Freitag, 3. Februar 2012

--->>> #Gewerkschaftlicher #Widerstand #gegen die #Riester-Rente? [via Nachdenkseiten]


Gewerkschaftlicher Widerstand gegen die Riester-Rente?

[via Nachdenkseiten]
 
http://www.nachdenkseiten.de/?p=12098#more-12098
 

Zurück zum Anfang dieses Jahrtausends – etwa 2001: Gab es "damals" einen gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Riester-Rente?
Ein paar skeptische Gedanken zu einer möglichen Legendenbildung.

Von Volker Bahl

Irgendwie bin ich erleichtert , dass die historisch interessante Frage nach der Haltung der deutschen Gewerkschaften zur Teilprivatisierung des deutschen Rentensystems durch die Kontroverse zwischen dem ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske und der früheren – für Sozialpolitik zuständigen – stellvertretenden DGB-Bundesvorsitzenden Ursula Engelen-Kefer noch einmal zur Sprache gekommen ist. http://www.nachdenkseiten.de/?p=12064

Nicht weil ich ein bedingungsloser "Wahrheitsfanatiker" wäre, sondern weil es bei so weitreichenden Entscheidungen, die viele Menschen in unserem Lande betreffen, für die Zukunft und für die Fortentwicklung der Gewerkschaften schon von großer Bedeutung ist, wie sie mit solchen "grundsätzlichen Richtungsentscheidungen" gegenüber ihren Mitgliedern auch künftig umgehen wollen.

Diese Frage wieder auf die Tagesordnung gesetzt zu haben, ist aktuell das Verdienst des Kollegen

Frank Bsirske.

Obwohl ich seiner Einschätzung eines grundsätzlichen "Versäumnisses" der Gewerkschaften – und speziell des DGB als Dachorganisation – nur zustimmen kann, habe ich in einigen Details – insbesondere was die Person der Kollegin Ursula Engelen-Kefer anbelangt – eine andere Wahrnehmung gehabt. (Siehe auch ihre

briefliche Erwiderung auf die Darstellung von Frank Bsirske.)

Aus meiner Sicht scheint diese Kontroverse jedoch noch etwas Anderes offen zu legen, nämlich ein schwerwiegendes Demokratie-Defizit bei der Austragung von politischen Kontroversen über ein so grundlegendes Thema wie der Rentenreformen. Oder wie es die Kollegin

Engelen-Kefer ausdrückt: "Dabei wird Dich sicherlich nicht erstaunen, wenn ich feststelle, dass diese Auseinandersetzungen nicht offen ausgetragen wurden".

Diese Feststellung berührt nichts Geringeres als die Funktionsweise von demokratischer Meinungs- und Willensbildung ganz allgemein und insbesondere auch innerhalb der Gewerkschaften oder zwischen Gewerkschaften und der Politik.

Dieses "Ausmauscheln" zwischen den Gewerkschaften und den Parteien – an dessen Ende dann "festgeklopfte" Ergebnisse stehen – trägt dazu bei, dass die Debatte über ein so wichtiges Thema und die sachliche Begründung für politische Entscheidungen überhaupt nicht transparent werden und dann die gefassten Beschlüsse als sachnotwendig oder "alternativlos" (in Partei- oder Gewerkschaftsgremien) einfach nur noch "durchgewinkt" werden – während die dringend notwendige Kontroverse, also das Pro und Kontra der Argumente unterbleibt.

Dass die Kollegin Engelen-Kefer auf dieses gravierende Defizit bei der demokratischen Meinungs- und Entscheidungsfindung innerhalb der Gewerkschaften aufmerksam gemacht zu haben, ist wichtig und lobenswert.

Zur damaligen Situation und zur öffentlichen Darstellung möchte ich nach meiner Wahrnehmung jenseits der inneren Führungszirkel der Gewerkschaften noch ein paar Anmerkungen machen.

Frank Bsirske meint, dass die IG Metall und ver.di (bzw. ÖTV, also die Gewerkschaft Öffentliche Dienste Transport und Verkehr die in ver.di übergegangen ist) "damals" Widerstand gegen die "Teilprivatisierung" der Rente ( Riester-Rente ) geleistet hätten….

