Mittwoch, 7. Dezember 2011

-->> Gedenken und Ausstellung zu #Juden-Deportation vor 70 Jahren [via documenta-Stadt Kassel]


Pressemitteilung von Dienstag, 6. Dezember 2011
documenta-Stadt Kassel

Gedenken und Ausstellung zu Juden-Deportation vor 70 Jahren

Vor 70 Jahren startete am Kasseler Hauptbahnhof ein Zug, der über 1000 Jüdinnen und Juden aus Nordhessen nach Riga/Lettland deportierte, wo fast alle von ihnen ermordet wurden oder auf andere Weise ums Leben kamen.

Am Jahrestag dieser ersten Deportation eröffnet Oberbürgermeister Bertram Hilgen im Rahmen einer Gedenkstunde am Freitag, 9. Dezember, um 14 Uhr im Stadtverordneten-Sitzungssaal des Kasseler Rathauses die Wander-Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge "Bikernieki – Wald der Toten".

In dem Wald bei Riga wurden die meisten der Deportierten erschossen. Die Wanderausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde mit Unterstützung der VHS Region Kassel und der Regionalgruppe Nordhessen des Vereins "Gegen das Vergessen – Für Demokratie" Verein durch spezielle Informationen über die Deportation aus Kassel ergänzt. Neben OB Hilgen sprechen bei der Gedenkstunde Thomas Rey, Leiter der Abteilung Gedenkkultur und Bildungsarbeit beim Volksbund, und Ernst Klein vom Verein "Gegen das Vergessen – Für Demokratie".

Laut Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstäte Breitenau, befanden sich in dem Zug 1.024 Jüdinnen und Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel, also aus ganz Nord- und Osthessen. "Die Deportation wurde von der Geheimen Staatspolizei Kassel organisiert und durchgeführt, wobei zahlreiche Behörden und Ämter mitwirkten: Landratsämter, Bürgermeisterämter, Kreis- und Ortspolizeistellen aus 42 Städten und Gemeinden. Eine besondere Rolle kam der Oberfinanzdirektion in Kassel zu, die in Zusammenarbeit mit der Gestapo für die Enteignung der Deportierten und die Verwertung ihres Vermögens zuständig war. Die Juden und Jüdinnen sollten vor ihrer Ermordung auch ausgeraubt werden."

Insgesamt wurden 1941 und 1942 mehr als 25.000 Menschen nach Riga deportiert. Vor zehn Jahren wurde im Wald von Bikernieki eine Gräber- und Gedenkstätte errichtet, die seither vom Volksbund und seinen lettischen Partnern betreut wird. Möglich wurde dies auch durch die Arbeit des seit dem Jahr 2000 aktiven Deutschen Riga-Komitees – Kassel gehört als eine von 13 deutschen Städten zu den Gründungsmitgliedern.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember im 2. Stock des Rathauses (vor den Sitzungssälen) zusehen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos im Internet unter http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/zur-geschichte-der-deportation.html.


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