geht es nicht. Denn Schirrmachers Buch ist eindeutig die Reaktion eines Bürgerlichen auf die Finanz- und Eurokrise. Die Entmächtigung von Parlamenten und demokratischen Prozessen scheint der Auslöser gewesen zu sein. Er steht damit im bürgerlichen Lager keineswegs allein. Ich erinnere an die harte Kritik einiger Industrieller, angeführt vom damaligen Bosch-Chef Fehrenbach, an der undemokratischen und ineffizienten Vorherrschaft der Finanzwirtschaft. Mit seiner Kritik untergräbt Schirrmacher also vielleicht die Akzeptanz eben dieser pervertierten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

    Es gibt noch einen speziellen damit zusammenhängenden Grund für die Aggression:

  3. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass das neoliberale Modell nicht funktioniert. Überall ist das inzwischen sichtbar. Aber den Vertretern dieser Ideologie ist es gelungen, mit Lobbyarbeit, mit PR und einem großen Propagandaaufwand den Eindruck zu erwecken, dass ihr Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell ohne Alternative ist. Jetzt kommt einer aus ihrem eigenen Lager und belegt, dass ihr ideologisches und propagandistisch erstelltes Gebäude ein Luftschloss ist.

    Das tut Schirrmacher in dem jetzt attackierten Buch wie auch in früheren Essays. Das können seine rechtskonservativen Kritiker nicht dulden. Wer abspringt, wird niedergemacht. Das ist aus der Sicht dieser Ideologen konsequent. Denn die herrschende, sich konservativ nennende Ideologie des Wirtschaftsliberalismus lebt davon, dass man ihr die Kleider nicht vom Leib zieht. Der schöne Schein muss gewahrt bleiben. Schirrmacher ist aus ihrer Sicht ein Nestbeschmutzer, ein Spielverderber und Störenfried.

  4. Einige der Kritiker ärgern sich in besonderer Weise über den Gebrauch des Begriffs Monster für die Akteure der Finanzwirtschaft und Finanzmärkte und sie nennen Schirrmacher einen Verschwörungstheoretiker.

    Der Begriff Monster ist nicht die Erfindung von Frank Schirrmacher. Schon Horst Köhler hat ihn in die bundesdeutsche Diskussion eingeführt und andere haben die Vorgänge auf den Finanzmärkten und in den Finanzcasinos so beschrieben. Monster ist ja fast schon ein liebevoller Begriff zur Kennzeichnung der kriminellen Akte, die wir beispielsweise bei der Verbriefung von wertlosen Hypothekenkrediten beobachten konnten. Schon 2007 beim Zusammenbruch der Industriekreditbank.

    Hierzulande ist die Wirklichkeit noch viel schlimmer, als Autor Schirrmacher dies beschrieb.

    Ein erster gerade aktueller Beleg: Das "Monster" hat eine Dauerkarte zum Zugang ins Kanzleramt. Das ergab die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke, worüber das Handelsblatt am 20. Februar 2013 berichtete: "Mehr als instinktlos. Wirbel um Merkels enge Banker-Kontakte".

    Und ein zweiter aktueller Beleg: Am 26. Februar lief auf ARTE ein Film von Harald Schumann. Sein Kern: Mit den Milliarden der Steuerzahler wurden nicht die Bürger Irlands oder Spaniens oder Griechenlands gerettet, sondern die Monster der Finanzwirtschaft, Banken und Finanzdienstleister. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, unter anderem hier: Kollektiver Wahn

    Dieses und vieles mehr einschließlich der Bonuszahlungen von Banken, deren Gewinne gar nicht existieren, hätte der Staat und wir als Steuerzahler nicht ausgeholfen mit Milliarden, sind Belege dafür, dass die Wirklichkeit um vieles schlimmer ist, als sich die gescholtenen so genannten Verschwörungstheoretiker dies ausdenken können.