Obwohl ich mich damals sehr für diese Weichenstellung in der Rentenversicherung unter Rot-Grün interessiert habe – habe ich nichts "Bemerkenswertes" von diesem Widerstand in der damalige Zeit in der Erinnerung. Dabei müsste meine Erinnerung aufgrund meines durch interessante Hintergrundmaterialien gestützten Gedächtnisses eigentlich ziemlich lückenlos sein. Jedenfalls lückenlos aus meiner "Außensicht", wie sie eben "normale" Gewerkschaftsmitglieder auch haben – und ohne Einsicht in die Vorgänge der "inneren Führungszirkel", wie sie die beiden KollegInnen hatten.

Aus meiner Sicht gab es "damals" eigentlich gute politische und sogar wissenschaftlich fundierte Gründe, Widerstand gegen die Einführung der Riester-Rente zu leisten!
So erinnere ich mich sehr gut daran, dass es damals z.B. auf ein analytisch prägnantes Papier von Professor Reinhard H. Schmidt und Marcel Tyrell "Pensions- und Finanzsysteme in Europa – Ein Vergleich unter dem Gesichtspunkt der Komplementarität" vom Februar 2001 (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main / Working Paper Series : Finance & Accounting Nr. 65 ) keinerlei gewerkschaftliche Reaktion gab.

Mario Müller hat diese Studie damals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Unter der Überschrift "US-Kapitalismus kommt durch die kalte Küche" schrieb Mario Müller in der Frankfurter Rundschau am 9.3.2001: Mit ihrer Rentenreform rüttelt die Bundesregierung an den Grundfesten des Finanzsystems (der Bundesrepublik (V.B.)). Er bezog sich dabei auf die genannte Studie von Schmidt und seinem damligen Mitarbeiter Tyrell. Da bei diesem Thema auch Fragen aufgeworfen wurden, die die Gewerkschaften existentiell berührten, (so wurde z.B. auch die Beeinträchtigung der Mitbestimmung unter dem neuen "Finanzregime" angesprochen), interviewte Mario Müller dazu das – offenbar dafür "zuständig gemachte" – DGB-Bundesvorstandsmitglied Heinz Putzhammer (zuständig für Wirtschaft). Putzhammer wurde – wie die Kollegin Ursula Engelen-Kefer in ihrem Brief uns heute klar macht – im Bundesvorstand wohl gegen sie in Stellung gebracht, um ihre Kritik zu neutralisieren.
Die Antworten Putzhammers in diesem Interview waren alles andere als "widerständig". Er begründete seine Haltung gegenüber den rot-grünen Plänen mit dem hilflosen Satz: "Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach" und trat damit für das gewerkschaftliche Mitmachen bei der Einführung der Riesterrente ein. (Der "Spatz", das waren wohl auch die Posten in dieser privaten Rentenversicherung, die dafür Gewerkschaftern angeboten wurden!)

Was beinhaltete diese Studie der Finanzmarkt-Experten von der Frankfurter Universität?

Heute ist es durchaus geläufig, von einem Systemwandel zu einem "finanzkapitalistischen System" zu sprechen – mit einer Dominanz der Finanzmärkte gegenüber der Politik (jetzt sogar ein Thema des Weltwirtschaftsforums in Davos). Damals waren die Warnungen dieser Finanzwirtschaftler allerdings noch nicht so verbreitet wie heute, doch für den Journalisten Mario Müller und für viele andere auch unter den Gewerkschaftern waren sie schon zur damaligen Zeit begründet.

Die beiden Frankfurter Ökonomen vertraten die Meinung, dass die jeweiligen Rentensysteme im Gesamtsystem der (Unternehmens-)Finanzierung eine so wesentliche und wichtige Rolle spielten, dass mit einem Wechsel zu einer Altersversorgung "angelsächsischer Prägung" (eben zur "Riester-Rente" mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren) die bisherige "Konsistenz" des Finanzsystems (mit Umlageverfahren und Betriebsrente) aufs Spiel gesetzt würde: "Ein System mit starken und in der Kontrolle der großen Unternehmen auch aktiven Banken mit einer Mitbestimmung auf Unternehmensebene (gerne auch als "Rheinischer Kapitalismus" diffamiert oder auch als "Ende der Deutschland AG" begrüßt) wäre nicht mehr konsistent, wenn die Altersversorgung hauptsächlich über Pensionsfonds angelsächsischer Prägung organisiert wäre. Dann wäre nämlich der Druck des Kapitalmarktes so stark, dass sich der Einfluss der Banken und zumindest die Mitbestimmung auf Unternehmensebene als nicht (mehr) funktional erwiesen – und diese Merkmale nicht erhalten blieben."

