Beispiele für die weit gehende Gleichschaltung vieler Medien auf der Linie von Merkel und Co.
Es entspricht nicht den Regeln der politischen Korrektheit, Begriffe für die Verhältnisse bei den Nazis zur Beschreibung der Verhältnisse von heute zu benutzen. Aber ich missachte diese Regel bewusst, weil sie als eine Art Schutz vor Kritik missbraucht wird.
Die Gleichschaltung, der sich viele Medien unterwerfen, ist nämlich verheerend für das Gedeihen unserer demokratischen Verhältnisse.
Auf gute Belege dafür trifft man täglich.
Albrecht Müller.
Viele engagierte Demokraten machen sich Illusionen über die Gültigkeit demokratischer Spielregeln. Diese sind durch eine organisierte und eine selbst vollzogene Gleichschaltung vieler Medien außer Kraft gesetzt. Dies verbunden mit einer nahezu perfekten Sprachregelungsstrategie von Seiten der Union und ihrer Partner in der Wirtschaft führt zu einem ungenießbaren Einheitsbrei.
Ein kleiner Bericht mit aktuellen Beispielen zu einigen der erkennbaren Strategieelemente:
Zunächst zusammengefasst zur Strategie der Union und ihres neoliberal geprägten Umfelds:
- Die entscheidende Botschaft ist, es gehe uns insgesamt gut, die Arbeitslosigkeit sei weit gehend bekämpft, die Wirtschaft blühe, die Reformen (Agenda 2010 usw.) hätten sich gelohnt, den anderen Ländern gehe es viel schlechter, sie sollten deshalb die Reformen übernehmen, sie sollten sparen wie wir, nur sie seien schuld an der Eurokrise, usw.
- Die Union sei eine soziale Partei. Bei ihr und Angela Merkel wird von Sozialdemokratisierung gesprochen. Damit zielt man weit hinein in das Wählerpotenzial der SPD und erleichtert den Grünen die Koalition mit Schwarz.
- Die Linken werden verschwiegen und auch bei Berechnung von Koalitionsmöglichkeiten nicht mitgezählt.
Einige Beispiele zum Beleg:
- Wir sind gut. Wir sind Spitze. Alle anderen sind schlechter.
- Presseclub vom 27. November 2011. Ein NachDenkSeiten-Leser machte uns darauf aufmerksam, Moderator Jörg Schönenborn habe von der geringsten Arbeitslosenquote seit der Wende als Erfolg der aktuellen Regierung gesprochen.
Die anwesenden JournalistInnen Ulrike Herrmann (taz), Alexander Hagelüken (Süddeutsche), Ruth Berschens (Handelsblatt) und Dorothea Siems (Welt) hätten nicht widersprochen und nicht auf beschönigende Veränderungen der Statistik seit der Wende, auf die Ausweitung von Lohndumping, auf Leiharbeit und prekäre Beschäftigung hingewiesen. - Ähnliches habe ich in der Talkshow "Meinungsmacher" von hr3 erlebt. Dort wurde wie selbstverständlich und affirmativ 3 zu 1 behauptet, wir hätten eigentlich keine ökonomischen Probleme, die Arbeitslosigkeit sei enorm reduziert.
- Presseclub vom 27. November 2011. Ein NachDenkSeiten-Leser machte uns darauf aufmerksam, Moderator Jörg Schönenborn habe von der geringsten Arbeitslosenquote seit der Wende als Erfolg der aktuellen Regierung gesprochen.
Dass die Arbeitnehmer praktisch seit zwei Jahrzehnten keine echten realen Einkommenszuwächse mehr haben, dass die Arbeitslosigkeit statistisch reduziert worden ist und die meisten neuen Jobs unwürdige Arbeitsverhältnisse sind, kommt in den an der Linie der Union orientierten Mehrheitsmedien nicht vor.
Die Union fährt zumindest zweigleisig. Sie versucht, ihr Wählerpotenzial zu optimieren (siehe auch Ziffer 3.) und sie versucht, andere politische Optionen auszuschließen, auch dadurch dass das Potenzial der Konkurrenzparteien auf der Linken um die Wählerprozente der Linkspartei reduziert wird. Man glaubt es kaum, es funktioniert: Schon bei den öffentlich angestellten Berechnungen von Koalitionsmöglichkeiten in Berlin nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus wurde die Linkspartei schlicht außen vor gelassen. Das gleiche passierte jetzt mindestens zweimal bei der Präsentation der Umfrageergebnisse von Infratest dimap durch die ARD. Bei der Darstellung der Koalitionsmöglichkeiten wurde die Linke einfach unterschlagen. Selbst wenn das einmal passieren würde, könnte es kein Zufall sein. So schon gar nicht. There is no alternative, TINA in anderer Form.
Das ist ein Dauerbrenner. Die Behauptung dient der Erweiterung des Wählerpotenzials und der Koalitionsoptionen der Union. In den NachDenkSeiten ist dazu schon viel zu lesen. Hier folgt der Hinweis erneut, weil im Anschluss an den Parteitag der Union in Leipzig reihenweise auch die dortigen Vorgänge und Äußerungen der Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Merkel als Zeichen der Sozialdemokratisierung gewertet wurden, obwohl es sachlich keinerlei Anlass dafür gibt und gab.
Das waren ein paar wenige Beispiele. Sie sind als Anstöße für Ihre Beobachtungen gedacht.
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