    Eine weitere, eher persönliche Erklärung für die Aggressivität des Umgangs mit Schirrmachers neuem Buch:

  5. Die Macher der Springermedien um "Die Welt" und "Welt am Sonntag" neiden dem FAZ Herausgeber Schirrmacher die gelungene Öffnung der FAZ/FAS hin zu Autoren aus dem nicht-konservativen Lager. Sie neiden der Frankfurter Allgemeinen die Pluralität und Liberalität, die damit verbunden ist. Und sie führen hilfsweise ihre Angriffe auch mit dem Versuch, der FAZ das bürgerliche und konservative Image abzustreiten und so auch Leser abspenstig zu machen.

    Die Frankfurter Allgemeine hat Texte von und Interviews mit Habermas, Bofinger, Hudson, Wagenknecht, Lafontaine und vielen anderen abgedruckt. Das sind Autoren, die gemeinhin nicht dem konservativen Lager zuzurechnen sind. Das hat der öffentlichen Debatte genutzt. Hat es dem Image und dem Erfolg der Frankfurter Allgemeinen geschadet?

    Unter Nachdenkseitenlesern und meinen sonstigen Freunden gibt es einige, die gefragt haben und fragen, ob Schirrmacher die Öffnung zur Imageerweiterung seines Blattes betrieben habe. Das kann sein, habe ich dann in der Regel geantwortet. Aber schadet das dem Fortschritt und der Demokratie?

    Das Schirrmacher Buch "Ego. Das Spiel des Lebens" hat Schwächen. Aber es hat eine zu beachtende Stärke. Es ist ein Debattenbuch und hat im Sinne dieses Anspruchs schon in wenigen Tagen die Debatte über die Werte und Leitlinien der "marktkonformen Demokratie" à la Merkel in Schwung gebracht.

Anlage:

Auszug aus Wikipedia Original vom 3.3.2013 08:57

Ego: Das Spiel des Lebens:

Kritiken

Schirrmachers Buch wurde schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin von zahlreichen – deutschsprachigen – Medien kommentiert. Im Magazin Focus etwa äußerten sich Rüdiger Safranski, Peter Sloterdijk, Richard David Precht und Henryk M. Broder teils zu Verschwörungstheorien rund um den Homo oeconomicus, teils zu vereinzelten Gegenbewegungen aus "Empathie, Philanthropie, der Würde und den wieder erstarkenden Bürgertugenden". Josef Joffe, der Herausgeber der "Zeit", kritisiert beispielsweise:

  • die These, dass brutaler Egoismus herrscht, dass die Gedankenmodelle der Ökonomie alle anderen Sozialwissenschaften erobert hätten, sei schon seit Jahren durch die Verhaltensökonomie widerlegt worden, vorher hätten schon Keynes und Herbert Simon an dieser Annahme gerüttelt.
  • der "homo oeconomicus" sei nicht im 20. Jahrhundert von den Chicago Boys, sondern von den Liberalen des 18. und 19. Jahrhunderts erfunden worden.
  • Game Theory (Spieltheorie) sei mit Operations Research verwechselt worden. Spieltheorie sei keine Anleitung zum Krieg.
  • Zu der Aussage, dass die Teams der Rand Corporation, die sich während des Kalten Krieges mit Operations Research beschäftigten, später neue Jobs finden mussten und sich mit der Automatisierung von Märkten beschäftigten, sagt Joffe, dass diese Experten für Geldgeschäfte kein Talent hatten und daher keinen Einfluss auf die Handelssäle ausüben konnten.

Cornelius Tittel vergleicht Schirrmacher in der Welt mit einem plakattragenden Verschwörungstheoretiker und konstatiert "dass fast keine der Grundannahmen stimmt, mit denen Frank Schirrmacher operiert".

Soweit Wikipedia.

Die eher positiven Kritiken, z.B. von Thomas Assheuer in der "Zeit", von Ulrich Beck in der "Welt" und Andreas Zielcke in der Süddeutschen Zeitung, werden nicht erwähnt.



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Schweizer "Abzockerinitiative" - Viel Aufregung um (fast) nichts [via Nachdenkseiten] Lesebefehl!!