Ich hatte beruflich damals Gelegenheit, diese Thesen über einen allmählichen "Systemwandel" des Finanzsystems mit den daraus drohenden Folgen für die gewerkschaftliche Arbeit in einem DGB-Forum zur Teilprivatisierung der Rente vorzutragen. Diese Veranstaltung war schon nach meinem damaligen Eindruck wohl vor allem deshalb durchgeführt worden, um den gewerkschaftlichen "Konsens" für das Kapitaldeckungsverfahren à la Riester-Rente & Co. zu organisieren (Die Veranstaltung wurde bezeichnenderweise von der Abteilung Wirtschaft beim DGB-BV – Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer organisiert.) Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass dabei "widerständige" Argumente der Verdi / ÖTV oder auch von an dieser Veranstaltung teilnehmenden IG Metall-Funktionären vorgetragen wurden. Im Gegenteil der damalige Betriebsratsvorsitzende von VW, Volkerts (wir kennen sein "späteres" nicht so ruhmreiches Schicksal), hat in einem Referat die Vorteile derartiger kapitalgedeckten Rentensysteme in höchsten Tönen gepriesen. Und wenn sich z.B. die IG Metall oder auch Verdi/ÖTV ausbedungen hätten, dagegen wenigstens eine den Widerstand signalisierende andere Meinung auf dieser Tragung zumindest "daneben" vorzutragen, so hätten sie das gemeinsam auch sicher durchsetzen können. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Auftritt des VW-Betriebsratsvorsitzenden Volkerts gegen den ausdrücklichen Willen des IG Metall-Vorstandes geschehen sein sollte.

Immerhin war es für mich interessant zu lesen, dass der damalige IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und Frank Bsirske als Verdi-Vorsitzender die Kollegin Engelen-Kefer beim "Ziehen der schlimmsten Giftzähne" unterstützt hatten.

Aber von einem "Widerstand" war – selbst bei einer solchen gewerkschaftsinternen Konferenz zu diesem Thema – nichts zu hören und zu lesen. Dabei gab es auch über die schon erwähnte Kritik hinaus durchaus weitere skeptische und ablehnende Stimmen.

Es ist in diesem Zusammenhang noch erwähnenswert, dass die Schmidt und Tyrell ihre wissenschaftlichen Aktivitäten in den angelsächsischen Raum verlegen mussten, weil in Deutschland für ihre Themen keinerlei Interesse bestand. Ihre Arbeiten erschienen als großer Reader dann unter dem Titel "The German Financial System" auf englisch in der Oxford University Press im Jahr 2004. Dieser Hinweis ist mir wichtig, weil er zeigt, dass man mit solchen "unterlassenen" öffentlichen Debatten nicht nur die innergewerkschaftliche Meinungsbildung beschädigt, sondern auch darüber hinaus kompetente Fachleute und Sachkenner ins Abseits drängt und sie sprachlos macht. Reinhard H. Schmidt, mit dem ich damals Kontakt hatte, hat mit bestätigt, dass aus den Gewerkschaften keinerlei Anfragen oder Reaktionen zu seinen gerade auch an die Gewerkschaften gerichteten Analysen über die Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren bei der Altersversorgung kamen.

Jedenfalls war der "Diskurs" über die Teilprivatisierung des deutschen Rentensystems auch in den Gewerkschaften reichlich "unterirdisch". Man hätte z.B. – wenn man schon nicht offenen Widerstand gegen die rot-grüne Regierung leisten wollte – wenigsten einen Prüfauftrag in dieses Gesetz einfügen können, dass diese "Reform" nach einer gewissen Probezeit wieder auf den Prüfstand kommt. Aber nichts dergleichen geschah.

