Mittwoch, 7. Dezember 2011

-> #Innenstadt wird zum #Refugium #für #Betuchte, #sozial #Schwache #müssen #abwandern. [via sozin.de]


Arme an den Rand gedrängt

 

Geschrieben von: taz  

 
[via sozin.de]
 
http://sozin.de/kategorien/96-soziale-ausgrenzung/1815-arme-an-den-rand-gedraengt
 
 

Die Innenstadt wird zum Refugium für Betuchte, sozial Schwache müssen abwandern. Das belegen aktuelle Zahlen der Wohnungsunternehmen.

Wer arm ist, muss sich aus attraktiven Innenstadtlagen verabschieden - diese viel diskutierte These ist jetzt mit umfassenden Daten zu Einkommen, Mietpreisen und Armut belegt. Ausgerechnet der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), der stets vor Panikmache auf dem Wohnungsmarkt warnt, veröffentlichte am Dienstag entsprechendes Zahlenmaterial auf der Basis von 900.000 Mietverträgen.

Daraus geht hervor, dass die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Stadtrandlagen steigt, während sie in Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg abnimmt. Gleichzeitig erreichen die Neuvermietungspreise in Friedrichshain-Kreuzberg Rekordwerte und liegen mit 6 Euro/qm an zweithöchster Stelle in Berlin.

Trotzdem vermeidet der BBU, der 359 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften vertritt, hartnäckig den Begriff "Verdrängung". Lediglich "Suchbewegungen" will der Vermieterverband erkennen. Das sieht der Chef des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, anders: "Arbeitslosengeld-II-Empfänger finden keine Wohnungen mehr.

Wer da nicht von Verdrängung spricht, betreibt Schönfärberei", sagte er der taz. Zwischen 2006 und 2010 sank die Zahl der Hartz-IV-Haushalte in den Trendkiezen Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg und Nord-Neukölln teils um mehr als drei Prozent.

In der Köllnischen Heide und im Märkischen Viertel, aber auch in Reinickendorf, Charlottenburg-Nord, Siemensstadt und am nordöstlichen Stadtrand stieg diese Zahl.



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