Schweizer "Abzockerinitiative" – Viel Aufregung um (fast) nichts

 
[via Nachdenkseiten]
 

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16400#more-16400

Wer sich gestern die Portale der großen deutschen Verlagsmedien angeschaut hat, konnte seinen Augen kaum trauen. Die kreuzbraven Eidgenossen, so der Tenor, seien auf einmal zu "Wutschweizern" (Zitat: Frankfurter Rundschau) mutiert. Den Vogel schoss diesmal die ZEIT ab, die aufgeregt titelte, "die Schweiz entdeck[e] den Staatskapitalismus".

Und nun will sogar die FDP auf den fahrenden Zug aufspringen, sich die Schweiz zum Vorbild nehmen und noch vor den Wahlen ein "Zeichen setzen". FDP und Staatskapitalismus? Passt das zusammen? Natürlich nicht. Aber anders als die Leitartikler scheinen Brüderle und Co. die Schweizer Initiative zumindest gelesen zu haben. Denn diese ist wesentlich marktkonformer als mancher denkt.

Von Jens Berger.

Der genaue Wortlaut der "Eidgenössischen Volksinitiative gegen die Abzockerei" ist auf den Seiten der Initiative nachzulesen.

Der Inhalt der Schweizer Initiative lässt sich grob in zwei Themenbereiche unterteilen:

  1. Ein neues Verfahren zur Regelung von Managergehältern in Aktiengesellschaften
  2. Strenge Regularien bei Sonderzahlungen für Manager von Aktiengesellschaften

Die Aktionäre bekommen stärkere Rechte

Das besondere Interesse deutschen Kommentatoren und Politiker hat dabei der erste Themenbereich erlangt. Dies ist erstaunlich, denn hier unterscheiden sich die Forderungen der Initiative nur marginal von dem, was in Deutschland schon längst gesetzlich festgeschrieben ist. Künftig entscheidet in der Schweiz die Generalversammlung der Aktionäre über die Bezüge des Top-Managements der Schweizer Aktiengesellschaften. Bis jetzt wurden die Bezüge in der Schweiz vom Management selbst festgelegt.

Und wie sieht dies in Deutschland aus? In Deutschland entscheidet die Hauptversammlung der Aktionäre schon heute direkt über die Bezüge des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft und das System der Vergütungen – aber nicht die Höhe – des Vorstands, also des operativen Top-Managements. Die Höhe der Vorstandsbezüge wird wiederum vom Aufsichtsrat der AG festgelegt, der durch das Mitbestimmungsgesetz paritätisch mit Vertretern der Kapitalseite, also den Besitzern des Unternehmens, und Vertretern der Arbeitnehmerseite besetzt ist.

Nach dem Text der Schweizer "Abzockerinitiative" würde also ausschließlich die Kapitalseite die Bezüge des Top-Managements festlegen, während in Deutschland hier auch die Arbeitnehmerseite ein Mitspracherecht hat. Würde Deutschland die neue Schweizer Regelung übernehmen, wäre dies kein Schritt nach vorn, sondern ein Schritt zurück. Da ist es kein Wunder, dass FDP-Politiker wie Rainer Brüderle oder Volker Wissing ganz begeistert vom Schweizer Entwurf sind.

"Die Schweizer haben die Rechte der Aktionäre und damit der Eigentümer gestärkt. (…) Die Schweizerinnen und Schweizer haben auf starre Grenzen verzichtet, sondern den Mut zu einer differenzierten und anspruchsvollen Regelung gezeigt. (…) Die deutsche Opposition könnte viel von der Schweiz lernen."

Volker Wissing (FDP)

Die FDP hat kein Interesse daran, die Auswüchse des Kapitalismus zu begrenzen, ihr geht es vielmehr darum, das deutsche System der paritätischen Mitbestimmung zu unterminieren und die Arbeitnehmervertreter zu entmachten. Was daran nun "staatskapitalistisch" sein soll, wissen wohl auch nur die Leitartikler, die sich diesen Quatsch ausgedacht haben.