Interessant war für mich auch zu erfahren, wie durch Zuständigkeitsverteilung innerhalb einer so großen Organisation wie dem DGB Politik gemacht wurde. Damit wurde das für die Sozialpolitik (und damit eigentlich auch für die Altersvorsorge) beim gewerkschaftlichen Dachverband zuständige Vorstandsmitglied, Engelen-Kefer, an den Rand gedrängt. Und die Gewerkschaftsspitze hat auch nicht viel dagegen unternommen, dass sie mit ihrer sozialpolitisch motivierten Kritik z.B. vom Kanzler Schröder auch öffentlich regelrecht gemobbt wurde.

Wenn sich sich jetzt (!) auch Gewerkschafter gegen die Riester-Rente wenden, hat das natürlich mit dem katastrophalen Image dieser Rente zu tun. Die Kritik an dieser "Reform" wird inzwischen wissenschaftlich

bestätigt ja sogar auch "filmisch" in der ARD "Das Riester-Dilemma" unterlegt. http://www.nachdenkseiten.de/?p=11828

(Siehe auch kürzlich noch einmal Albrecht Müller zur

"Revision der Riesterrente") http://www.nachdenkseiten.de/?p=11850

Aus den Erfahrungen des politischen Umgangs bei der Einführung der Riester-Rente, sollte man wenigstens lernen – nicht um nachträglich "Rache zu üben", sondern um daraus Konsequenzen für die Zukunft und für die anstehenden politischen Auseinandersetzungen zu ziehen. Auch in Zukunft könnte uns viel erspart werden, wenn endlich wieder eine kontroverse Debatte über grundlegende Weichenstellungen stattfinden würde, wenn Argumente nicht ins Abseits gedrängt und wenn Entscheidungen innerhalb der Gewerkschaften offen und nicht in Hinterzimmern auf Vorstandsebene diskutiert würden und nicht gar noch, durch organisatorische Tricksereien gänzlich unterbunden würden.

Vielleicht ist der Disput zwischen Bsirske und Engelen-Kefer auch eine Ermunterung für viele Gewerkschaftskollegen- und kolleginnen Zusätzliches zur Aufklärung der damaligen innergewerkschaftlichen Meinungsbildung beizutragen, um daraus Gewinn für die künftige innergewerkschaftliche Demokratie zu ziehen.

P.S.: Zur heutigen Positionierung von Reinhard H. Schmidt siehe den Abschnitt "Versagen der Banken oder doch der Politik" unten bei

"Sarkozy als Präsident "Knickebein" – wenn er die deutsche Merkel trifft?". http://www.labournet.de/diskussion/eu/wipo/krise_bahl13.html


Für die Freisetzung der Finanzmärkte nach seiner Meinung die Politik die "alleinige" Verantwortung – die Banken (mögen sie auch noch so sehr darauf gedrängt haben) handelten dann eben nach den Spielregeln der deregulierten Finanzmärkte – und sieht man einmal von kriminellem Fehlverhalten ab, mussten sie im Wettbewerb auch entsprechend agieren.
Leider entziehen sich "unsere" Politiker dieser Verantwortung bis heute, im Gegenteil: Sie haben sich inzwischen zu Handlangern der Finanzmärkte degradieren lassen.



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Es werde krampfhaft an dem #Mythos festgehalten, dass eigentlich #Vollbeschäftigung #herrsche. [Ulrike Herrmann: 2010]

   

 

Es werde krampfhaft an dem Mythos festgehalten,
dass eigentlich Vollbeschäftigung herrsche.

 

 

Ulrike Herrmann: Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht.
Westend Verlag, Fankfurt/Main, 2010. 223 Seiten. 16.95 Euro


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--->> Hartz IV Betroffene bewerten Jobcenter der Städte-Region Aachen mit schlechten Noten [via gegen-hartz.de]


Hartz IV: Schlechte Noten fürs Jobcenter

Hartz IV Betroffene bewerten Jobcenter der Städte-Region Aachen mit schlechten Noten

[via gegen-hartz.de]

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-schlechte-noten-fuers-jobcenter-900247.php


