Freitag, 2. Dezember 2011

--->>> #Hektische #Betriebsamkeit - Neonaziterror: BKA und Generalbundesanwalt bitten Bürger um Hilfe [via Junge Welt]

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Posieren fürs Pressefoto: BKA-Präsident Jörg Ziercke (l.) und Generalbundesanwalt Harald Range mit Bildern der beim »Nationalsozialistischen Untergrund« gefundenen Waffen

Posieren fürs Pressefoto: BKA-Präsident Jörg Ziercke (l.) und Generalbundesanwalt Harald Range mit Bildern der beim »Nationalsozialistischen Untergrund« gefundenen Waffen Bild: Reuters

Hektische Betriebsamkeit

Über die Ursachen der eklatanten Versäumnisse bei der Aufklärung der von Neonazis zwischen 2000 und 2007 verübten Morde – und die Rolle der Geheimdienste dabei – war am Donnerstag in Karlsruhe wenig zu erfahren. Generalbundesanwalt Harald Range und Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), präsentierten statt dessen jede Menge Waffen der Zwickauer Terrortruppe um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sowie ein Fahndungsplakat mit Fotos der drei. Und verkündeten, man greife jetzt mit dem Segen des Bundesgerichtshofes zum Mittel der »Öffentlichkeitsfahndung«. Das Hilfeersuchen an die Bürger soll der Rekonstruktion der Tathergänge dienen. Dem »Terrortrio« werden mittlerweile Morde an neun Migranten, einer Polizistin, mindestens zwei Bombenanschläge und 14 Banküberfälle zugeordnet. Bei letzteren sollen sie laut BKA rund 600000 Euro erbeutet haben. Mundlos und Böhnhardt sind unter mysteriösen Umständen am 4. November ums Leben gekommen – Ziercke zufolge erschoß Mundlos erst seinen »Kameraden« und dann sich selbst. Ein Suizidmotiv ist jedoch nicht erkennbar. Beate Zschäpe stellte sich den Behörden und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Außerdem wurden inzwischen drei »Helfer« verhaftet, zuletzt der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben (jW berichtete). Ziercke nannte die drei Zwickauer am Donnerstag erneut die einzigen Mitglieder der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU). Er rechnet jedoch mit weiteren Verbindungen des Trios zur NPD. Nach seinen Angaben sind derzeit 420 Kriminalbeamte damit beschäftigt, Helfer und Hintermänner bei den bislang bekannten Taten zu ermitteln und herauszufinden, ob der Terrorzelle weitere unaufgeklärte Verbrechen zugeordnet werden können.



Laut Range haben die Ermittler neben den vier inhaftierten Beschuldigten einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer im Visier, der dem Trio bei der Anmietung von Wohnungen geholfen haben soll, sowie eine »gute Handvoll« weiterer Verdächtiger. Ziercke rechtfertigte das Versagen der Ermittlungsbehörden mit dem »planvollen Vorgehen« der Zwickauer. Dadurch hätten sie so lange unerkannt bleiben können. In der explodierten Wohnung der drei in Zwickau und in ihrem Wohnmobil seien 2500 Beweisstücke sichergestellt worden, die nun untersucht würden.



Unterdessen gibt es neue Hinweise auf direkte Verbindungen zwischen dem NSU und der militanten rechten Szene in Hessen. Darüber berichtete am Donnerstag die Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung (HNA) unter Berufung auf geheime Akten des hessischen Landeskriminalamtes. Daraus gehe auch hervor, daß bei den »Freien Kräften Schwalm-Eder« Anleitungen zum Bombenbau gefunden worden seien.
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