Ob die Schweizer Initiative in diesem Punkt überhaupt dazu geeignet ist, "Abzockerei" zu verhindern, sei überdies dahingestellt. In einer Hauptversammlung der Aktionäre haben schließlich nicht die Kleinaktionäre das Sagen, sondern die großen Anteilseigner und die Banken und Fonds, an die die allermeisten Kleinaktionären ihr Stimmrecht automatisch abtreten. Auch wenn es in deutschen Aktiengesellschaften zweifelsohne "Gehaltsexesse" gibt, so gab es bislang nur einen einzigen Fall (HeidelbergCement), bei dem die Hauptversammlung sich gegen das vorgeschlagene Vergütungssystem ausgesprochen hat. Es ist daher auch nicht wahrscheinlich, dass sich in der Schweiz irgendetwas an der Höhe der Bezüge der Top-Manager ändern wird, wenn diese künftig von den Aktionären bestimmt werden.

Weg mit dem goldenen Handschlag

Löblich ist indes der zweite Themenbereich der "Abzockerintiative". Demnach sollen künftig Sondervergütungen, wie Antrittszahlungen oder der goldene Handschlag, generell untersagt werden. Eine solche Regelung wäre für Deutschland wünschenswert, da in der Vergangenheit sowohl die Kapital- als auch die Arbeitnehmerseite des Öfteren auch exzessiven und unanständigen Abfindungen (z.B. in den Fällen Klaus Esser und Utz Claasen) zugestimmt haben. Der deutsche Corporate Governance Kodex sieht zwar vor, dass solche Abfindungen das doppelte Jahressalär nicht übersteigen sollen. Dieser Kodex ist jedoch nicht rechtlich bindend und wird in steter Regelmäßigkeit verletzt. Er ist nicht als Gesetz, sondern als Richtlinie zur freiwilligen Selbstkontrolle konzipiert. Wenn die FDP von der Schweizer Initiative denn wirklich derart begeistert sind, könnte sie ja in diesem Punkt "Zeichen setzen" und zumindest die überaus laschen Regelungen des Corporate Governance Kodex ins deutsche Recht übernehmen. Aber davon hält die FDP freilich überhaupt nichts und zeigt dabei, um was es ihr eigentlich geht.

Die grundlegenden Probleme werden ignoriert

Dabei ist der Schweizer "Abzockerinitiative" deutlich anzusehen, dass sie nicht aus einer linken Feder, sondern vom parteilosen Abgeordneten Thomas Minder stammt, der sich der Fraktion der rechtspopulistischen SVP angeschlossen hat. In der Initiative ist beispielswiese überhaupt nicht die Rede von einer Deckelung der erfolgsabhängigen Boni oder gar einer höheren Besteuerung von Top-Einkommen. Es geht nur darum, dass die Kapitalseite zu entscheiden hat, wer welche Boni und Top-Einkommen bezieht. Nach dem Schweizer Modell wären die Bezüge von VW-Chef Winterkorn (17,5 Millionen Euro) gar kein Problem, da die Kapitalseite sie schließlich genehmigt hat. Der Bonus von 80 Millionen Euro, den der Investmentbanker Christian Bittar von seinem Arbeitgeber Deutsche Bank erhalten hat, wäre durch die Initiative noch nicht einmal berührt, da Bittar in keinem der Organe der AG sitzt, sondern ein normaler Angestellter ist. Auch die vorbildliche Regelung der Sondervergütungen gilt nicht für normale Angestellte, sondern nur für die Mitglieder der Organe, also bei einer Schweizer AG dem Verwaltungsrat.

Das Problem der falschen Anreize durch Boni ignoriert die "Abzockerinitative" damit vollkommen und bleibt damit weit hinter jüngst verabschiedeten EU-Initiative gegen Banker-Boni zurück. Dabei ist jedoch anzumerken, dass die EU-Initiative, die Boni verbietet, die höher sind als das Fixeinkommen, nur für die Finanzbranche gilt. Würde man diese Initiative auf alle Wirtschaftsbereiche ausdehnen, wäre dies ein richtiger und wichtiger Schritt nach vorn. Und dabei geht es weniger um die absolute Höhe der Bezüge, sondern vielmehr um fragwürdige Anreize, die durch die Boni geschaffen werden. Wenn sich die Boni auf kurzfristige Ziele, wie den Aktienkurs oder die Quartals- bzw. Jahresbilanz, beziehen, so widerspricht dies einer nachhaltigen und langfristigen Strategie, bei der oft kurz- und mittelfristig schlechtere Zahlen in Kauf genommen werden müssen.