Die Initiative "Netzwerk SGB II Aachen" legte heute den Bericht zur "Unabhängigen "Kundenzufriedenheitsumfrage" von Hartz IV-Betroffenen bei den zuständigen Behörden in der "StädteRegion Aachen" vor. Damit schuf die Initiative den Gegencheck zur "Evaluation der Kundenzufriedenheit" des Jobcenters, deren Ergebnis auffallend positiv ausfiel. Demnach seien die "Kunden" mit dem Service des Jobcenter und der dortigen Praxis bei der Gewährung von Leistungen im Allgemeinen zufrieden. Bei der Auswertung der Gegenumfrage kam die Initiative "Netzwerk SGB II Aachen" jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis: 55 Prozent der befragten Hartz IV-Empfänger urteilten mit den Schulnoten vier, fünf und sechs.

"Netzwerk SGB II Aachen" – Hilfe für Hartz IV-Betroffene


Seit 2009 arbeiten haupt- und ehrenamtlich tätige Mitarbeiter aus Beratungsstellen der StädteRegion Aachen in der Initiative "Netzwerk SGB II Aachen" zusammen und setzen sich mit den Problemen von Hartz IV-Beziehern auseinander.

Die "Unabhängige Kundenzufriedenheitsumfrage" wurde nach dem Vorbild einer Wuppertaler Umfrage vom Verein Tacheles-Sozialhilfe durchgeführt. Dabei wurden 381 Hartz IV-Leistungsberechtigte auf einem zweiseitigen Bogen über Problemfelder des Behördenalltags beim Jobcenter befragt. Zu den Themen gehörten laut Angaben der Initiative Wartezeiten, Erreichbarkeit der Mitarbeiter, Qualität der Beratung, Dauer der Antragsbearbeitung, Erfahrungen mit verloren gegangenen Unterlagen, Pünktlichkeit eingehender Leistungen, Umgangston und die allgemeine Zufriedenheit.

Die Mitarbeiter der Initiative führten die Umfrage durch, da sie aus ihrem Beratungsalltag wussten, das viele Betroffene sehr unzufrieden mit dem Jobcenter waren und somit die Ergebnisse der hauseigenen Umfrage des Jobcenters anzweifelten.

Jobcenter erhielt schlechte Noten


Die Auswertung der "Unabhängigen "Kundenzufriedenheitsumfrage" kam zu keinem positiven Urteil. Die Befragten vergaben deutlich schlechtere Schulnoten als aus der hauseigenen Jobcenter-Umfrage hervorging. 55 Prozent der Befragten Hartz IV-Empfänger gaben als Gesamtnote vier, fünf und sechs an. Obwohl sie offiziell als "Kunden" bezeichnet würden, fühlten sie sich durch den Ton und die Ausdrucksweise der Jobcentermitarbeiter abgewertet und respektlos behandelt. Ein Zitat aus der Umfrage lautete "Man kommt sich vor wie ein Bittsteller." In anderen Umfragebögen waren Sätze wie "Man vermisst schon den ganz normalen Anstand" zu lesen.

Das Fazit der Initiative "Netzwerk SGB II Aachen" lautete in ihrer Pressemitteilung wie folgt: "Menschen, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, werden demnach zwar als Kunde bezeichnet, aber im Vergleich zum Kundenstatus in der Geschäftswelt nicht als solche behandelt." Laut Umfrage hätten nur 15 Prozent der Befragten Kenntnis von einer Beschwerdestelle beim Jobcenter. (ag)



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Ein Beispiel aus dem #SiliconSaxony #Dresden -> #Obdachlosigkeit durch #Hartz-IV #Sanktionen bei jungen Menschen unter 25


Obdachlos durch U25 Regelung

Obdachlosigkeit durch Hartz IV Sanktionen bei jungen Menschen unter 25

[via gegen-hartz.de]
 
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/obdachlosigkeit-durch-hartz-iv-sanktionen-900204.php

Ein Beispiel aus Dresden das für die meisten Städte gelten dürfte: Seit den geänderten Hartz-IV-Gesetzen sind laut der Wohnungslosenhilfestelle des Diakonischen Werkes in Dresden immer mehr junge Menschen von Obdachlosigkeit betroffen. Ein Grund hierfür sind die verschärften Sanktionen gegenüber jungen Menschen unter 25 Jahre, sagt Michael Schulz, Leiter der Einrichtung.

Im letzten Jahr 2011 war jeder Dritte Ratsuchende in der Beratungsstelle Dresden unter 25 Jahre alt. "Mit 1025 Hilfesuchenden wurden so viele Menschen wie noch nie im Niklashof beraten", sagt Schulz. Der Anteil der Frauen stieg auf 41,6 Prozent. 481 der Ratsuchenden hatten keine eigene Wohnung, 306 waren von Wohnungslosigkeit bedroht und 73 junge Menschen lebten bereits auf der Straße. "Wir beobachten seit Jahren eine Verschiebung in den Altersgruppen", erklärte der Sozialarbeiter.

Waren früher vor allem sogenannte "Verlierer der Wende" zwischen 40 und 50 Jahre häufig zu Gast in der Beratungsstelle, sind es heute vermehrt junge Menschen unter 25. Bereits jeder Dritte gehöre dieser Altersgruppe an, sagt Schulz. Sie versäumen einen Meldetermin beim Jobcenter und erhalten dann erhebliche Kürzungen des Arbeitslosengeldes II. Seit der Gesetzesänderungen können die Behörden bereits bei einem "Vergehen" die kompletten Zahlungen einstellen. Am Ende kann die Miete nicht mehr gezahlt werden und eine Räumungsklage flattert ins Haus.

 

Anderen jungen Menschen verweigert das Jobcenter den Auszug aus dem elterlichen Haushalt, obwohl die Familienverhältnisse zerrüttet und desolat sind. Wer trotzdem vor dem Elend flüchtet, bekommt keine Unterstützung und steht mit leeren Händen da. Denn laut dem SGB II müssen Erwerbslose unter 25 bei den Eltern wohnen und dürfen nur in Ausnahmefällen in eine eigene Wohnung ziehen. Das Jobcenter muss hierzu sein Einverständnis geben.

Seit 2004 sind die Beratungsfallzahlen um eine Drittel auf heute 2340 gestiegen. Ein Drittel der Klienten waren Frauen und dreizehn Prozent lebten auf der Straße in Zelten, Wartehäuschen oder leerstehenden Häusern. Die häufigsten Gründe für eine Obdachlosigkeit waren Trennungen, Scheidungen und sich häufende Mietschulden. (sb)


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--->>> Zum Freitagsbusiness #Deutscher #Einzelhandelsumsatz: #Weiter #im #Rückgang [trotz medialer Werbeberieselung!!!]


global news 2595 01-02-12: Deutscher Einzelhandelsumsatz:
Weiter im Rückgang,
Anstieg der Eurozonenarbeitslosen auf 17 Millionen - Zusammenhänge?

[via jjahnke.net]

http://www.jjahnke.net/rundbr89.html#2595


Der Einzelhandelsumsatz lag im Dezember trotz aller voreiliger Jubelmeldungen um fast 1 % (0,9 %) unter dem Vorjahreswert. Er ist bereits seit September 2011 im Rückgang und hat seitdem um 2,4 % verloren (Abb. 04943).

Das straft auch die Berichte der Gesellschaft für Konsumforschung Lügen, das seit Oktober ständigen Aufstieg des Konsumklimas meldet (Abb. 14696).

In Deutschland sind zur Binnenkonjunktur angesichts der Exportrisiken nur noch Jubelmeldungen gefragt. Was da nicht hineinpaßt, wird von vielen Medien einfach unterschlagen. So verliert SPIEGEL-online, wo sonst immer Ifo-Werte bejubelt werden, zu den Zahlen des Statistischen Bundesamts kein Wort. Auch der Bundeswirtschaftsminister verschweigt sich, obwohl er positive Zahlen sonst immer sofort feiert.