Das Steuersystem als Universalwerkzeug

Wenn es um die Höhe der Bezüge geht, greift ohnehin nur das Steuersystem als wirkungsvolle Regulation. Sollte der Gesetzgeber beispielsweise der Ansicht sein, dass kein Manager mehr als 500.000 Euro pro Jahr verdienen solle, könnte er hier gleich doppelt ansetzen: Auf Seiten des Arbeitgebers könnte er eine Regelung verabschieden, nach der Managerbezüge von mehr als 500.000 Euro steuerlich nicht mehr als Ausgaben absetzbar sind. Dies hätte zweifelsohne einen Lenkungseffekt, da die hohen Gehälter dann direkt aus der Rendite der Aktionäre abfließen würden. Und selbstverständlich könnte der Gesetzgeber sich zusätzlich auch noch über die Einkommensteuer einen Großteil der Top-Gehälter zurückholen. Bei einem Spitzensteuersatz von 75%, wie er in Frankreich umgesetzt werden soll, würden drei Viertel der Gehaltssumme, die eine bestimmte Schwelle überschreitet, dem Fiskus zugeführt. Bei einer solchen Steuerquote wären exzessive Gehälter kein gesellschaftliches Problem mehr. Doch davon wollen weder die Schweizer noch die FDP etwas wissen.


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keine Anpassung an den sich mehr und mehr zu Krisen entfaltenden Kapitalismus. [via scharf-links.de]


Man blickt in die scharf-linken TOP - News...

 

von Klaus Horn

 

[via scharf-links.de]

 

http://scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=33251&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=4a719842ec
 


zum Wochenende und mit nahezu traumwand- lerischer Sicherheit sind die Warnungen über die "Wandlungen" der DIE LINKE., inzwischen kom- plettiert durch die DKP, auszumachen: 'RedGlobe' und 'Spartakist' beschäftigen sich mit der DKP. Werner Schulten und Detlev Belau mit der DIE LINKE. Dieser Zustand hält, sich ver- schärfend, seit Monaten an und ist in 'scharf- links' nachlesbar "erlebbar".

Seinen vorläufigen Höhepunkt fand er in der Niederlage mit dem 3,1 %-Wahlergebnis der Linken in Niedersachsen. Nun hoffen in Mörfelden Teile der Kommunisten, dass ihre nicht nur zahlenmäßig sehr klein gewordene Partei wieder zurückfindet zu ihren Wurzeln und DIE LINKE. will sich mit einem zur Zeit umstrittenen, wie immer seitenstarken…"Das bes- te Wahlprogramm aller Parteien"…auf den 22. September vorbereiten.

Zugespitzt geht es ihren Führungen in und mit den so genannten "Wandlungen" längst nicht mehr um die Bewahrung, Pflege des und Anknüpfung an ihr historisches Erbe, sondern sie verfahren nach einer frühen Erkenntnis von Johann Wolfgang Goethe: "Geschichte schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen." (1). Das vom Halse schaffen beginnt bei ihnen mit dem Roten Oktober 1917 und endete zunächst ganz deutlich bei: 2011 wurde Fidel 85….

Die "Lehren aus der Geschichte" ziehend wurde von ihnen auf diese Weise die Transformation des Kapitalismus in eine neue Gesellschaft geboren. Siegmar Gabriel in diesen Tagen, ebenfalls von Links, wie auch die Grünen umworben, hat nicht so ganz Unrecht, wenn er bei ihnen in seiner Lesart, Pragmatiker, Reformer und Sektierer entdeckt. Die wiederum sollen vereint, nicht nur laut Lothar Bisky, vor allem um die 'Sozis' buhlen.

Aber was macht es da schon aus, wenn 'Sozis' und Grüne im Bundestag gerade erst einer solidarischen Not-Operation für Mali zugestimmt haben nach einer Serie anderer Euro/EU-"Operationen".

Genug damit. Der Einsatz für den Mindestlohn, höhere Hartz-IV-Regelsätze zunächst ist richtig, kann aber nicht zu einer höheren Rente führen (man rechne…), eine sichere Existenz, gesellschaftliche Teilhabe und gleiche Bildungschancen hören sich gut an, sind nur eine Flucht nach vorn im inzwischen allgemein vertretenen Wahlgetöse. Gegenwart und Zukunft der weiter nicht nur von der EU zu erwartenden Verfahrensweise im globa- len Machtkampf sehen ganz anders aus.

Der Inhalt von Programm und die Tätigkeit vor allem vor Ort der Parteien DIE LINKE. und DKP hat prinzipiell zu sein. Das heißt, keine Anpassung an den sich mehr und mehr zu Krisen entfaltenden Kapitalismus. Auch wenn das "leider" zu weniger, steuerlich finan- ziell gut behüteten Abgeordnetensitzen im Kapitalismus…zeitweilig führen sollte.
Bert Brechts Regen läuft nun mal nicht von unten nach oben.

Mich haben schon geraume Zeit zwei Dinge sehr interessiert – in zugegeben "schräger Anlehnung" an Martin Luther King "I have a dream"

  1. Karl und Friedrich hätten den Herbst 1989 miterlebt. Hätte den beiden im angrenzenden Winter auch nur ausgerechnet ein Brandenburger Pfarrer, der Uwe Holmer, 10 Wochen Asyl und Unterkunft bei sich in Lobetal gewähren müssen?
    Und:
  2. Einmal eine von den Reformern und Pragmatikern in scharf-links veröffentlichte Begründung für ihren Transformations-Kurs als Antwort – auch wenn das sehr unbequem und anstrengend sein würde -  auf die vielen warnenden Beiträge in der Online-Zeitung.

Solidarisch
Klaus Horn

(1) Maximen und Reflexionen in "Wilhelm Meisters Wanderjahre". Berlin und Weimar 1966. Siebenter Band. Seite 546.    

 


VON: KLAUS HORN



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Nur die Interessen der Eigentümer (Gebende qua Dogma BGB) entscheiden wo die Mietpreis-Grenze liegt![via scharf-links.de]





Nur die Interessen der Eigentümer entscheiden wo die Mietpreis-Grenze liegt!

 

von Reinhold Schramm
 
 
[via scharf-links.de]
 
http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=33254&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=a583ba249c
 

 

»Nach dem Willen von SPD und Grünen sollen Neumieten nur um 10 Prozent steigen dürfen. Die Linke verknüpft den Anstieg mit dem Inflationsausgleich. {...}«
(Vgl. Tageszeitung)

Die Entfremdung der Politik gegenüber der Realität der Mieter ist offensichtlich!

'Nur noch um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren', war auch schon zu hören.

Demnach wird auch der Miet-Kostenanteil am Lohn für die Mehrzahl immer größer!

Fakt ist: Für Millionen hat sich in den letzten 25 Jahren, gemessen an der Kaufkraft, der Arbeitslohn reduziert. Zu ihrer Lebensrealität gehören auch: Mini-Jobs, Hartz-IV-Aufstocken, Zeitarbeit und Leiharbeit, zeitlich befristete Arbeitsverträge, Werkverträge, Arbeitslosigkeit in ALG I und ALG II/Hartz IV (keine Erhöhung der Rentenansprüche, reale Kürzungen), - keine Lohnanpassung an die realen Lebens- und Reproduktionskosten (Absenkungen) -, vorzeitiger Ruhestand mit "Abschlägen" (dauerhaften Rentenkürzungen). Die Zunahme der Armutsrentner und Armutrentnerinnen, insbesondere auch bei vormals Alleinstehende mit Kindern (vor allem für Frauen).

Bemerkenswert: In Deutschland gibt es trotz alledem noch keine (gewaltsame) Mieterbewegung!

Vgl.: Konzepte der Parteien: Wo ist die Mietpreis-Grenze? - taz.de, 02.03.2013
www.taz.de/Konzepte-der-Parteien/!111990

 

 

VON: REINHOLD SCHRAMM


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