Dagegen feiert Deutschland den scheinbar immer noch stabilen Arbeitsmarkt, während im Dezember 2011 die Zahl aller Arbeitslosen in der Eurozone auf einen neuen Rekordstand von 16,5 Millionen bei einer Arbeitslosenquote von 10,4 % erreichte. Das war ein Anstieg um 0,8 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die höchste Arbeitslosenrate verzeichnete Spanien mit fast 23 %. Deutschland lag im westlichen Vergleich der Industrieländer auf dem 6. Platz (Abb. 04068). Doch der exportgestürzte deutsche Arbeitsmarkt dürfte sich in einem Umfeld hoher Arbeitslosigkeit nicht halten können, wobei die deutschen Zahlen in vielerlei Hinsicht ohnehin stark manipuliert sind und die schlechte und unsichere Qualität des hohen Anteils an prekärer Arbeit verkleistern.

In sofern paßt die deutsche Vorsicht beim Einkauf durchaus in das Bild der sich dunkel zusammenziehenden Wolken am Wirtschaftshorizont der Eurozone. Der neue Fiskalpakt wird die Situation eher noch erheblich verschlimmern. Deutschland ist mehr als alle vergleichbaren Länder von der Entwicklung seiner Eurozonenpartner abhängig, auch wenn das in Deutschland immer gern vergessen wird. Da macht der Bundeswirtschaftsminister lieber auf rosig, als lebe Deutschland auf einer Insel der Seligen:

"Der Aufbau von Beschäftigung und der Abbau von Arbeitslosigkeit setzen sich saisonbereinigt unvermindert fort. Dies trägt dazu bei, die Binnenkonjunktur zu stabilisieren. Damit steigen die Chancen, dass die deutsche Wirtschaft die gegenwärtige Wachstumspause schnell hinter sich lassen und wieder den Wachstumskurs einschlagen kann."



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vertiefend! --->>> Billiglöhne teuer bezahlt - #Billiglöhne #kommen #den #Staat #teuer #zu #stehen. [via sozin.de]

   


Billiglöhne teuer bezahlt

 

Geschrieben von: Stefan Vetter   

 
[via sozin.de]
 
http://sozin.de/kategorien/34-arbeitsmarkt/2032-billigloehne-teuer-bezahlt
 

 

Saarbrücken. Billiglöhne kommen den Staat teuer zu stehen. Rund zwei Milliarden Euro musste der Bund 2011 ausgeben, um Geringverdienern mit einem Vollzeitjob das Existenzminimum zu sichern.

Rechnet man noch die Betroffenen mit einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob hinzu, so waren es sogar vier Milliarden Euro, die der Staat über das Hartz-IV-System beisteuerte. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Demnach gibt es trotz guter Arbeitmarktlage und zum Teil spürbarer Lohnsteigerungen immer noch rund 560.000 sozialversichert Beschäftigte, die zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Das sind 2,5 Prozent aller sozialversicherten Erwerbspersonen. Im Osten ist die Quote mit 4,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Westen (zwei Prozent).

Im Ländervergleich liegen die Stadtstaaten Berlin (6,1 Prozent), Bremen (4,3) und Hamburg (3,6) deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Nur in einigen ostdeutschen Städten wie etwa Neubrandenburg (6,9 Prozent) und Cottbus (6,5 Prozent) liegt das Verarmungsrisiko noch höher. In Bayern werden offenbar fast durchgehend auskömmlich Löhne bezahlt. Die Quote der so genannten Aufstocker beträgt hier nur 1,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter allen Bundesländern.

 

http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/berliner_buero/art182516,4126061#.Tw0VqoHsaCd



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Umerziehung d. dt. Volkes, d. sich wie zu besten Nazizeiten als genetisch homogenes Volk begreift (...) ist misslungen [lesenswert!!]

   


Lieber deutscher Nazi!

 [via Nachdenkseiten]



Kein Kopf ist gerollt, keine Republik erschüttert, nie übernahm ein Minister Verantwortung für Mordopfer von rechter Gewalt, keine Rücktritte.

Kein Umdenken, kein Umschreiben der Schulbücher, keine Gesetzesänderung.

Die Umerziehung des deutschen Volkes, das sich wie zu besten Nazizeiten als genetisch homogenes Volk begreift und Angst vor seiner Abschaffung hat, ist misslungen.

 Köstlicher Zustand, dieses Nazi-Sein!

Ein bisschen scheinheiliges Gedenkminüteln im Parlament, hin und wieder ein Kerzenmarsch, ansonsten, freies Land für freie Nazis.

Quelle:
FR



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